Lanigs Treffer ist der Türöffner

Von: Günter Kirschbaum
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Kölner Dreigestirn beim ersten Jubeltanz: Martin Lanig feiert sein Schulter-Tor zum 1:0 mit Ecken-Schütze Lukas Podolski und Fabrice Ehret (rechts). Foto: Reiner Dahmen

Köln. Ovationen für Lukas Podolski, ein Bekenntnis der Fans zu Frank Schaefer und „Meier-raus-Rufe” für den Manager. Beim mühsamen 3:0 (0:0)-Erfolg des 1. FC Köln in der 2. Runde des DFB-Pokals vor nur 24.500 Zuschauern gegen den Zweitligisten 1860 München demonstrierte der Anhang des Bundesliga-Tabellenletzten ein feines Gespür für die Vorgänge, die sich derzeit am Rhein abspielen.

Auch FC-Präsident Wolfgang Overath kann diese Zwischentöne auf der Tribüne nicht überhört haben.

In den letzten Minuten der Begegnung entrollten die Fans auf der Südtribüne ein Transparent, auf dem zu lesen war: „Geduld haben - Wort halten - der Geißbock braucht einen guten Schaefer”. Dieses Bekenntnis zu Frank Schaefer wird dem neuen Trainer an seinem 47. Geburtstag gut getan haben. Denn er musste lange zittern, ehe seine neuformierte Elf das Spiel im Griff hatte.

„Wir hatten 60 Minuten lang große Probleme”, war Schaefer nach dem Abpfiff schnell entspannt. „Es lag ein großer Druck auf der Mannschaft, da kann niemand erwarten, dass wir von der ersten Minute an Traumfußball spielen.”

Der bisherige Coach der U23 hatte dem FC wieder ein 4-2-3-1-System verordnet. Mit Milivoje Novakovic als Stoßstürmer und Podolski dahinter. Es war „Novas” erste Nomierung für die Startelf seit dem 2. Spieltag beim 2:4 in Bremen. Danach war die Reservebank sein Stammplatz.

Es dauerte lange, bis sich Schaefers Umstellung in einer Begegnung allenfalls auf durchschnittlichem Zweitliga-Niveau auswirkte. Der Türöffner war Martin Lanigs Treffer in der 58. Minute, als er einen Podolski-Eckball mit der Schulter ins Münchener Tor beförderte. Die einzige Kölner Chance bis zu diesem Zeitpunkt hatte ebenfalls Lanig. Doch er traf aus zwölf Metern nur die Latte (37.).

Vor der Kölner Führung hatten die „Löwen” zwei Mal die Chance, den stark verunsicherten Erstligisten noch tiefer in die Krise zu stürzen. Benjamin Lauth scheiterte aber jeweils am guten FC-Schlussmann Miro Varvodic (44. und 56.). „Wenn du solche Chancen hast und kein Tor machst”, trauerte 1860-Trainer Reiner Maurer diesen Szenen nach, „dann kannst du nicht gewinnen.”

Mit der Führung im Rücken wurden die Gastgeber ruhiger. „Bis dahin hat man gemerkt, dass wir durch die Negativserie in der Bundesliga stark verunsichert waren. Danach ging ein Ruck durch die Mannschaft”, taxierte Lanig den Wert seines Treffers. Die „Löwen” machten danach auf und fingen sich zwei Konter. Podolski bediente Novakovic, der aus kurzer Distanz das 2:0 erzielte (79.). Den doppelten Schlusspunkt setzte „Poldi” selbst. Zunächst erzielte er das 3:0 (83.), dann provozierte er die Münchener Fans, die Feuerzeuge nach dem Stürmer warfen, und sah für diese Aktion Gelb.

„Er sollte einmal sein Gehirn einschalten. Er hat es bei einer 3:0-Führung doch gar nicht nötig, unsere Fans zu provozieren und die Stimmung anzuheizen”, schrieb im „Löwen”-Angreifer Lauth ins Stammbuch. Podolski war uneinsichtig, wollte von einer Provokation nichts wissen. „Ich habe nicht provoziert”, sagte der Nationalspieler, den die Fans bei seiner Auswechslung 120 Sekunden vor dem Ende enthusiastisch feierten. „Ich will auch nicht über Provokationen und solche Dinge reden, sondern nur übers Spiel.” Sprach es und beendete das Interview. Podolski sorgte wieder einmal für den Kontrapunkt.
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