Köln - Vom heimlichen Star zum Kölner Frontmann

Vom heimlichen Star zum Kölner Frontmann

Von: Günter Kirschbaum
Letzte Aktualisierung:

Köln. Youssef Mohamad gibt nicht gerne Interviews. Der Innenverteidiger des 1. FC Köln ist keiner, der seine Sicht der Dinge gerne in die Öffentlichkeit trägt. Auf dem Platz geht er kompromisslos zur Sache, doch jenseits der Spielfläche bevorzugt Mohamad die weniger spektakulären Methoden, interne Brandherde zu bekämpfen.

Mit diesen Eigenschaften hat der Profi das Vertrauen von Trainer Zvonimir Soldo gewonnen, der ihn zum Spielführer beförderte. Am Sonntag (17.30 Uhr), wenn Köln zum Start in die Rückrunde Borussia Dortmund empfängt, wird Youssef Mohamad den FC erstmals als Kapitän aufs Feld führen. Aus dem heimlichen Star wurde in der Winterpause der Frontmann des Teams.

„Zum Kapitän gemacht zu werden”, denkt der 29-Jährige laut nach, „ist ein Zeichen des Respekts, den Mitspieler und der Trainer haben. Damit übernimmt man aber auch eine große Verantwortung.” Für das Innenleben sieht Mohamad keine großen Veränderungen auf sich zukommen. „Ich spreche ohnehin immer mit den Mitspielern auf dem Platz”, sagt der Libanese. „Man kann es auf den Rängen nur nicht hören, weil die Fans so laut sind.”

33 Mal im Trikot des Libanon

Dabei ist Mohamad, der 2004 aus Beirut zum SC Freiburg wechselte und drei Jahre später zum FC kam, laut Selbstauskunft „jemand, der nicht gerne spricht”. Zumal er sich in der deutschen Sprache noch nicht zu Hause fühlt. „Ich verstehe sie zwar, antworte aber lieber in Englisch. Bald werde ich Interviews aber auch in Deutsch geben”, verspricht „Dodo”, wie er intern gerufen wird. Das Kapitänsamt ist Mohamad nicht fremd. Diese Funktion hatte er in der libanesischen Nationalmannschaft inne, deren Trikot er 33 Mal trug. Zuletzt 2005. Dann wurde er suspendiert, weil er heftige Kritik am Verband und Nationaltrainer Adnan Meckdache geübt hatte. „Wenn ich mich schriftlich entschuldigen würde, wäre die Sache erledigt”, erzählt Mohamad. „Aber das werde ich nicht tun.”

Dieses Thema ist für den Innenverteidiger erledigt. Sportlich hat der Profi ausschließlich den FC im Fokus. „Das ist mein Verein, meine Stadt. Köln hat sich für mich schon nach einer Woche wie Heimat angefühlt”, betont Mohamad, dessen Vertrag bis 2013 läuft. Und er hat noch einiges vor. „Bevor ich meine Karriere beende, möchte ich den Klub weiter oben angesiedelt sehen. Der FC hat doch eine große Geschichte und gehört auf die europäische Bühne.”

Der Neu-Kapitän hat bei allem perspektivischen Denken vorrangig das Tagesgeschäft auf dem Radar. „Wir wollen einen besseren Platz in der Liga”, umschreibt Mohamad das Rückrundenziel bewusst weitläufig. Er will sich nicht festlegen, was nach oben hin noch gehen könnte. Doch er ist sich sicher: „Das 3:0 gegen Nürnberg zum Ende der Hinrunde hat Selbstvertrauen für den Start nach der Pause gegeben. Und wenn es Sonntag gegen Dortmund klappt, sind wir in einer viel besseren Situation.”

Mohamad beschäftigt sich nicht mit Dingen, die er nicht beeinflussen kann. Ob in dieser Transferperiode noch Neue kommen oder nicht, „ist nicht mein Job. Der Trainer und der Klub müssen das entscheiden.” Doch er lässt durchblicken, dass das unnötig sei. „Die Spieler sind sehr dicht zusammengerückt”, betont der Abwehrchef. „Wir sind eine Mannschaft. Ich bin überzeugt von der Qualität des Teams.” Und das sollen die Fans in der Rückrunde auch sehen. „Wir müssen mehr Heimspiele gewinnen und werden das auch schaffen.” Mehr zur Bundesliga Seite 10
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