Zwischen Unregelmäßigkeiten und Racheakten

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:

Mönchengladbach. Erneuter Wirbel um eine Dopingprobe in Mönchengladbach: Diesmal allerdings mit Borussia selbst im Mittelpunkt und - anders als im „Fall Hoffenheim” - handelt es sich jetzt um angebliche Verstöße bei einer Trainingskontrolle.

Filip Daems soll am 26. Oktober 2008 zur Urinprobe für die Kontrollfirma PWC 45 Minuten zu spät gekommen sein. Das soll ein Formular belegen, das die „Bild” veröffentlicht hat.

Borussia aber besitzt ein Protokoll, unterschrieben vom Spieler, Borussias Doping-Beauftragten Michael Risse (Ex-Physiotherapeut) und dem kontrollierenden Arzt, das keinerlei Beanstandungen aufweist. „Alles andere ist für uns völlig irrelevant”, sagt Gladbachs Sportdirektor Max Eberl.

Pikant: Der PWC-Kontrolleur ist inzwischen entlassen - was laut PWC-Geschäftsführer Volker Laakmann nichts mit den Geschehnissen in Gladbach zu tun habe. Auch Risse, dessen Name bereits beim „Beschwerdebrief” einiger Spieler auftauchte, wurde wegen fachlicher Fehler geschasst.

Laakmann kennt das zweite Formular und hat es nicht weitergegeben, weil er es für einen „Racheakt” des entlassenen Arztes hielt.

Borussias „sauberes” Dokument wurde vor Ort handschriftlich ausgefüllt, bei Unregelmäßigkeiten wäre zumindest ein Sonderbericht angekündigt worden. Das mit Schreibmaschine ausgefüllte Blatt „ist kein offizielles Dokument. Die ,Bild hat das wider besseren Wissens verwendet”, so Laakmann.

Die Verspätung bestreitet Daems nicht, wohl aber zweimal gepinkelt zu haben, weil es beim ersten Mal nicht gereicht habe. „Ich habe mich erst behandeln lassen und dann die Probe gemacht. Aber alles ist korrekt abgelaufen, das hat mir der Kontrolleur bestätigt.”

Die Fahnder arbeiten immer als Duo. Laut Eberl hat eine Frau unterschrieben, mit gleichem Namen wie der entlassene Arzt. Der war wohl der zweite „Mann” des Kontrollpärchens.
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