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Vorne Aufstieg, hinten Abstieg

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:
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Energie-Torhüter René Renno ist geschlagen, doch trotz dreifacher Führung kehrt die Alemannia nur mit einem Unentschieden aus der Lausitz zurück. Foto: Peter Aswendt

Aachen. Noch direkt nach Spielschluss hatte der Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz vor laufender Kamera getobt, seinen Ärger über Schiedsrichter Robert Kempter kundgetan, und auch der Fußballgott - so es ihn denn gibt - bekam noch ein rustikales Tackling mit auf den Weg.

Weil er es versäumt hatte, an einem Freitagabend zu einem Zweitliga-Spiel in die Lausitz zu reisen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Zehn Minuten später war der 46-Jährige dann wieder handzahm und lieferte sich nach dem 3:3 zwischen Energie und Alemannia Aachen mit Gäste-Trainer Peter Hyballa eine Schlacht im Austausch von ausgesuchten Höflichkeiten.

„In der Luft sind die Cottbuser Spieler einfach nur geil, nicht nur wegen von der Größe her”, hatte Hyballa den Reigen eröffnet. Zweidrittel aller Zweikämpfe in den oberen Regionen hatten die Cottbuser Spieler zu ihren Gunsten entschieden, die Kennziffer für den Ballbesitz liegt in ähnlichen Höhen.

„Wir schalten gedanklich zu langsam um, das 3:2 ist ein klassischer Beweis dafür”, hatte Wollitz den verpassten zwischenzeitlichen Sprung auf den Relegationsplatz trotzdem noch nicht ganz weggesteckt. „Ich finde eure Mannschaft aber auch ziemlich gut”, gab er dann doch brav ein Kompliment in Richtung Hyballa zurück.

Der emotionale Pegel bei Manager Erik Meijer war nicht ganz so friedlich eingenordet: „Wir kassieren blöde Gegentore, mit lauter Unentschieden kommt man nicht von der Stelle”, meinte der 41-Jährige mit Blick auf das tabellarische Niemandsland von Rang zehn und führte das Offensichtliche an.

Dem zweiten Ausgleich durch Roger ging ein leichtfertiger Ballverlust von Manuel Junglas voraus, vor dem dritten Ausgleich muss sich Emil Jula einige Sekunden in der Luft ziemlich einsam vorgekommen sein, was ihn aber nicht daran hinderte, seiner Mannschaft einen Punkt zu sichern.

Ungenutzte Riesenräume

„Bitter, bitter”, ärgerte sich auch Doppel-Torschütze Benny Auer über den verpassten Auswärts-Dreier. „Wir haben Riesenräume und nutzen sie einfach nicht.” Dabei spiegelt der Tabellenstand nach dem 21. Spieltag Können und Defizite dieser jungen Alemannia eindeutig wieder.

Offensiv liegt das Hyballa-Team knapp hinter Tabellenführer Hertha BSC, defensiv rangiert es knapp vor Bielefeld, Oberhausen und Osnabrück nicht auf einem Abstiegsplatz. Unter dem Strich festgemauert im Mittelfeld, da nicht immer vier Tore geschossen werden können, um einen Sieg zu holen.

Dabei zieht sich das Klagelied von den ausgelassenen Möglichkeiten wie ein Dauerton durch die Saison, und nachdem Zweidrittel der Spielzeit absolviert sind, rücken auch die spielerischen Fortschritte der Mannschaft hinter den mittlerweile gestiegenen Erfolgserwartungen des Trainerteams und der sportlichen Leitung etwas in den Hintergrund.

So machte dann auch Sergiu Radu im fortgeschrittenen Fußball-Alter eine neue Erfahrung im Alemannia-Trikot: „Das war nicht das erste Mal, dass ich gegen Cottbus gespielt habe, sondern das fünfte Mal”, meinte der 33-jährige Rumäne, in der Lausitz immer noch beklatschter Publikums-Liebling, nach seinem achtminütigen Einsatz gegen seine früheren Mannschafts-Kollegen. „Aber es war das erste Mal, dass ich nicht gewonnen habe.”
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