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Nicht nur die Bundesliga jagt Holtby

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:
Alemannia Aachen / Lewis Holtby
Kleiner Spieler, große Leistung: Seit dem Spiel gegen Nürnberg ist der Marktwert von Lewis Holtby deutlich gestiegen. Er selber würde gerne in Aachen bleiben. Foto: imago/Thomas Zimmermann

Aachen. 20.155 lautete die offizielle Zuschauerzahl beim 6:2-Sieg der Alemannia über den 1. FC Nürnberg. Nicht mitgezählt sind dabei die Scouts von Energie Cottbus, dem VfL Bochum, Hamburger SV, Bayer Leverkusen, 1. FC Köln, Schalke 04, Hannover 96, VfL Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach, PSV Eindhoven, Feyenoord Rotterdam, Arsenal London und Manchester United, die sich für diese Zweitliga-Begegnung angemeldet hatten.

Und ein ganz heißer Kandidat: Werder Bremen. Nach Informationen unserer Zeitung erfüllt Lewis Holtby genau die Kriterien, die Trainer Thomas Schaaf an die Verpflichtung eines neuen Spielers knüpft: quirlig, schnell und kreativ.

Zu sehen gab es genug in der Partie gegen Nürnberg, auch weil ein 18-Jähriger auf dem Platz eine Leistung zeigte, die exakt seinem Profil auf der Homepage seines Beraters entspricht. Die Selbst-Beschreibung „Exzellente Technik, gutes Auge für den tödlichen Pass, sehr torgefährlich, dribbelstark, schlägt gefährliche Flanken und Freistöße”, kann man angesichts zweier Tore und einer Freistoß-Vorlage gegen den Club blank unterschreiben. Und auch das Persönlichkeits-Profil „Absoluter Teamplayer, sehr professionelle Einstellung zum Sport, ehrgeizig, zielstrebig und loyal” dürfte keinen Interessenten ernsthaft abschrecken.

Eine Situation, in der sich Michael Noack, Berater von Lewis Holtby, beruhigt zurücklehnen kann, auch wenn Alemannia Aachen, als aktueller Verein des U19-Nationalspielers, bislang nur einen aus Noacks Sicht eher halbherzigen Versuch unternommen hat, das Riesentalent über den 30. Juni 2010 zu binden. „Im November haben Geschäftsführer Frithjof Kraemer und Erik Meijer ein Angebot unterbreitet, das unannehmbar war”, meint der 30-Jährige zu der Offerte. „Ich finde, Lewis hat es verdient, wie ein richtiger Zweitliga-Spieler bezahlt zu werden und nicht wie ein A-Jugendlicher.”

November 2008, das war die Zeit, in der Jörg Schmadtke schon mit seinem Hund spazieren ging und Andreas Bornemann noch nicht im Amt war - und auch noch nicht abzusehen war, wann die Vakanz in der sportlichen Leitung beendet sein würde. Nach dem ersten Vorstoß hat die Alemannia allerdings bislang keinen zweiten Anlauf mehr unternommen. „Wir hatten das Gespräch mit dem Berater aufgenommen, um bestimmte Eckpunkte zu setzen und Perspektiven abzustecken”, bestätigt Geschäftsführer Frithjof Kraemer. „Die ganze Angelegenheit hat sich dann etwas verlaufen, weil das Thema mit dem neuen Sportdirektor nicht mehr in der Hand von Erik Meijer und mir war.”

Das Objekt der Begierde nimmt die Aufregung erst einmal ziemlich gelassen. „Natürlich möchte ich so schnell wie möglich Erste Liga spielen”, meint der 18-Jährige selbstbewusst, der in der vergangenen Saison meist dann eine tragende Rolle im Team spielte, wenn es um den Transport von Bällen oder Getränken ging, „und natürlich am liebsten mit Alemannia. Ich fühle mich wohl hier, komme mit einem Lächeln zum Training und fahre mit einem Lächeln wieder.”

Verhandlungen mit dem eigenen Verein und interessierten Bundesligisten überlässt Holtby seinem Berater, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. „Für mich ist Fußball wichtig, und dass wir mit Aachen unsere Ziele erreichen. Es ist zwar ein schönes Gefühl, dass sich viele Scouts für mich interessieren, aber ich gehe davon aus, dass in nächster Zeit Sportdirektor Bornemann auf uns zukommt, und dann schauen wir, was sich ergibt.”

Das Ergebnis könnte schnell vorliegen, meint Berater Noack: „Andreas Bornemann ist auf uns zugekommen, und für diese Woche ist ein Gespräch avisiert. Alemannia bleibt unser erster Ansprechpartner.” Auch Andreas Bornemann blickt den Gesprächen gelassen entgegen: „Es kommt einfach darauf an, eine vernünftige Basis zu finden, die gemeinsame Arbeit fortzusetzen.”
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