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„Ich habe nichts gegen Borussia. Das ist reiner Zufall.”

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Turmbau zu Wolfsburg: Gladbachs Keeper Logan Bailly fischt Edin Dzeko den Ball in letzter Sekunde weg. Foto: imago/Ulmer

Wolfsburg. Ein wenig rieben sich die Zuschauer in der ausverkauften Arena von Wolfsburg die Augen. So richtig hatten sie nicht erwartet, dass der Deutsche Meister gegen den aktuellen 17. der Fußballbundesliga zeitweise in echte Bedrängnis kam. Dass die „Wölfe” am Ende mit 2:1 (1:0) gegen die Fohlen siegten, war zwar der allgemein erwartete Ausgang, doch keineswegs das Ergebnis einer schwachen Darbietung der Gladbacher Borussen.

Deren Trainer Michael Frontzeck war zum zu Beginn der Spielzeit favorisierten 4-4-2 System zurückgekehrt, verzichtete zunächst auf „Vielflieger” Juan Arango und den formschwachen Marcel Meeuwis. Dafür konnte erstmals in dieser Spielzeit Kapitän Filip Daems auflaufen.

Alle Überlegungen und Umstellungen wurden fast schon in der 3. Minute ad absurdum geführt, doch Wolfsburgs Edin Dzeko nagelte das Leder mit einem fulminanten Schuss nur an die Latte. Und nach einer guten halben Stunde köpfte der Torjäger an den Pfosten des Gladbacher Gehäuses.

„Bis auf diese beiden Aktionen haben wir allerdings kaum etwas zugelassen”, wies Frontzeck zu Recht auf das ordentliche Defensivverhalten seiner Mannschaft hin. Und im Spiel nach vorne machte man überraschend aktiv mit. „Da waren sehr gute Ansätze dabei, jedoch hat ein Stück weit die Konsequenz gefehlt”, so Frontzeck.

Ein letzter Eckball...

Dennoch hätte es gut und gerne mit einem torlosen Remis in die Pause gehen können, wenn nicht Schiedsrichter Dr. Fleischer eine nicht angezeigte Nachspielzeit gewährt hätte. „Eigentlich war schon Halbzeit”, ärgerte sich Frontzeck über den Unparteiischen, der noch einen Eckstoß für die Gastgeber ausführen ließ.

Alexander Madlung wuchtete den Ball per Kopf in die Maschen, während sein Bewacher Dante vom Kollegen Brouwers über den Haufen gerannt wurde. „Ein schwer zu verdauender Treffer zu einem unmöglichen Zeitpunkt”, meinte Michael Bradley.

Und ausgerechnet durch Madlung, der schon zu Berliner Zeiten bevorzugt gegen Gladbach traf. „Ich habe nichts gegen Borussia, das ist reiner Zufall”, beteuerte der Wolfsburger Riese.

Das wollte Madlung offensichtlich in der 69. Minute unterstreichen. Im Zusammenspiel mit Torwart Benaglio leistete er sich an der Strafraumgrenze ein krasses Missverständnis, von dem Raúl Bobadilla profitierte. Der Argentinier war plötzlich unbedrängt in Ballbesitz, doch anstatt sich zu drehen und das Leder ins leere Tor zu schieben, legte er das Spielgerät mit der Hacke am Kasten vorbei.

Eine unglaubliche Szene, bei der Borussias Trainer Michael Frontzeck schlucken musste, um die Fassung zu wahren. „Den muss er machen, keine Frage. Er hätte mit dem Ball locker ins Tor laufen können. Aber Raúl ist ein junger Spieler, und denen muss man Fehler zugestehen.”

Ein Fehler allerdings, der Borussia Mönchengladbach letztlich das Genick brach und tief in den Tabellenkeller rutschen ließ. Denn trotz aller Bemühungen der Gladbacher wollte der Ausgleich nicht fallen. „Wir hätten hier durchaus einen Punkt verdient gehabt, so Frontzeck. Doch stattdessen markierte Gentner in der Nachspielzeit das 2:0, Bradley gelang im Gegenzug nur noch der Anschlusstreffer.

Die fünfte Niederlage in Folge ist für die Gladbacher Borussen schon annähernd eine solche. „Von der Leistung her war es nach den beiden schlechten Spielen in Freiburg und gegen Dortmund ein erster Schritt. Kaufen können wir uns davon allerdings nichts.”

Sorgen um den erneut verletzten Filip Daems

Michael Frontzeck ärgerte sich über den pünktlichen Abpfiff, noch mehr jedoch über das frühzeitige Ende des Comeback von Filip Daems. Nach einem Duell mit, wie es Frontzeck ausdrückte, „dem Ungetüm Grafite” erwischte es den Belgier erneut am lädierten Knie. „Es ging sehr schnell, plötzlich war da ein stechender Schmerz”, so Daems.

Eine genaue Diagnose steht aus. Noch hoffen alle, dass er nicht wieder lange ausfällt. „Das wäre eine Katastrophe”, so Frontzeck.
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