Mönchengladbach - Mönchengladbachs „typisch untypischer” Holländer

Mönchengladbachs „typisch untypischer” Holländer

Von: Bernd Schneiders
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Mönchengladbach. Marcel Meeuwis scheint etwas Besonderes zu sein. Einmal sportlich: „Marcel ist ein typisch, untypischer Holländer”, beschreibt Sportdirektor Max Eberl Borussia Mönchengladbachs ersten Neuzugang für die kommende Saison.

„Typisch, weil er unglaublich ballsicher ist, ein gutes Auge hat und Fußball spielen kann. Untypisch, weil er aggressiv im Zweikampf ist, was für einen niederländischen Sechser ungewöhnlich ist.” Meeuwis, dessen Ablösesumme im nicht stillschweigenden Einvernehmen der Medien auf 1,5 Millionen Euro festgelegt wurde, erhielt einen Dreijahresvertrag und soll Tomas Galasek ersetzen. Der 36-Jährige Pannenhelfer aus Tschechien wird nach dem letzten Saisonspiel wohl seinen Abschied aus der Bundesliga verkünden.

Doch Meeuwis ist nicht nur sportlich ungewöhnlich. Der Mann von Roda Kerkrade erklärte sich bereit, auch in der 2. Liga für Borussia zu kicken. Anders als Oguchu Onyewu, im Sommer ablösefreier Innenverteidiger von Standard Lüttich, der seinen Wechsel zum Borussia-Park von der Klassenzugehörigkeit abhängig macht.

Überzeugungstäter Meeuwis: Der Begriff passt auch auf Max Eberl, denn der ehemalige Profi, der in der Saison vom Jugend-Chef zum Sportdirekor aufstieg, präsentierte dem Niederländer bei den Gesprächen seinen Plan und seine Vorstellungen von dem, was in den nächsten Jahren in Mönchengladbach sportlich passieren soll. Meeuwis erkannte, dass er in einer recht jungen, entwicklungsfähigen Mannschaft einen wesentlichen und wichtigen Part übernehmen konnte. Das sportliche Konzept überzeugte, den Realitätssinn des Umworbenen beeinträchtigten die Ausführungen des Managers nicht. „Wenn Borussia drin bleibt, wovon ich fest ausgehe, werden wir wohl auch im nächsten Jahr um den Klassenerhalt spielen.”

Die Entscheidung steht heute an. Fast zeitgleich kämpft Meeuwis mit seinem Noch-Verein in den Relegationsspielen um den Verbleib in der Ehrendivision. Solche will Gladbach im Heimspiel gegen Borussia Dortmund unbedingt verhindern. Und Trainer Hans Meyer kämpft hartnäckig darum, Selbstzweifel bei seinen Profis trotz der 0:5-Klatsche am vergangenen Samstag in Düsseldorf gegen Bayer Leverkusen erst gar nicht aufkommen zu lassen. „Die letzten zweieinhalb Spiele haben wir überragend gespielt, das war eine fantastische Leistung der Jungs.”

Nun sollten sich Daems & Co. heute gegen die um den Einzug in den Uefa-Pokal kämpfenden Dortmunder nicht unbedingt auf halbe Sachen kaprizieren. Die Einstellung aus Düsseldorf, die etwas freudetrunken ob der Siege zuvor zu sehr aufs Mitspielen ausgerichtet war, sollte in eine wieder mehr kampfbetonte Spielweise modifiziert werden. Hilfreich dabei sein könnte die Erfahrung aus dem Hinspiel. Dort agierte die Klopp-Truppe auch nicht mit Wattebäuschchen, was vor allem Youngster Toni Jantschke schmerzhaft zu spüren bekam. Der Mittelfeldspieler musste nach einem Ellbogencheck von Jakub Blasczykowski mit Nasenbeinbruch ausgewechselt und ins Krankenhaus gebracht werden. Dadurch verpasste der 19-Jährige die anschließende Israel-Tour.
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