Mönchengladbach - Nur „Iceman” Mike Hanke findet den Dosenöffner zum Sieg

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Nur „Iceman” Mike Hanke findet den Dosenöffner zum Sieg

Von: Bernd Schneiders
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Überflieger: Mike Hanke und M
Überflieger: Mike Hanke und Marco Reuss helfen entscheidend mit bei Gladbachs Wiederauferstehung. Foto: imago Team 2

Mönchengladbach. Es tat sich Sensationelles im Borussia-Park. Weniger, weil sich der überwiegende Teil der gut 49.000 Zuschauer wie die Schneekönige über eine Niederlage von Christoph Daum und seine Frankfurter Eintracht freuten.

Viel mehr, weil der 2:0-Sieg des 1. FC Köln statt wie üblich mit Pfiffen mit frenetischem Jubel quittiert wurde. Erst kommt das Fressen und dann die Moral, erst kommt der Klassenerhalt und dann die Rivalität. Und so wird nicht einmal der ultraste Ultra dafür plädieren, per Schnell-Antrag bei der DFL die Schützenhilfe der Domstädter abzuweisen. Erst recht nicht, da die eigene Mannschaft mit dem 2:0 über den SC Freiburg, dem dritten Zu-Null-Sieg in Folge, nicht nur auf fremde Mächte vertraut hatte.

„Schön, dass Köln gewonnen hat. Das sagt man ja nicht oft oder gerne”, grinste Mike Hanke. Das nächste Etappenziel ist erreicht, Borussia Mönchengladbach steht zum ersten Mal seit dem 8. Spieltag nicht mehr auf einem direkten Abstiegsplatz. Am Samstag beim Hamburger SV zumindest die Relegation zu erreichen, hat die Favre-Mannschaft nun in den eigenen Händen bzw. Füßen.

Weit weniger sensationell als die temporäre Liebe für den FC war zuvor die sportliche Leistung der Elf vom Niederrhein. „Das lag vor allem an Freiburg”, beteuerte Lucien Favre, der seine Warnungen bestätigt sah. „Sie waren sehr gut organisiert, sehr aggressiv. Wir haben keine Lösung gefunden und große Mühe gehabt, nach vorne zu spielen”, analysierte der Taktik-Fuchs, dessen Umstellungen während des Spiels nur leichte, aber keine grundlegenden Besserungen brachten.

Zum Leidwesen seines Kollegen. Robin Dutt schüttelte noch lange nach dem Schlusspfiff den Kopf. Erst recht, als er die gedruckten Spieldaten noch warm in den Händen hielt. „Sonst halte ich nicht viel von Statistiken. Aber hier spricht alles für uns - bis auf das Ergebnis”, sah sich der zukünftige Leverkusener Trainer bestätigt, was er zuvor bereits wusste: „Wir waren die bessere Mannschaft.” Doch in der ungefährdeten Tabellensituation der Freiburger, die zu Beginn der Saison als einer der Abstiegskandidaten gehandelt worden waren, kann man auch schon mal gönnen: „Ihr habt Euch das Glück aufgrund der Arbeit der letzten Wochen verdient.” Und um seinen Nettigkeiten die Krone aufzusetzen, verabschiedete sich Dutt von Favre: „Wir sehen uns ganz sicher in der nächsten Saison.”

Der Spezialist

Wenn dem so sein sollte, hat Borussia das einem Mann zu verdanken, der Spezialist für entscheidende Tore im Abstiegskampf zu sein scheint. Auch in der letzten Spielzeit hatte Mike Hanke am 33. Spieltag sein erstes Tor für Hannover 96 erzielt und beim finalen Rettungsakt in Bochum einen weiteren Treffer beigesteuert. Und Samstag erlöste er die mitzitternden Fans und wackelnden Kollegen mit dem Dosenöffner zum Sieg (80.) und legte gleich auch noch mit einem Traumpass auf Marco Reus zum 2:0 nach (82.). „Ich liebe diese Spiele, in denen es um alles geht”, grinste der Blondschopf. Damit unterscheidet er sich von den meisten seiner Kollegen. Denen war neben aller Freiburger Qualität anzumerken, dass sie als Tabellen-17. erstmals auch etwas zu verlieren hatten. „Ich habe bei meinem Schuss nicht nachgedacht”, beschrieb „Iceman” Hanke seine Nervenlosigkeit.

Die stotternde Flachpass-Maschinerie hatte zuvor so manchen Journalisten auf der Pressetribüne aufstöhnen lassen: „Das ist ja wie unter Frontzeck!” Nur die halbe Wahrheit: Inzwischen sind Dante & Co. in der Lage, Geduld und Organisation zu bewahren, selbst wenn fast mehr Pässe den Gegner als den Teamkollegen erreichen. Darauf fiel auch Freiburg rein. Als der SC nach Gelb-Rot für Top­rak (66.) in Unterzahl war, geriet Borussia noch mehr unter Druck. „Anstatt Gladbach sind wir das Risiko eingegangen”, ärgerte sich Dutt über die verstärkte Lust an der Offensive. Genau da setzte Mike Hanke seinen Dosenöffner an. Und niemand anders wäre am Samstag dazu in der Lage gewesen.

Horst Köppel wollte Borussias Chefscout werden

In der letzten Woche pries Horst Köppel seine sportliche Kompetenz noch auf einer Pressekonferenz als Präsidentschaftskanditat der Oppositionsgruppe „Initiative Borussia” an. Zuvor hatte der ehemalige Profi der Borussia seine vermeintlichen Qualitäten auch den Vereins-Verantwortlichen um Präsident Rolf Königs, die er jetzt zu stürzen mithelfen will, angedient. Der fast 63-Jährige klopfte bei Geschäftsführer Stefan Schippers & Co. an und erzählte von Kontakten zur „Initiative”.

Mit dem Verweis auf die Raute in seinem Herzen gestand er, dass er sich aber auch eine Beschäftigung im „Königsreich” vorstellen könnte. Etwa als Chefscout.

Überraschenderweise lehnte Borussia seine Bewerbung ab. Köppel „wechselte” zur Opposition.

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