Köln - Holger Stanislawski darf sich mit dem Aufstieg Zeit lassen

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Holger Stanislawski darf sich mit dem Aufstieg Zeit lassen

Von: Günter Kirschbaum
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Und die Geißbock-Fahne schön
Und die Geißbock-Fahne schön stramm ziehen: Der neue FC-Trainer Holger Stanislawski (links) und „Vize” Toni Schumacher. Foto: Rainer Dahmen

Köln. Im letzten Jahrzehnt wurde bei jeder Trainer-Präsentation des 1. FC Köln eine Menge geredet. Ziele verkündet, Konzepte erklärt, Teamgeist eingefordert. Die Realität hat dabei häufig und manches Mal beängstigend schnell alle hehren Vorsätze gekippt.

Das soll sich nun ändern. Mit dem neuen Trainer Holger Stanislawski und dem wohl neuen Sportdirektor Jörg Jakobs, der in den nächsten Tagen präsentiert werden soll.

Von der Wortgewalt unterschied sich Stanislawskis Vorstellung nicht vor der seiner 16 Vorgänger der letzten elf Jahre. Der 42-jährige Hamburger hat viel zu sagen. Locker und in freundlichem Ton spricht er darüber, wie sich das Klima im Klub zu verändern habe. „Wir müssen ein Team sein”, fordert der Coach, den auch die Spieler Stani oder Holger nennen dürfen. „Die meisten sagen Trainer. Wenn die Spieler Stani oder Holger sagen, habe ich keinen Autoritätsverlust. Ich stelle das den Spielern frei”, betont der Ex-Profi.

Doch soll das kein Hinweis auf Kumpanei zwischen Trainerteam und Kader sein. Daran lässt Stanislawski keinen Zweifel. Er klärt im nächsten Satz auch gleich, dass er von den Spielern „ein bisschen Respekt und Demut für diesen Beruf” erwarte. Er werde mit seinen Assistenten André Trulsen und Klaus-Peter Nemet versuchen „vorzuleben, was es bedeutet, ein Team zu sein”.

Stanislawski befasste sich nicht lange mit der jüngsten Vergangenheit des FC. „Das Entscheidende, wenn man so einen bitteren Abstieg hinter sich hat, ist, wie man wieder aufsteht.” Und da hat der Neue klaren Vorstellungen. Mit den FC-Bossen ist abgesprochen, dass verstärkt Talente aus dem eigenen Nachwuchs ins Team eingebaut werden, eine Mannschaft mit Charakter wächst.

Deshalb, das unterstrich Claus Horstmann, der Vorsitzende der Geschäftsführung, sei der sofortige Wiederaufstieg auch nicht erste Kölner Priorität. „Er darf geschafft werden”, sagte der 47-Jährige. „Wir lassen uns davon aber nicht hetzen.” Wichtiger sei die Nachhaltigkeit. Es geht offenbar erstmals seit Jahren um einen Neuaufbau der Mannschaft, der diese Bezeichnung wirklich verdient.

Über personelle Dinge wollte Stanislawski noch nicht reden. „Wir müssen in den nächsten Tagen noch einmal alles umdrehen”, sagt er. Jedenfalls will der Trainer zur ersten Übungseinheit am 15. Juni einen Kader begrüßen dürfen, der eine Perspektive besitzt. „Es wird sich nicht alles vom ersten Tag an reibungslos entwickeln”, warnt er vor überzogenen Erwartungen. „Aber wir werden alles versuchen, dass wir in die richtige Bahn kommen.”

Den Schluss seiner Präsentation nutzte der neue Chef, seinen Spielern eine eindeutige Botschaft zu übermitteln. „Die sieben Wochen, die wir zur Vorbereitung haben, werden wir sehr intensiv nutzen”, betonte Stanislawski. „Und nicht jeder Spieler wird diese Tage als seine glücklichsten bezeichnen.” Bis zum Zweitligastart soll eine Mannschaft stehen, die „grundsätzlich aktiv und offensiv” spielen soll, „bei aller defensiven Grundstruktur, die man braucht”. Sein Personaltableau will Stanislawski in den nächsten drei Wochen erstellen.

Offen blieb, wie lange sich der 42-Jährige an den FC gebunden hat. „Mittelfristig, für mindestens zwei Jahre”, teilte Horstmann mit. In dieser Zeit will Stanislawski dem Verein neues Leben einhauchen. „Ich glaube, dass diese Stadt, dieser Klub eine unheimliche Wucht haben kann”, glaubt er. „Wenn die Menschen spüren, dass da eine Mannschaft auf dem Platz steht. Also Ärmel hochkrempeln und Taten folgen lassen.”
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