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Mutter Matmour kocht ihren Sohn wieder fit

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Wieder fit und tatendurstig: Karim Matmour, Mönchengladbachs Africa-Cup-Rückkehrer. Foto: imago/MIS

Mönchengladbach. Er galt als einer, den man nach 90 Minuten Fußball noch immer mit dem Lasso einfangen muss: Karim Matmour, Borussia Mönchengladbachs Dauerläufer und -sprinter. Doch der algerische Stürmer stieß durch die Strapazen beim Africa-Cup an seine Grenzen. Schonzeit im Februar: Michael Frontzeck ließ Matmour nicht einmal mit nach Mainz reisen.

Am Freitag gegen den 1. FC Nürnberg aber sitzt der 24-Jährige wieder auf der Bank.

Ist das Trainingslager in der Pommesbude beendet?

Matmour: Pommesbude?

Ja, Pommesbude, Fastfood-Tempel - Michael Frontzeck hat Ihnen doch verordnet, auch gewichtsmäßig wieder zuzulegen.

Matmour: Ich fühle mich wieder gesund, topfit und frisch.

Sie hatten zwei Kilo verloren.

Matmour: Ja, der Stress und der Druck waren schon sehr groß.

Sind die Kilos denn wieder drauf?

Matmour: Ja, normalerweise esse ich jeden Tag Reis, Fleisch und Gemüse. Jetzt aber habe ich mehr Fettes gegessen. Pizza und so.

Also Pizzeria statt Pommesbude?

Matmour: Nein, meine Mutter ist extra aus Straßburg gekommen, um für mich zu kochen.

Sind Sie enttäuscht, dass Sie jetzt nur im Kader sind, aber nicht von Anfang an spielen?

Matmour: Nein, der Trainer trifft seine Wahl. Entscheidet danach, was in seinen Augen das Beste für die Mannschaft ist. Und das muss man respektieren.

Aber Sie hatten vor dem Africa-Cup ja auch einen Stammplatz ...

Matmour: Es gibt keine Stammplätze. Die Besten müssen spielen. Dafür musst du jede Woche im Training zeigen, dass du besser bist als die anderen.

Bereuen Sie denn, zum Africa-Cup gefahren zu sein?

Matmour: Nein, auf keinen Fall. Es ist immer etwas Besonderes, für sein Heimatland zu spielen. Und ich habe viel gelernt, viel Positives mitgenommen, viel Erfahrung gesammelt. Schließlich war das mein erstes großes Turnier.

Aber auch eine negative Erfahrung gemacht: Gegen den späteren Meister Ägypten, dem Sie in der WM-Qualifikation noch den K.o. versetzt haben, sind Sie im Halbfinale ausgeschieden.

Matmour: Ja, wir sind ausgeschieden. Aber das lag nicht am Fußball.

Woran denn?

Matmour: Jeder hat gesehen, was passiert ist. Vielleicht darf man gegen den dreimaligen Afrika-Meister nicht gewinnen.

Wie meinen Sie das?

Matmour: Es sind komische Sachen passiert. Wir konnten nicht gewinnen. Das gleiche Gefühl habe ich schon in Kairo gehabt, als wir in der WM-Qualifikation das Rückspiel verloren haben und dadurch ein Entscheidungsspiel notwendig wurde.

Also waren Sie im Endspiel Ghana-Fan, die dann aber doch gegen Ägypten verloren haben?

Matmour: Nein, das habe ich mir gar nicht angeschaut. Ich war viel zu enttäuscht und sauer, dass wir ausgeschieden sind, und habe jegliches Interesse verloren.

Also nicht einmal Ghana die Daumen gedrückt?

Matmour (grinst): Öhhh - nee ... Ägypten ist eine Mannschaft wie jede andere. Allerdings haben sie nach dem Spiel gegen uns nicht verdient, Meister zu werden. Aber ich will nicht schlecht über sie reden. Das wäre wie Kindergarten.

Haben Sie denn Ihre Mannschaft am Sonntag in Mainz gesehen?

Matmour: Ja, aber nur im Fernsehen. Schade, nach der ersten Halbzeit hätten wir schon das Spiel für uns entschieden haben müssen.

Denken Sie denn, dass Borussia trotz allen Optimismus´ noch unten reinrutschen kann?

Matmour: Das Spiel gegen Nürnberg ist unglaublich wichtig. Es kann schnell in beide Richtungen gehen. Deshalb können wir mit einem Sieg eine Weiche stellen.

Lieben Sie denn den Schnee?

Matmour: Nicht so sehr. Aber ich beiße immer auf die Zähne.

Sind Ihnen Angola-Bedingungen lieber als Schnee und Eis?

Matmour: Auf jeden Fall. Ich spiele lieber bei 40 Grad als bei minus zehn. Bei sibirischen Temperaturen blockieren meine Beine. Bei 40 Grad muss ich nur viel trinken - dann geht´s wieder weiter.

Ist zu befürchten, dass Sie am Freitag auf der Bank einfrieren?

Matmour: Auf keinen Fall. Es wird ja bestimmt ein ganz heißes Spiel werden. Und wenn ich dann eingewechselt werde, ...

Beim 1. FC Nürnberg entscheidet sich erst kurzfristig, ob Raphael Schäfer (Fleischwunde) im Tor steht oder Ersatzmann Alexander Stephane. Mönchengladbachs Aufstellung wurde bereits am Donnerstag von Michael Frontzeck verkündet: Bailly - Jantschke, Brouwers, Dante, Daems - Meeuwis, Bradley - Reus, Arango - Bobadilla, Colautti
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