Köln - Solbakken kritisiert „Power der Medien”

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Solbakken kritisiert „Power der Medien”

Von: fla
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Redebedarf: Lukas Podolski wil
Redebedarf: Lukas Podolski will Kölns Kapitän bleiben, sein neuer Trainer Stale Solbakken sieht keinen Grund zur Foto: imago/Gepa

Köln. Wenn weit und breit keine Probleme in Sicht sind, die Sommerpause ungewöhnlich ruhig verläuft und es keinen Grund gibt, sich die Vorfreude auf die neue Saison nehmen zu lassen, ja dann sorgt man halt selbst irgendwie für negative Schlagzeilen. Frei nach dem Motto: Wird schon klappen. In Köln klappt das ausgezeichnet.

Eigentlich könnte sich der FC entspannt auf die kommende Bundesliga-Saison vorbereiten, mit Neuzugang Sascha Riether (vom VfL Wolfsburg) und dem aus Dänemark zugezogenen Trainer Stale Solbakken so etwas wie Aufbruch-Stimmung erzeugen. Gerade vor dem Testspiel am Samstag gegen Arsenal London (15.30 Uhr), das ein richtiger Gradmesser vor dem Pokalauftakt in der kommenden Woche sein könnte. Wie gesagt, könnte.

In Köln geht es in diesen Tagen, nach der Rückkehr aus dem Trainingslager am österreichischen Walchsee, oberflächlich betrachtet um eines: die Frage nach dem Kapitän 2011/12 und ob dieser auch weiterhin Lukas Podolski heißen wird. Der sagt: „Freiwillig stelle ich mein Amt bestimmt nicht zur Verfügung.” Solbakken interessieren solch bockigen Aussagen herzlich wenig, er will seine Entscheidung frühestens heute bekanntgeben.

Mehr als 40.000 Zuschauer werden erwartet, alle Augen dürften sich beim Einmarsch auf den ersten Spieler des FC, der die Mannschaft aufs Feld führt, richten. Es dürfte eine richtungsweisende Entscheidung werden. „Vielleicht ist der Kapitän auch der Kapitän im Pokal”, gibt sich der dänische Trainer (noch) bedeckt. Der 43-Jährige sagt dann aber noch: „Ich muss noch zwei, drei Gespräche führen.” Mit wem? Geromel, dem neuen, und Podolski, dem abgesetzten Kapitän? Oder nur mit Podolski, dem die Binde nach eigener Aussage „gut tut” und er sie deswegen auch behalten darf?

Keine Frage, das Theater um die Binde beherrscht die Schlagzeilen, so sehr, dass der Express dem Thema unter der Woche eine Titelseite widmete und von einem „gefährlichen Spiel mit Podolski” sprach. Solbakken hält den 26-Jährigen seit drei Wochen hin.

Das ist aber nur die eine Seite, die Frage nach der - wie Torwart Michael Rensing ein bisschen abfällig äußerte - „Schulterklappe”. Viel mehr geht es aber um einen Wandel der „Kultur in Köln”, wie es der neue Trainer Solbakken ausdrückt. Er will mit dem Kölschen Klüngel, der gefährlichen Kölner Öffentlichkeit aufräumen. „Ich weiß, dass die Presse hier sehr stark ist”, sagte er der Süddeutschen Zeitung. „Aber ihr hattet hier zu viel Power in den letzten zehn, 15 Jahren.” Das sitzt, Solbakken setzt noch in seinen ersten Wochen im Rheinland ein Ausrufezeichen.

Keine Unruhe mehr?

Ob dem „Neuen” bewusst ist, in welches Fahrwasser er gerät, insbesondere falls sich der Erfolg nicht sofort einstellt? Frank Schaefer, der beliebte Trainer der vergangenen Saison hatte sich mehrfach enttäuscht darüber gezeigt, dass interne Dinge aus der Kabine beim Kölner Boulevard landeten und gab schließlich entnervt auf. „Wichtig ist”, sagt Lukas Podolski, „dass von außen keine Unruhe reinkommt.” Podolski selbst braucht offensichtlich den Seelen-Frieden, um Leistung zu bringen. Nach Schaefers Demission fiel er leistungsmäßig sichtbar ab. Und falls er nicht Kapitän bleibt?

Am Samstag kommt Arsenal London. Gegen Cesc Fabregas, Robin van Persie und Co. könnte es ein Fußballfest werden. Wie gesagt, könnte.
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