Velden - Soldo: „Wir sind auf einem guten Weg”

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Soldo: „Wir sind auf einem guten Weg”

Von: Günter Kirschbaum
Letzte Aktualisierung:
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Zvonimir Soldo, neuer Trainer des 1. FC Köln.

Velden. Zvonimir Soldo sitzt im entspannt auf der Dachterrasse des hoteleigenen Strandbades. Im Gespräch mit unserer Zeitung zieht der Trainer des 1. FC Köln sein Fazit des Trainingslagers in Velden am Wörthersee. Und das fällt durchweg positiv aus. „Wir sind auf einem guten Weg”, fast der 42-jährige Trainer seine Eindrücke zusammen.

Die Zeit in Velden geht zu Ende. Sind Sie mit dem Verlauf des Trainingslagers zufrieden?

Soldo: Wir haben gutes Wetter, guter Bedingungen gehabt. Mit der Arbeit hier bin ich zufrieden. Aber es gibt bis zum ersten Spiel in Dortmund noch einiges zu tun. Wir werden in der nächsten Zeit nicht mehr so hart trainieren, die Spieler müssen jetzt spritziger werden.

Woran müssen Sie denn jetzt noch gezielter arbeiten?

Soldo: Einiges gefällt mir noch nicht, aber das sollte man nicht zu hoch hängen. Wir haben noch zu viele Ballverluste, was allerdings normal ist, weil die Spieler müde sind. Das ist auch typisch für diese Phase Vorbereitung.

Wie weit ist Ihr Kader in der Vorbereitung?

Soldo: Wir haben Samstag und Sonntag drei schwere Trainingseinheiten absolviert. Ich wollte sehen, wie die Mannschaft reagiert, wenn sie in solch einem Zustand spielt. Und sie hat sich gut präsentiert, war zu 90 Prozent konzentriert beim Test gegen Timisoara. Ich war zufrieden. Wir sind auf einem guten Weg.

Mit Maniche und Christopher Schorch haben Sie zwei neue Spieler bekommen. Sind Sie jetzt mit der Zusammensetzung des Kaders zufrieden oder hätten Sie noch gerne einen weiteren Neuen bis zum Saisonstart?

Soldo: Wir arbeiten daran, dass wir noch einen offensiven Allrounder kriegen. Wir müssen uns genau überlegen, was wir tun. Ich habe schon vorher gesagt, dass wir keinen Fehler bei den Transfers machen dürfen.

Wie sieht es mit Novakovic aus, der eine feste Größe in Ihrem Konzept war und jetzt möglicherweise erst einmal ausfällt?

Soldo: Okay, ich habe es schon öfters gesagt. Er muss geduldig sein. Es ist mir lieber, er fällt ein paar Spiele aus, als die ganze Vorrunde. Er hatte jetzt seine Abschlussuntersuchung, kommt Freitag zurück und steigt dann ins Mannschaftstraining ein.

In den Testspielen konnte man den Eindruck gewinnen, dass Sie Ihre Stammformation gefunden haben, sieben bis acht Spieler gesetzt sind . . .

Soldo: Ja, das stimmt. Ich wollte trotzdem noch einige Dinge ausprobieren.

Wo haben Sie denn noch Testbedarf?

Soldo: Das werden wir jetzt am Freitag gegen Bayern sehen, was wir noch verbessern müssen.

Aber man konnte den Eindruck gewinnen, defensiv stehe die Mannschaft. Luft nach oben gebe es aber im Offensivverhalten.

Soldo: Ja, ja, in dieser Richtung müssen wir etwas machen. Das geht nicht über Nacht.

Da erwarten Sie doch einiges von Maniche.

Soldo: Mit ihm haben wir einen sehr guten Spieler bekommen. Er kann uns im Mittelfeld sehr viel helfen.

Als Achter?

Soldo: Er hat in der Nationalmannschaft auf dieser Position gespielt, bei Atletico Madrid aber als zweiten Sechser. Und wenn wir mit zwei Sechsern spielen, dann muss einer offensiver sein. Und wir haben bisher nur Spieler gehabt, die defensiv orientiert waren. Petit defensiv, Maniche etwas weiter vorne, das könnte klappen.

Welche Rolle spielt Christopher Schorch in Ihren Planungen?

Soldo: Er ist ein Perspektivspieler, der Innen- oder Rechtsverteidiger spielen kann. Schorch ist U 20-Nationalspieler und ein Riesentalent. Ihm gehört die Zukunft bei uns auf der Position des Rechtsverteidigers.

Damit ist die Suche für diese Position beendet.

Soldo: Ja. Aber wenn sich da plötzlich unerwartet etwas auftut, können wir reagieren.

Können Sie mit ihrem Kader das System spielen, das Ihnen vorschwebt. Mit einer Raute im Mittelfeld?

Soldo: Nein, wir dürfen nicht zu viel auf einmal ändern.

Wie klappt es denn mit der Zusammenarbeit im neuen Trainerstab?

Soldo: Wir sprechen täglich miteinander. Nach jeder Trainingseinheit treffen wir uns, analysieren sie. Die Kommunikation ist sehr gut.

Wie läuft das ab? Alle sagen etwas, und am Ende entscheiden Sie?

Soldo: Ja, ich will, dass jeder seine Meinung sagt. Dann entscheide ich.

Gilt das auch für die Mannschaft? Diskutieren Sie mit der, wollen Sie auch eine mündige Mannschaft?

Soldo: Selten. Wenn ich mit einem Spieler diskutieren will, suche ich das Vier-Augen-Gespräch. Aber wenn ich vor der Mannschaft rede, dann gibt es keine Diskussion.

Sie legen großen Wert auf Regeln und Disziplin. Ist das bei der Mannschaft angekommen?

Soldo: Ich glaube schon. Aber ich will daraus kein großes Thema machen, weil das für mich eine ganz klare Sache ist.

Sind nicht öfters die kleinen Dinge, die ein so sensibles Gebilde destabilisieren?

Soldo: Das ist nicht nur bei einer Fußball-Mannschaft so, sondern gibt genau so gut für eine Firma. Jeder muss sich an gewisse Regeln halten, damit das ganze klappen kann.

Sie sind seit knapp einem Monat in der Vorbereitung. Können Sie Ihre Vorstellungen durchsetzen?

Soldo: Das werden wir sehen. Ich will, dass die Spieler Verantwortung übernehmen auf dem Platz und keine Angst vor Fehlern haben.

Entsprechend haben Sie die Trainingseinheiten auch gestaltet...

Soldo: Ja, wir arbeiten Fußball-spezifisch. alle diese Dinge kann man auf dem Platz machen.

Bei ihnen gibt es im Training keine Unterbrechung, wenn mal Hütchen aufgestellt werden, beispielsweise.

Soldo: Ich hatte in meiner Karriere viele Trainer und habe mir von einigen etwas abgeschaut. Ich habe mit vielen Mitspielern diskutiert.

Von wem haben Sie am meisten gelernt?

Soldo: Von Felix Magath. Wir haben viel miteinander diskutiert und gesprochen. Wir waren auch nicht immer gleicher Meinung, haben Dinge oft unterschiedlich gesehen. Trotzdem habe ich von ihm das meiste mitgenommen.

Aber nicht das Treppensteigen in der Vorbereitung.

Soldo: Nein, das nicht. Es gibt verschiedene Wege, die zum Ziel führen. Unserer führt nicht über Treppen. Jeder muss selbst seinen Weg finden.
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