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Kölner Albtraum in der Puppenkiste

Von: Günter Kirschbaum
Letzte Aktualisierung:
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Roter Regen: Nationalstürmer Lukas Podolski verlässt in der 60. Minute nach einer roten Karte den Platz. Er sollte nicht der letzte bleiben: Am Ende spielten die Nordrhein-Westfalen nur noch mit acht Mann gegen Augsburg. Foto: dpa

Augsburg. Ein Verein und eine Stadt hatten einen Traum. Berlin, wo das Finale im DFB-Pokal ausgetragen wird, so hieß das Fernziel, das der 1. FC Köln über die Etappe FC Augsburg anzusteuern gedachte.

Doch am Vorabend von Weiberfastnacht durchlebten die „Geißböcke” einen Albtraum in der Puppenkiste und zogen am Ende mit hängenden Köpfen deprimiert von dannen. Augsburg hatte sich im Viertelfinale des DFB-Pokals gegen am Ende acht Kölner mit 2:0 (1:0) durchgesetzt und darf sich über eine Zusatzeinnahme von zwei Millionen Euro freuen. Adil Chihi (30.) sah vor 30.660 Zuschauern Rot, Lukas Podolski und Petit Gelb-Rot.

Die drei Feldverweise bestimmten auch nach dem Abpfiff die Diskussionen. „Wir haben viel im Vorfeld über dieses Spiel gesprochen”, sagte Kölns Trainer Zvonimir Soldo. „Uns war klar, dass wir uns nicht provozieren lassen dürfen. Wir haben so viele erfahrene Spieler, dass uns so etwas einfach nicht passieren darf. Deswegen haben wir verdient verloren.” Podolski schüttelte stellvertretend für die drei Sünder den Kopf. „Ich habe für ein Foul Gelb gesehen und dann den Daumen nach oben gereckt”, schilderte der Stürmer die Situation. „Zum Pokalspiel gehören nun mal Emotionen.”

Auf dem verschneiten Rasen des Augsburger Kühlschranks dauerte es nur gut 120 Sekunden, da waren alle guten Vorsätze der Kölner schockgefrostet. Pierre Womé schlief selig, ließ Marcel Ndjeng in den Strafraum passen, Pedro Geromel und Youssef Mohamad hatten Michael Thurk völlig aus den Augen verloren - der Top-Torjäger donnerte die Kugel zum 1:0 in den Kasten.

Der nächste Schock ereilte die Kölner knapp 28 Minuten später. Schiedsrichter Thorsten Kienhöfer hatte nach einer Attacke von Youssef El-Akchaoui gegen Adil Chihi schon auf Freistoß für die Gäste entschieden, dann soll sich Chihi eine Tätlichkeit geleistet haben. Der FC-Marokkaner sah die Rote Karte. Die TV-Bilder widerlegten den Schiedsrichter allerdings. „Das war überhaupt kein Foul”, war auch Soldo anderer Meinung als Kienhöfer.

Was sich die Kölner auf dem Platz mühevoll aufgebaut hatten, war dahin. Und fast wäre die Geschichte in der Fuggerstadt schon Sekunden vor der Pause endgültig gelaufen gewesen, doch Dominik Reinhardt nagelte die Kugel aus 20 Metern an die Latte. Chancen hatte Soldos Team in Durchgang eins nur zwei. Maniche legte den Ball knapp am langen Pfosten vorbei (12.), und Milivoje Novakovics Freistoß parierte Augsburgs Keeper Simon Jentzsch (28.).

Trotz Unterzahl schickte Soldo nach dem Wechsel eine offensivere Formation aufs rutschige Feld. Kevin Pezzoni blieb in der Kabine. Der Trainer brachte Zoran Tosic. Und als diese Maßnahme keine nachhaltige Wirkung zeigte, kam in der 60. Minute auch noch Lukas Podolski. Soldo riskierte nun alles.

Ein paar Minuten später war der Nationalstürmer schon wieder draußen. Nach einem Foul sah „Poldi” Gelb, das folgende Reklamieren war zu heftig - Gelb-Rot. Und dann erwischte es auch noch Petit. In der 85. Minute sah auch der Portugiese Gelb-Rot.

Am Ende konnten acht Kölner dann den endgültigen Pokal-K.o. nicht verhindern. Nando Rafael markierte das 2:0 (87.). Der Zweitligist war der Chef auf dem Platz und kämpfte sich nach denkwürdigen 90 Minuten ins Halbfinale. Berlin bleibt zumindest in dieser Saison für die Kölner nur ein Traum.
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