Kölns bunter Vogel setzt sich eine Frist

Von: Günter Kirschbaum
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Will sich auf Sicht durchsetze
Will sich auf Sicht durchsetzen: Kölns japanischer Verteidiger Tomoaki Foto: imago/T-F-Photo

Köln. Er ist der bunte Vogel in Stale Solbakkens Kader. Tomoaki Makino ist beim 1. FC Köln für den Spaßfaktor zuständig und kommt häufig in coolen, schrägen Klamotten daher. Doch in absehbarer Zeit ist für den achtfachen japanischen Nationalspieler Schluss mit lustig.

„Ich habe mir ein Jahr lang Frist gegeben, mich hier durchzusetzen”, sagt Makino. „Aber dass meine Leidenszeit so lange dauert, hätte ich nicht gedacht.” Auch am Sonntag (15.30 Uhr), wenn die Bundesligapartie gegen den FC Augsburg angepfiffen wird, dürfte der 24-Jährige seinen Stammplatz auf der Ersatzbank wieder eingenommen haben.

Die selbstauferlegte Frist ist bald abgelaufen. „Ich bin Profi”, denkt er laut über seine Situation am Rhein nach, „und da zählt immer nur das, was du auf dem Platz zeigst. Ich brauche Spielpraxis, auch als Nationalspieler.” Seit Januar ist Tomoaki Makino in Köln. Sportdirektor Volker Finke, drei Wochen vor dem 24-Jährigen vom FC unter Vertrag genommen, holte den Abwehr-Allrounder nach Köln. „Mit Herrn Finke hatte ich schon in Japan Kontakt, sagt Makino, der im Sommer 2007 sein Profidebüt bei Sanfrecce gegeben hatte. „Hier in Köln haben Herr Finke und ich leider wenig Zeit, miteinander zu sprechen.”

Tomoaki Makino bleibt höflich und formuliert zurückhaltend. In den zehn Monaten beim 1. FC Köln absolvierte er ein Spiel von Beginn an. Am 29. Januar brachte ihn der damalige Trainer Frank Schaefer bei der 0:3-Niederlage beim FC St. Pauli in der Innenverteidigung. „Ich habe mich gewundert, wie schnell in der Bundesliga gespielt wird”, gab Makino anschließend zu Protokoll.

Der „Intensiv-Spieler”, wie sein Trainer Stale Solbakken den Japaner charakterisiert, hat sich mittlerweile an das Tempo gewöhnt. Das bewies er bei seinem einzigen Einsatz in dieser Saison. Gegen Hannover kam er in der 56. Minute ins Spiel, nachdem sich die Rechtsverteidiger Miso Brecko und Andrezinho verletzt hatten. Bei der folgenden Partie in Dortmund (0:5) fand sich Makino erneut in der zweiten Reihe wieder. „Ich lasse trotzdem den Kopf nicht hängen und will mich jeden Tag im Training zeigen”, ist der 1,82 Meter große Japaner weit davon entfernt zu resignieren.

In langen Telefonaten diskutiert er seine Lage mit einem anderen japanischen Bundesliga-Profi. Tomoaki Makino und BVB-Star Shinji Kagawa sind Freunde, die in der Ferne zusammenhalten. „Shinji findet es auch schade, dass ich nicht so viele Einsatzminuten bekomme”, sagt Makino. „Aber er macht mir auch Mut.”

Dennoch wächst Makinos Ungeduld, obwohl er sich wohlfühlt. Er liebt die Stadt und hat sich im Zentrum am Neumarkt einquartiert. Den Wohlfühl-Faktor der rheinischen Metropole schätzt er. Von hier aus bricht er oft auch nach Düsseldorf und in die Niederlande zu ausgedehnten Shopping-Touren auf, „mein Hobby”.

Zielpunkt Rückrunde

Also arbeitet er weiter konzentriert daran, spätestens in der Vorbereitung auf die Rückrunde den Trainer zu überzeugen, dass er in die Stammelf gehört. Gelingt ihm das nicht, lässt Tomoaki Makino durchblicken, sind seine Tage in Köln gezählt. Und der FC würde wohl seinen bunten Vogel verlieren.
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