Aachen - Karlsruhe ist wichtiger als Bayern

Karlsruhe ist wichtiger als Bayern

Von: Klaus Schmidt
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Aachen. Der Rest war Formsache. Schon am Freitagmorgen hatte Sergiu Radu Termin zum Medizincheck, wenig später trainierte der ehemalige Stürmer von Energie Cottbus erstmals mit den neuen Kollegen.

Schließlich traf auch die Spielerlaubnis ein, Radu gehört am Samstag (13 Uhr) gegen den Karlsruher SC zum Kader von Alemannia Aachen. Der Rumäne führte sich mit warmen Worten ein: „Ich werde alles geben für den Verein und denke, dass ich mit meiner Erfahrung helfen kann. Ich hoffe, dass wir hier Großes erreichen.”

Eindringlicher Hinweis

Kurzfristig wäre Alemannia schon mit einem Sieg gegen einen Abstiegskandidaten geholfen. „Wenn wir nicht punkten, gäbe es ein böses Erwachen”, ahnt Chefcoach Peter Hyballa. Karlsruhe ist wichtiger als der Pokalknaller vier Tage später gegen den FC Bayern, „die Liga zählt mehr”, sagt Thomas Stehle. Darauf hätten die Trainer noch mal „eindringlich hingewiesen. Wir freuen uns auf die Bayern - aber ein richtiges Thema werden die erst ab Sonntag.”

Thomas Stehle, das ist etwas untergegangen bei all den Geschichten über die zuletzt von Union Berlin verprügelten „Straßenkötern”, zählt zu den Entdeckungen der Saison. Eigentlich ist der 30-Jährige eine Wiederentdeckung: 16 Monate, von Dezember 2008 bis April 2010, war der Verteidiger außer Betrieb. Nach seinem Knorpelschaden im linken Knie, einer Verletzung, die manchen Fußballprofi schon die Karriere gekostet hat, feierte Stehle ein kaum für möglich gehaltenes Comeback. „Ich habe noch nie in meiner Laufbahn so viele Spiele am Stück gemacht”, und wenn nichts dazwischen kommt, dann wird er am Saisonende 31 Liga-Einsätze vorweisen - absoluter persönlicher Rekord.

Als die Vorbereitung unter Peter Hyballa und Eric van der Luer begann, „mit Einheiten von zweieinhalb Stunden, da habe ich schon gedacht: Hoffentlich macht das Knie das auch mit. Aber ich habe es gut verkraftet.” Es gibt keine Anzeichen eines Rückfalls, Stehle ist topfit. Kleinere Blessuren resultieren schon mal aus dem Training, wie in dieser Woche: „Juvhel Tsoumou ist mir zwei Mal dermaßen in die rechte Seite gerannt... An dem tut man sich immer weh.” Die „Axt” steckt ein: „Die großen Zehen dunkelblau eingefärbt, das Sprunggelenk geprellt.” Aber nichts, was einen Einsatz heute gefährden würde.

Nicht nur nach eigener Einschätzung hat Stehle „eine gelungene Hinrunde gespielt”. Berater Kalle Pflipsen und dessen ehemaliger Alemannia-Mitspieler Erik Meijer sind in Gesprächen über eine Vertragsverlängerung. „Wir werden auf einen Nenner kommen”, sagt Stehle, im siebten Jahr am Tivoli. „Es gibt keinen Grund, sich woanders umzuhören.” Seit seiner Verletzung ist der Abwehrspieler „ruhiger geworden und gelassener. Ich lasse mich nicht verrückt machen”, vor allem nicht mehr im Spiel. „Ich kann Situationen besser einschätzen, und ein Foul ist nicht immer die beste Lösung.” Da haben die Trainer einen schönen Lernerfolg bei einem reifen Profi erzielt - der plötzlich auch in der Spieleröffnung aktiv wird und nicht darauf wartet, dass sich der „Sechser” den Ball bei ihm abholt.

Thomas Stehle ist neben Kapitän Benny Auer und Timo Achenbach einer aus der erfahrenen Gilde. In die nach dem Berlin-Spiel wieder aufgeflammte Diskussion, ob diese Mannschaft nicht noch einen „Drecksack” vertragen würde aus der Kategorie Mark van Bommel, will Stehle nicht einsteigen. „Das ließe sich ja nur beweisen, wenn du so einen hättest. Außerdem sind wir ja schon nach Rückständen zurückgekommen. Die Problematik ist: Wir müssen mal ein Spiel glasklar runterspielen.” Gerne schon heute, und es zählt die Erfahrung aus dem bisherigen Saisonverlauf: „Zwei schlechte Spiele hintereinander haben wir nie abgeliefert.”
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