Köln - Podolski und das Portugiesen-Problem

Podolski und das Portugiesen-Problem

Von: Günter Kirschbaum
Letzte Aktualisierung:
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Der Trainer und sein Star: FC-Coach Zvonimir Soldo hat bislang wenig Freude an Lukas Podolski. Foto: imago/Sven Simon

Köln. Sie hatten sich so viel vorgenommen und dann in der Nachspielzeit alles versemmelt. Am Tag nach der 2:3-Niederlage zum Rückrundenstart der Bundesliga saß der Stachel der Enttäuschung tief beim 1. FC Köln. Der Frust war fast mit Händen zu greifen, als Zvonimir Soldo die Profis am Montag zum Auslaufen bat.

„Die Mannschaft hat viel investiert und ist dafür nicht belohnt worden”, sagte der Cheftrainer. „Jetzt müssen wir die Spieler wieder aufbauen. Das ist schwer nach solch einem Spiel.”

Die mentale Wiederbelebung seines kickenden Personals ist nur ein Teil der Aufgabenliste, die Soldo aufzuarbeiten hat. Der Kroate muss noch einige Brandherde innerhalb des Kaders löschen. Im Mittelpunkt steht dabei Lukas Podolski. Die Formschwäche des Nationalstürmers, die schon seit seiner Rückkehr vom FC Bayern nach Köln andauert, könnte das gesamte Projekt gefährden. Im Team hat er seinen Platz noch nicht gefunden. „Poldi”, der bisher nur als Gallionsfigur des FC-Trikotsponsors sein strahlendes Lächeln zeigt, droht zu einer Belastung für die Mannschaft zu werden.

So nahm die Kölner Offensive beispielsweise gegen Dortmund erst Schwung auf, als Soldo seinen Problemfall nach einer knappen Stunde vom Feld nahm. „Rückenprobleme” - so die einmütige Erklärung von Trainer und Spieler. Was bei den Beobachtern allerdings einen faden Beigeschmack hinterließ. Zu deutlich war Podolski die Verstimmung anzumerken.

„Ich kann besser spielen”, lautete der Kernsatz von Podolskis Eigenanalyse auch nach diesem Spiel. Bleibt die Frage, was Soldo mit einem Stürmer in dieser Verfassung anfangen soll. Viel Freude an dem „Lustspieler” (Manager Meier) hatte der Trainer bisher nicht. Beim Auslaufen fehlte der 24-Jährige. Er wurde bei Dr. Peter Schäferhoff wegen seiner Rückenprobleme, die ein leichter Bandscheibenvorfall vor zwei Wochen hervorgerufen hat, behandelt. Podolski hat einen furiosen Fehlstart ins WM-Jahr hingelegt.

Soldos zweites großes Problem ist das Portugiesen-Duo Petit und Maniche. Die beiden aus der „goldenen Generation” sollten das Herzstück des FC-Mittelfeldes sein, sie sollten den Takt angeben. Doch seit Monaten produzieren sie nur Dissonanzen.

Petit befindet sich seit einem Jahr im Leistungstief, Maniche ist offenbar noch gar nicht richtig in Köln angekommen. Vermutlich hat ihm der Schuss von Kevin Großkreutz, den er zum BVB-Siegtreffer abfälschte, dabei auch nicht sonderlich geholfen.
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