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Novakovic schießt den FC zum 1:0 gegen Mainz

Von: Günter Kirschbaum
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Köln. Es war eine einzige Szene, die den inneren Frieden wieder herstellte. Lukas Podolski hatte den Ball auf dem rechten Flügel auf Fabrice Ehret durchgesteckt, der umkurvte zwei Abwehrspieler wie Slalomstangen und bediente Milivoje Novakovic.

Der Kapitän traf in der 42. Minute im Schlüsselspiel gegen den den FSV Mainz 05 und schoss seinen Klub aus den Abstiegsrängen heraus. Der FC hatte seit 167 Tagen wieder einmal ein Bundesliga-Heimspiel gewonnen, weil es das Tor des Tages blieb. Köln und Milivoje Novakovic haben sich wieder lieb.

Dabei hatte FC-Trainer Zvonimir Soldo den Slowenen lange Zeit gar nicht auf dem Zettel. Er hatte die Entscheidung, alles zu riskieren, erst spät getroffen, nach zwei langen Gesprächen mit Novakovic. Mit der Doppelspitze Novakovic und Manasseh Ishiaku sowie Lukas Podolski und Fabrice Ehret als Offensivkräfte auf den Außenbahnen sollten die Mainzer geknackt werden. So offensiv hatte Soldo seine Formation bisher noch nicht aufgestellt. „Wir haben das im Trainerstab besprochen, und dann habe ich so entschieden.”

Der große Gewinner dieses Nachmittags war Milivoje Novakovic. Seit Wochen hatte es um den Torjäger Diskussionen gegen. Intern soll sogar darüber gesprochen worden sein, ihm die Kapitänsbinde abzunehmen. Am Samstag löschte der Slowene diesen Brandherd. „Nova war gut”, urteilte auch sein Trainer. Damit stand Soldo an der Spitze der Novakovic-Befürworter. Etwas tiefer ging Podolskis Eloge auf seinen Partner.

„Es ist wichtig, einen solcher Stürmer zu haben, zumal es bei uns nicht viele Alternativen zu ihm gibt”, befand der Nationalspieler. „Jetzt ist er fit und hilft der Mannschaft.” Und Vorbereiter Ehret sagte: „Der Nova der letzten Saison ist zurück.” Es war jedenfalls ein Auftritt, der alle Diskussionen um den Kapitän beender haben dürfte. „Ich hoffe, dass meine Fitness jetzt reicht. Zusammen können wir noch mehr Siege schaffen”, blickte der Angreifer nach vorn.

Novakovic genoss seine sportliche Wiedergeburt am Rhein. Erst als sich das Stadion schon geleert hatte und es draußen schon dunkel wurde, kam der 30-Jährige aus der Kabine. „Ich glaube, perfekter kann eine Woche nicht sein”, war er mit sich und der Welt zufrieden. Siege mit der slowenischen Nationalelf in der WM-Qualifikation in der Slowakei und San Marino und der Dreier gegen Mainz - sein Leidensweg ist offenbar zu Ende.

So wichtig der Erfolg gegen Mainz auch war, so konnte er doch nicht verdecken, wo die Schwächen im FC-Spiel liegen. Ohne den gesperrten Maniche im Mittelfeld wird in der Schaltzentrale nur gearbeitet statt gestaltet. Der Mangel an kreativer Qualität ist greifbar. „Für die Zuschauer war es kein gutes Spiel”, räumte auch Podolski ein. „Es gab kaum Torchancen, kaum gute Szenen, in unserer Situation war es sehr wichtig, die drei Punkte einzufahren. Es ist schön, wenn man da unten weg ist.”

Lange hielten sich die FC-Profis nicht mit dem ersten Heimsieg der Saison auf. Sie befassten sich zeitnah zum Abpfiff mit dem kommenden Samstag, dem Derby bei Borussia Mönchengladbach. „Es müssen weitere Siege folgen”, fordert Podolski eine Serie. „Schon in Mönchengladbach müssen wir Erfolg haben.” Und Christopher Schorch weiß auch, wie es klappen könnte: „Da werden wir mit breiter Brust hinfahren und zeigen, dass wir das Spiel gewinnen wollen.” Ein fitter Novakovic und der erste Heimsieg haben das Kölner Selbstwertgefühl offenbar steil ansteigen lassen.
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