Lösch-Taste bleibt unberührt

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Ernste Miene zum zuletzt „bösen” Spiel: Mönchengladbachs Trainer Michael Frontzeck. Foto: imago/T-F-Foto

Mönchengladbach. Er hatte das prophezeit. „Wir werden irgendwann auch mal wieder einen Rückschlag erleben”, schrieb Michael Frontzeck allen Journalisten - die es hören wollten - in die Steno-Blöcke.

Wenn er denn gerade mal wieder mit Lob überschüttet wurde für seine Mönchengladbacher Mannschaft. „Und dann ist plötzlich wieder alles schlecht.” Den Rückschlag hat´s gegen Borussia Dortmund gegeben. Beim 0:3 war nicht viel von dem zu sehen, was Bobadilla & Co. sich in den letzten Wochen erarbeitet hatten. Trotz dieses Wissens aber reagiert der Gladbacher Trainer mit nur unvollkommen unterdrücktem Zorn auf die veröffentlichen Schmähungen. Speziell der Begriff „Auswärtsschlaffis” treibt ihn innerlich auf die Palme.

Vor zwei Wochen kam Robin Dutt mit einer völlig verunsicherten Freiburger Mannschaft in den Borussia-Park - und holte überraschender Weise einen Punkt. Weil der SC-Trainer in der Trainings-Woche zuvor den „Reset-Knopf” gedrückt und für die Aufstellung nur die Trainingseindrücke zur Grundlage gemacht hatte.

Frontzeck aber wehrt sich dagegen, all die positiven Dinge zu löschen. Und wer ihn verstehen wollte, konnte auch schon am letzten Samstag wissen, dass er in puncto erste Elf für das Spiel am Samstag gegen den VfL Wolfsburg nicht den Sensenmann spielen würde. Nur in Sachen Fehlleistung zeigte die Niederrhein-Borussia vor 80.000 Zuschauern eine geschlossene Mannschaftsleistung. Also pickt sich Frontzeck für die Aktion Wiedergutmachung keinen als Sündenbock heraus. Er stellt sich nach wie vor vor seine Mannschaft, spricht ihr das Vertrauen aus und hatte es auch nicht nötig, sich als großer Peitschenschwinger aufzuspielen. Der Ex-Profi gehört zum einen nicht zu den Eitlen seiner Gilde. Zum anderen lag das Problem in Dortmund nicht am mangelnden Willen. „Die Abstände waren einfach zu groß”, sagt er. Damit war auch das sehr wohl gezeigte Verschieben sinnentleert, denn sogar in Unterzahl durften die Dortmunder Angreifer fast ungestört kombinieren - und letztlich auch treffen.

Der personelle Kehraus also fällt flach. Auch wenn Frontzeck die - theoretischen - Möglichkeiten aufzählt: „Blutauffrischung oder der Mannschaft vertrauen, die es in den letzten drei Heimspielen gut gemacht hat.” Wenn personelle Änderungen, dann entspringen sie taktischen Überlegungen. So ist Rob Friend mit seiner Kopfballstärke, gerade auch in der Defensive, mehr denn je eine Option. Der Kanadier hat einen Einsatz am ehesten verdient, auch ohne die veröffentlichte Unterstützung seines Beraters. Allerdings wird ihm „Prophet” Frontzeck sicherlich warnen, dass zwischen dem veröffentlichten Status als Retter und dem des Versagers oft nur eine Woche liegt.

Voraussichtliche Aufstellung: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Bradley, Meeuwis - Reus, Arango - Bobadilla, Colautti (Friend)


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