„Von mir aus soll Mondragón treffen”

Von: Wilhelm Peters
Letzte Aktualisierung:
köln-fotto23
Am Samstag in Mönchengladbach wahrscheinlich wieder auf der linken Seite im Einsatz: Kölns Verteidiger Miso Brecko. Foto: imago/Ulmer

Köln. Wenn man so will, tanzt Miso Brecko gerade auf drei Hochzeiten: Der Defensivmann des 1. FC Köln wird hinten rechts in der Viererkette der Mannschaft von Trainer Zvonimir Soldo erstens von Spiel zu Spiel neu herausgefordert. „Vorige Saison”, sagt er vor dem Derby, „da ist es mit Borussia Mönchengladbach irgendwie verrückt gelaufen. Beide haben ja Auswärtssiege geholt. Ich hoffe, dass uns Samstag dort wieder ein Erfolg gelingt.”

Privat steht zweitens eine ganz andere Herausforderung an, denn Lebensgefährtin Tamara erwartet im Januar Nachwuchs. „Ein Junge”, weiß der 25-Jährige bereits. Drittens kann sich der Profi aus der Kleinstadt Trbolje (20.000 Einwohner) mit der Nationalmannschaft Sloweniens als Tabellenzweiter noch für die WM 2010 qualifizieren, nachdem zuletzt die Slowakei 2:0 und San Marino 3:0 geschlagen wurden.

„Mit etwas mehr Glück wären wir schon jetzt für Südafrika qualifiziert”, sagt Brecko. „Aber es besteht nach wie vor die große Chance, es zu schaffen.” Dazu bedarf es „nur” des Erfolgs in der Relegation am 14. und 18. November gegen Russland. „50:50 sehe ich unsere Chance, obwohl wir Außenseiter sind”, gibt sich Brecko selbstbewusst.

Dass er als Nationalspieler und auch in Köln im Schatten von Milivoje Novakovic steht, ist für den sympathischen „Rechtsaußen”, wie er sich selber sieht („da ist meine Heimat auf dem Platz”), kein Problem: „Nova ist im vierten Jahr in Köln, schießt viele Tore. Klar, dass er im Mittelpunkt steht. Das ist normal. Ich bin ein Teil dieser Mannschaft, hier und als Nationalspieler, und freue mich, wenn wir gewinnen, das ist das Wichtigste.”

Eine Prioritäten-Liste „Köln - Slowenien” oder umgekehrt gibt es für Brecko nicht: „Das sind zwei verschiedene Geschichten. Ich spiele mit Stolz für den FC und mit Stolz für Slowenien.” Dass der FC vor Saisonbeginn einen Defensivmann suchte, sah und sieht Brecko nicht als Geringschätzung seiner Person gegenüber: „Wir hätten noch jemanden brauchen können für die Position, schon wegen möglicher Verletzungen.”

Brecko hat Freunde in Köln gefunden und nach wie vor engen Kontakt zur ehemaligen Bergbaustadt Trbolje, „wo ich fast jeden kenne”. Weniger freundschaftlich verbunden sind bekanntlich die Kontrahenten im anstehenden Derby. Aber auch das sieht Brecko sportlich: „Unsere vier Punkte aus den letzten beiden Spielen sind viel wert. Wirklich viel sind sie aber nur dann wert, wenn wir nachlegen.” Letzte Saison legte „Nova” mit seinem 2:1 kurz vor Schluss nach. Ob ihm das auch diesmal gelingt? „Ist egal, wer von uns das entscheidende Tor macht. Von mir aus soll Torhüter Mondragón treffen”, witzelt Brecko und hofft auch auf die FC-Fans. „Sie sollen für uns sein, nicht gegen Gladbach, für uns alles geben, wir werden das umgekehrt auch tun.”

Seinen Beitrag für einen gelungenen Samstag umschreibt Brecko so: „In erster Linie muss ich meine Seite zumachen, und wenn es geht, möchte ich auch offensiv zum Zuge kommen.” Wahrscheinlich am Samstag wieder über die linke Seite, weil Pierre Wom verletzt fehlt und Schorsch für Brecko nach rechts in die Viererkette rückt.

PS: Eine Namensvorlage für den Junior suchen die werdenden Eltern noch. Dabei hat sich Brecko mit seiner künftigen Vaterrolle längst auseinandergesetzt. „Ich freue mich riesig darauf. Mein und unser Leben wird sich verändern. Ich bin sehr glücklich, alles läuft super.” Und Samstag? „Da hoffentlich auch.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert