Mönchengladbach - Ist für Bailly bei den Bayern schon Ostern?

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Ist für Bailly bei den Bayern schon Ostern?

Von: Bernd Schneiders
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Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach stürmt die Allianz-Arena: Das müsste nicht unbedingt ein April-Scherz sein. Es könnte auch Ausdruck der verzweifelten Lage des Tabellenletzten sein. In den letzten sieben Spielen der Saison müsste die Elf von Lucien Favre Sieg an Sieg reihen, um aus einem vermeintlichen Hirngespinst Klassenerhalt noch Realität zu machen.

Ausgerechnet damit aber beim noch amtierenden Deutschen Meister anzufangen? Ausgerechnet in einer Situation, in der sich die Bayern nur noch auf das Ziel Champions-League-Teilnahme konzentrieren können? Ausgerechnet in einem Spiel, in dem die Münchner auf beide „außenseitigen” Superstars, Franck Ribry und Arjen Robben, zurückgreifen können?

Kein Verzicht auf Organisation

„Wir wollen versuchen, das Unmögliche möglich zu machen”, sagt Max Eberl. Lucien Favre aber wird seinen Sportdirektor nicht missverstehen. Die erwünschte Trotz- und Wunderaktion wird nicht am Samstag mit einem Harakiri-Auftritt in der bajuwarischen Metropole eingeläutet. Glücksspiele sind mit dem Schweizer nicht zu machen, er schwört zu sehr auf Organisation und Kontrolle. Also business as usual, wenn der Außenseiter zum schier übermächtigen Favoriten fährt: sicher stehen, auf Fehler lauern, nicht übermütig oder gar zu offen werden. Bei Favre aber gibt es leichte Nuancen für die realistische Spielhaltung: „Nicht zu tief stehen” etwa, „sehr gut und intelligent verteidigen, Fouls vermeiden und nach der Balleroberung gut spielen und den Ball nicht zu schnell verlieren”.

Eine harte Nuss für seine Profis, aber mehr als zuvor steht auch der Schweizer auf dem Prüfstand. Erst während der laufenden Rückrunde geholt, hat Favre durch die Länderspielpause eine Mini-Vorbereitungszeit gewonnen. Und hatte sogar seine Schäfchen bis auf Tony Jantschke, der mit der U21 unterwegs war, alle beisammen. Ausgeschlossen ist es dennoch nicht, das sie am Samstag erneut „Bockmist” machen, wie zuletzt gegen den 1. FC Kaiserslautern. „Das sind alles nur Worte”, kennt der Fußballlehrer die mögliche Kluft zwischen Vorgabe und Umsetzung. Immerhin aber beschreibt er: „Es waren zwei intensive Wochen.”

Wohl auch für Logan Bailly in der Verarbeitung seiner Box-Einlage, die die Niederlage gegen Kaiserslautern besiegelte. Lucien Favre hat sich schon entschieden, ob er dem Belgier oder Christofer Heimeroth eher zutraut, in der zu erwartenden Sturm- und Drangzeit der Bayern zu bestehen. Noch aber will er es nicht verkünden. Gladbachs neuer Trainer hat den Vorteil, dass er sich leichter für Bailly entscheiden kann. Unter ihm hat er nur einmal, wenn auch spektakulär und wahrscheinlich fatal-letal, gepatzt. Ansonsten aber schien der 25-Jährige auf einem guten Weg. München könnte eine Chance für den hoch veranlagten Keeper sein, wenn er sich auf das Spiel konzentriert und seinen Status als Sündenbock verdrängt. Ein Spiel wie geschaffen für eine Wiederauferstehung bereits einige Wochen vor Ostern, das aber zugleich die Gefahr birgt, gänzlich zu zerbrechen.

Auch im Sturm muss sich Favre entscheiden: Igor de Camargo fällt weiter aus, sein Nachfolger Mo Idrissou bot gegen Kaiserslautern eines seiner schwächsten Spiele. Mit einem Stoßstürmer, der nicht in der Lage ist, den Ball zu halten, ist der Plan, den Bayern weh zu tun, nur mehr eine Illusion. Mike Hanke beherrscht die Abschirmung wie das Kombinationsspiel besser. Doch dem Ex-Hannoveraner fehlt die Geschwindigkeit, um die Bayern-Abwehr auch mal eigenfüßig bloßzustellen. Damit läge die Konter-Verantwortung auf den schmalen Schultern von Lückenstoßer Marco Reus. Allzu groß kann aber die Last nicht sein: Alle scheinen Borussia schon abgeschrieben zu haben. Eine Chance für den Tabellenletzten.
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