Mönchengladbach - Relegationsplatz ist das letzte Ziel für Schaefers Elf

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Relegationsplatz ist das letzte Ziel für Schaefers Elf

Von: Roman Sobierajski
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Noch der beste Kölner, doch a
Noch der beste Kölner, doch auch hier machtlos: FC-Keeper Michael Rensing kassiert das 0:3 durch Marco Reus. Foto: Horstmüller

Mönchengladbach. „Ich nehme was mit aus diesem Spiel, auch wenn das Ergebnis eine andere Sprache spricht”, bewertete FC-Trainer Frank Schaefer die 0:3-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach nach zwei Standard-Gegentoren und einer herausragenden Einzelleistung von Marco Reus, der die Kölner Innenverteidigung aussehen ließ wie die Fliegenpilz-Gruppe im Waldorf-Kindergarten.

„Es sind die kleinen Dinge, die wir mitnehmen, die Ansätze im Spiel, die Körpersprache der Spieler.” Der Blick seiner Akteure schweift schon Richtung Relegation, für die Christian Eichner nur noch „Berlin und uns als Kandidaten” sieht. „Solange wir nicht punkten, müssen wir aber überhaupt nicht auf die anderen schauen. Wir müssen sechs Punkte holen, um dann das Duell gegen Düsseldorf zu erreichen.”

Wenig erreicht hat Schaefer allerdings durch die beiden zurückgekehrten Slawomir Peszko und Milivoje Novakovic, die sein Vorgänger Stale Solbakken suspendiert hatte. Peszko leistete sich ein ums andere Mal Zuspiele zwischen Zaudern und Schaudern, bevor er in der 57. Minute durch seine Auswechslung erlöst wurde, Novakovic beging bei beiden Freistößen, die dem 1:0 (19./Juan Arango direkt) und 2:0 (53./Tony Jantschke per Kopf nach Vorlage Marco Reus) vorausgingen, das Foul in Strafraumnähe.

Dass der finale Treffer erneut nur zwei Minuten nach Wiederanstoß fiel, wollte Schaefer nicht in die Abteilung „Kollaps” oder „Köln-Syndrom” verbucht wissen. „Die Reaktion der Mannschaft war, dass sie nach dem ersten Gegentor wieder ins Spiel gekommen ist. Und der Doppelschlag war keine Auflösungserscheinung der Mannschaft in dieser Phase, sondern resultierte aus dem Freistoß.”

Tatsächlich hatte der FC kurz vor und nach dem Seitenwechsel seine besten Momente - und sogar Torchancen: Novakovic verlängerte kurz vor dem Wechsel eine Ecke von Christian Clemens per Kopf, und Martin Lanig verpasste knapp (37.). Nach Doppelpass mit Lukas Podolski stand Clemens dann selbst frei vor Gladbachs Keeper ter Stegen, der mit einer überragenden Reaktion die Chance vereitelte (48.).

Eine „Chance”, die viel über seine Stimmungslage verrät, hatte noch Lukas Podolski in der 83. Minute: Einen direkten Freistoß auf halber Höhe an der rechten Strafraumseite wollte der Nationalstürmer aufs Gladbacher Tor dreschen - und traf mit voller Wucht die gegenüberliegende Werbebande an der Seitenlinie.

1:15 Tore lautet die Kölner Bilanz aus den letzten vier Derbys. Wobei das miserable Torverhältnis ohnehin die größte Last ist, die die Kölner Mannschaft im Kampf um den Relegationsplatz mit sich trägt. „Auch wenn wir ein Torverhältnis von minus 30 haben, können wir die Bundesliga nicht einstellen. Wir müssen bis zum Schluss alles geben”, gab Christian Eichner erst Einblicke in seine Gedankenwelt und ließ dann die offizielle (Außen-)Darstellung folgen.

Anders herum schilderte Rechtsverteidiger Miso Brecko die gleiche Lage: „Natürlich müssen wir nun gegen Stuttgart gewinnen, aber wenn man so eine Serie hat, wie wir jetzt, dann wird es sehr, sehr schwierig.”

Unbeirrbar optimistisch bleibt in dieser düsteren Situation allein Frank Schaefer, doch der 48-Jährige würde wohl auch am Tag des jüngsten Gerichts noch ein Konditionstraining ansetzen, um alle Chancen zu nutzen: „Wir haben es immer noch selbst in der Hand, über drei oder fünf Spiele den Klassenerhalt zu schaffen.”
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