Radjabali-Fardi: Aachens Neuzugang trifft auf seine Hertha

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Radjabali-Fardi: Aachens Neuzugang trifft auf seine Hertha

Von: Christoph Pauli
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Muss wegen eines Kreuzbandrisses operiert werden: Aachens Fußballprofi Radjabali-Fardi. Foto: Andreas Steindl

Ein paar Stunden nachdem Shervin Radjabali-Fardi sein erstes Tor für Alemannia erzielt hatte, reagierte auch die Stadt. Sie schickte einen Mitarbeiter mit einer gelben Grußkarte für den Neu-Aachener los. Schnell war der dunkle Kleinwagen in der Innenstadt mit dem Nummernschild B - SF 9105 gefunden. (Am 17. Mai 1991 wurde SF an einem Freitag in Berlin geboren.) Der städtische Gruß wurde vielleicht etwas lieblos hinter den rechten Scheibenwischer geklemmt, aber die Nachricht hat den Adressaten natürlich erreicht.

Es sind aufregende Zeiten für den jungen Profi, nicht nur wegen seines ersten Knöllchens in Aachen. Er hat gerade seine ersten sechs Pflichtspiele bei den Profis erlebt, darunter eine interessante Begegnung mit den Außerirdischen des FC Bayern, seinen ersten Treffer gefeiert, und nun schaut am Samstag noch Hertha BSC vorbei.

Mehr Berliner als Shervin Radjabali-Fardi kann man gar nicht sein, dort geboren, aufgewachsen, fußballerisch groß geworden. Folgerichtig gehört er natürlich schon seit 2004 dem Hauptstadtklub an, bis Mitte 2012 ist er an die Talentschmiede von Aachen verliehen. Vorerst. Alemannia besitzt zudem eine Kaufoption für den Linksrechtsverteidiger.

Der Abschied von Hertha und dem Trainer Markus Babbel fiel nicht so schwer zu Jahresbeginn. „Ich hatte dort keine richtige Mannschaften”, sagt er. „Trainiert habe ich oben, gespielt habe ich unten. ” Unten war die Regionalliga Nord, in der Hertha II unterwegs ist. „Ich wollte dieses Hickhack nicht mehr.”

Fritz-Walter-Medaille

Radjabali-Fardi ist hoch dekoriert, durchlief alle deutschen Auswahlmannschaften von der U15 bis zur U20, zudem erhielt er schon zweimal die Fritz-Walter-Medaille (2008 und 2010 in Bronze), mit der der DFB die besten Leistungen in drei Altersklassen honoriert. Doch zu Einsätzen im Ligaalltag reichte es in Berlin nie. Lustigerweise ließen ihn die Berliner zweimal im Uefa-Cup gegen den FC Nistru Otaci von der Leine, ehe er wieder in Liga 4 „angekettet” wurde.

In der Vorbereitung war er wieder ein paar Wochen bei den gerade abgestiegenen Profis unterwegs, ehe ihn Babbel aussortierte. „Ein Trainer steht auf dich, der andere nicht”, sagt Radjabali-Fardi lapidar. Der Trainer vermisste seinen „unbedingten Willen”. Natürlich will er Herthas Coach heute vorführen, dass er sich in seinem Urteil geirrt hat. „Ich will es allen zeigen, darf aber nicht übermotiviert sein”, drosselt er sich selbst vor dem Anpfiff.

Die Anpassung in Aachen war nicht sonderlich schwierig. In der jungen Mannschaft war der junge Mann schnell willkommen. Der aggressive Verteidiger ist schnell ins Team gerutscht. „Ich wusste, dass ich dieses Niveau gehen kann”, meint der Neuling. Vermutlich sei es ein Vorteil, dass er aus einer großen Stadt und einem großen Klub komme, sagt der 20-Jährige. „Bei Hertha wurde jedes Jahr gesiebt, ich habe mich immer durchsetzen müssen.”

Bei Babbel tauchte er nicht unter den 20 besten auf, in Aachen hat er sich schnell einen festen Platz in den „Top 10” gesichert. Aachens Trainer Peter Hyballa verwendet viel Energie für das Talent. Für ihn ist er der „beste Linksverteidiger” seines Jahrgangs.

Nur hat Radjabali-Fardi sein Talent als bester Linksverteidiger seines Jahrgangs in Aachen noch nicht zeigen können. In den ersten Wochen wurde er fast überall eingesetzt, nur nicht auf seinem Ausbildungsplatz.

„Hertha wird die drei Punkte verschmerzen”

Dort spielt Timo Achenbach seine vielleicht beste Saison in Aachen, was seine Lage in den laufenden Verhandlungen nicht verschlechtert. Einerseits. Andererseits hat er nun zum ersten Mal seit Jahren ernstzunehmende Konkurrenz auf seiner Position, was die Lage für den Klub in den laufenden Verhandlungen nicht verschlechtert. Radjabali-Fardi hat das torlose Hinspiel als Tribünengast erlebt, beim Rückspiel in Aachen sitzt dort nur die eigene Familie. Die Berliner Leihgabe wird im linken Mittelfeld auflaufen, vermutlich spielt er dort gegen seinen Freund Patrick Ebert.

Radjabali-Fardi hätte keine Probleme, wenn der Tabellenführer mit einem „Knöllchen” aus Aachen heimreisen würde. „Ich denke, Hertha wird die drei Punkte verschmerzen. Die steigen trotzdem auf.”
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