Mike Hanke überholt Harvard Nordtveit

Von: Bernd Schneiders
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Hier noch Konkurrenten: Mike Hanke zieht an Gladbachs Jan-Ingwer Callsen-Bracker vorbei. Foto: imago/Sven Simon

Mönchengladbach. Und dann gelang Mike Hanke kurz vor Jahresschluss noch ein spektakuläres Überholmanöver: Eigentlich wartete die halbe bis viertel Fußball-Welt darauf, dass Borussia Mönchengladbach den ersten defensiven Neuzugang verkündet.

Doch dann preschte Hannovers Stürmer an Harvard Nordtveit vorbei und unterschrieb einen Tag nach dem Pokal-Aus bei 1899 Hoffenheim einen Vertrag bis 2013. Nanu, die dank 47 Gegentoren als Schießbude der Liga geschmähte Mannschaft wird vorne verstärkt? Zäumt Sportdirektor Max Eberl das Fohlen von vorne auf?

Die zeitliche Abfolge ist reiner Zufall, der Kontrakt mit dem 20-jährigen Defensiv-Multitalent von Arsenal London ist so gut wie fix, es fehlen nur noch Formalien. Aber die Geschehnisse auf und neben dem Platz machten für den Tabellenletzten auch ein Nachbessern im offensiven Bereich zwingend.

Die Zukunft von Raul Bobadilla und Mo Idrissou ist ungesichert, berechenbare sportliche Größen können beide aus unterschiedlichen Gründen für die Rückrunde nicht mehr sein.

Hanke bringt zwar wenig Schnelligkeit, dafür aber den Killerinstinkt im Strafraum mit, den Hoffnungsträger Igor de Camargo nur bedingt besitzt: Der Brasilianer bevorzugt die Position eines Schattenstürmers.

Hanke aber zeigte beim Sieg Hannovers im Borussia-Park mit seinem Ausgleichstreffer zum 1:1, wie gefährlich er sein kann. „Hätte ich damals schon gewusst, dass ich in der Winterpause zu Borussia wechsle, hätte ich das Tor lieber nicht erzielt”, verkündete er „reumütig” nach seiner Vertragsunterschrift.

Sollte der Ex-Schalker gesund bleiben, könnte seine besondere Motivation Gladbach profitieren lassen. Der 27-Jährige will unbedingt wieder Fußball spielen und akzeptiert dafür auch ein geringeres Gehalt als bei den 96ern.

Hanke, Nordtveit und noch ein gestandener und bundesligaerfahrener Innenverteidiger (Martin Stranzl/Spartak Moskau?): Damit und den Rückkehrern Dante und Roel Brouwers soll das Problem gelöst sein, das Michael Frontzeck wochenlang vermied auszusprechen, da er auf Spieler wie Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Sebastian Schachten angewiesen war: Qualität!

Ein Talent, ein Stürmer und ein etablierter Innenverteidiger: Das hört sich nicht nach dem großen Wurf an. Speziell die Position vor der Abwehr hinterlässt noch reichlich Fragezeichen.

Gladbach setzt auf dieser neuralgischen Position auf die Jugend: auf fremde mit dem 20-jährigen Allrounder Nordtveit und den lediglich zwei Jahre älteren Roman Neustädter, der seine Sechser-Sache in den letzten beiden Spielen recht ordentlich gemacht hat. D

ie Chance, dort einen neuen verlängerten Arm des Trainers zu installieren, konnte nicht genutzt werden. Thorben Marx, eigentlich von Michael Frontzeck dazu von Bielefeld nachgeholt, ist damit in der jetzigen Not-Situation überfordert.

Neben den Neuen und den Rückkehrern benötigt der Tabellenletzte dringend eine schöpferische Pause. Nach den Toren zum 2:1 für den HSV und dem 2:0 in Hoffenheim war die psychische Angeschlagenheit von Daems & Co. spürbar.

Die Auszeit ist dringend notwendig, allerdings auch extrem kurz bis zur vermeintlichen „mission impossible”: „Viele der sogenannten Experten haben uns abgeschrieben”, sagt Frontzeck. Klingt kämpferisch.
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