Und schließlich scheitert Demai

Von: Klaus Schmidt
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Bochums Torhüter Andreas Luth
Bochums Torhüter Andreas Luthe lässt sich von seinen Mannschaftskollegen feiern, Aimen Demai (links) und Manuel Junglas verzweifeln nach dem verschossenen Strafstoß. Foto: Andreas Steindl

Bochum. Im Training tags zuvor hatte Friedhelm Funkel sein frisch archiviertes Wissen auf den Platz gebracht. Der Chefcoach von Alemannia Aachen stellte die „B-Elf” als Double des VfL Bochum hin, das A-Team bekam ein paar Erläuterungen, wie der Freitags-Gegner das Spiel zu eröffnen pflegt.

Und vor allem: wie man diesen schönen Ideen wirkungsvoll den Saft abdreht. Funkels neue Equipe hatte gut aufgepasst - wenn man die zweite Halbzeit zugrunde legt bei der Rückkehr des 57-Jährigen an die Castroper Straße. Doch Zählbares gab es nicht: Mit 0:1 unterlag Alemannia nach einem Chancenfestival. „Spielerisch war das mit die beste Saisonleistung”, sagte Timo Achenbach. „Das ist sehr, sehr bitter, wenn du in der letzten Minute dann noch einen Elfmeter vergibst”, ergänzte Benny Auer.

Der Ärger über mindestens einen verpassten Punkt machte auch Schiedsrichter Christian Bandurski zur Zielscheibe. „So was ist Rot”, schimpfte Alemannia-Manager Erik Meijer, nachdem Bochums Torhüter Andreas Luthe Verteidiger Feisthammel von den Beinen geholt hatte, aber mit Gelb davongekommen war. „Das ist eine Frechheit, dass diese Regel immer wieder geändert wird.” Bochum hätte einen Feldspieler ins Tor stellen müssen, weil das Auswechselkontingent erschöpft war.

Die zarte Hoffnung, den ersten Saisonsieg gegen Ingolstadt mit dem ersten Auswärts-„Dreier” seit einem halben Jahr (2:1 in Augsburg) zu veredeln, reicherte Alemannia nach knapp einer Viertelstunde mit einer kapitalen Chance an. Ecken sind unter Funkel wieder ein brauchbares Hilfsmittel geworden, Achenbach zirkelte den Ball in den Strafraum, Feisthammel verlängerte mit der Hacke, Olajengbesi verpasste sein zweites Tor innerhalb von fünf Tagen, weil der Ball noch abgefälscht wurde. Nicht ganz so hochkarätig: der Kopfball von Auer (23.), wieder nach einem Standard durch Achenbach, diesmal ein Freistoß.

Doch insgesamt war Alemannia in der ersten Halbzeit „zu ängstlich, zu passiv”, das hatte Friedhelm Funkel seinem neuen Team nicht mit auf den Weg gegeben. Federico schlug (nach Aachener Ecke!) einen Diagonalpass auf Inui, Falkenberg bekam keinen Zugriff auf den Bochumer. Glück für die Gäste: Der Ball strich am Pfosten vorbei (38.).

Eine Minute später dann doch die Führung für den VfL: Der Japaner Inui, eben noch verzweifelt, traf aus der Distanz unter die Latte. Funkels Aufforderung in der Kabinenansprache: „Mehr Mut, mehr Laufbereitschaft!”

Yabo startete einen energischen Versuch an der Mittellinie, zog auf und davon, riskierte einen Torschuss. Die erste Bewährungsprobe für Luthe, auch beim Nachfassen von Radu parierte Bochums Keeper (50.). Alemannia war jetzt die deutlich aktivere Mannschaft, stand höher, was Dabrowski fast zum 2:0 genutzt hätte.

Der Kampf um wenigstens einen Punkt ging weiter, der eingewechselte Junglas scheiterte mit einem Kopfball, dann setzte Feisthammel eine Flanke auf Radu etwas zu hoch an. Luthe, längst Bochums Bester, rannte aus seinem Kasten und zerstörte Yabos nächsten Traum vom ersten Treffer im Profifußball. Ins Logbuch Aachener Chancen trug sich dann sogar Sibum ein. Eine Fußabwehr von Waterman gegen einen Kopfball von Dabrowski war auf der Gegenseite noch überliefert, ein Ausreißer im Aachener Wettbewerb „Wer hat noch nicht, wer will noch mal”. Junglas hämmerte drauf, Achenbach zog ab, in Bochums Hälfte glühte es. Und selbst die ultimative Chance in der Schlussminute vergab Alemannia, Luthe wurde endgültig zum Helden des Spiels: Er parierte den Elfmeter von Demai.

Friedhelm Funkel packte gleich Balsam aus: „In der zweiten Halbzeit haben wir richtig gut gespielt. Diese Niederlage wirft uns nicht um.”
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