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Hauptversammlung beim FC: Der Liveticker

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tom thelen fc geißbock
Im Einsatz auf der Jahreshauptversammlung des 1. FC Köln: Thomas Thelen. Fotomontage: Horst Thomas

Alle Anzeichen deuten auf einen dramatischen Showdown: Was wird Wolfgang Overath der versammelten Schar von FC-Fans sagen, wenn er Mittwochabend in den Messehallen in Köln-Deutz bei der Jahreshauptversammlung zum Stand der Dinge beim Traditionsclub sprechen wird? Viel Positives wird er nicht berichten können - sportlich befindet sich der FC auf einer erschreckenden Talfahrt, Manager Michael Meier steht längst mit dem Rücken zur Wand. <b>Thomas Thelen</b> war vor Ort für Sie dabei. Hier der Live-Ticker zum Nachlesen.

23.31 Uhr: Ende. Aus. Feuerabend in den Messehallen zu Köln-Deutz. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Es war ein langer Abend. Voller Spannung. Es bleibt dabei: Mit dem 1. FC Köln kann man immer was erleben. Gute Nacht aus Köln!

23.29 Uhr: Fazit: Wolfgang Overath bleibt Präsident. Michael Meier bleibt Manager. Zumindest an diesem Abend. Keiner von beiden hat das überraschende Abstimmungsergebnis zum Anlass genommen, noch heute Abend Konsequenzen zu ziehen.

23.28 Uhr: Die Sache ist durch, der Saal leert sich schnell. Zufrieden geht hier niemand nach Hause. Der FC hat sich an diesem Abend nicht vom Eindruck des totalen Chaos befreien können, diese Veranstaltung wird ein Nachspiel haben.

23.24 Uhr: Versammlungsleiter Neukirch spricht das Schlusswort. Er sagt, dass der Vorstand das Abstimmungsergebnis als ein klares Signal werte, über das man sich Gedanken machen werden müsse. Ist das Signal derer da unten am Ende doch bei denen da oben angekommen?

23.22 Uhr: Es geht munter weiter in der Geschäftsordung, nun wird über das Rauchverbot im Stadion diskutiert . . . Der Dampf ist allerdings jetzt raus hier. Alle stehen noch unter dem Eindruck der historischen Abstimmungs-Schlappe für den Vorstand.

23.16 Uhr: Die Tatsache, dass die Mitglieder dem Vorschlag des Veraltungsrates, dem Vorstand die Entlastung zu erteilen, nicht gefolt sind, hat für das operative Geschäft keine Folgen. Im Klartext: Dies war keine Abwahl des Vorstandes, das nicht! Und doch: Dies war alles andere als ein Vertrauensbeweis für die Clubführung, dieses Ergebnis wird Nachwirkungen haben, sehr sicher. Die Herren auf dem Podium machen keinen glücklichen Eindruck.

23.08 Uhr: Das Abstimmungsergebnis ist eine Ohrfeige für den Vorstand. Dessen Mitglieder zeigen sich indes eher unbeeindruckt. Wer gedacht hatte, Präsident Overath würde noch einmal ans Mikrofon treten und möglicherweise Konsequenzen ziehen, sieht sich getäuscht.

23.04 Uhr: Die Sensation ist perfekt: Die Mitglieder sind dem Verwaltungsrat NICHT gefolgt, sie haben dem Vorstand des 1. FC Köln NICHT das Vetrauen ausgesprochen! Das Abstimmungsergebnis: Für eine Entlastung haben gestimmt: 520 Mitglieder. Gegen eine Entlastung haben gestimmt: 1317! Enthaltungen: 104. Versammlungsleiter Neukirch fährt in der Geschäftsordnung fort. Alle im Saal fragen sich, was das Ergebnis nun für Konsequenzen zur Folge hat. Hier herrscht eine gewisse ratlosigkeit.

22.59 Uhr: Alleine die Tatsache, dass es gerade diese Auszählung gibt, wird unter den Kollegen Journalisten als absolute Sensation gewertet.

22.56 Uhr: Ein Fan war kurz vor der Abstimmung noch einmal ans Mikrofon getreten und hatte die Mitglieder eindringlich aufgefordert, dem Vorstand das Vertrauen nicht auszusprechen. Dieses heftige Statement hat offensichtlich Wirkung gezeigt. Der Vorstand wackelt. Eine derartige Situation hat es bei einer FC-Mitgliederversammlung noch niemals gegeben. Sollten die Mitglieder dem Vorschlag des Verwaltungsrat, den Vorstand zu entlasten, nicht folgen, hätte das nur eine Konsequenz zur Folge: Der Vorstand müsste noch heute zurücktreten! Im Bock-Blog (az-web.de) gibt es morgen eine Analyse dieser Versammlung.

22.52 Uhr: Niemand geht nach Hause, die Spannung ist unerträglich, gleich wird das offizielle Ergebnis der Auszähung, verkündet. Overath, Glowacz und Neukirch sitzen wie gelähmt auf dem Podium. Damit hatten sie dann doch nicht gerechnet. Michael Meier scheint sprachlos. Gerade wird noch gezählt . . .

22.48 Uhr: Dramatik pur: Die Abstimmung über die Entlastung des Vorstands per Handzeichen endet im Chaos! Tumultartige Szenen. Verwaltungsrat Schmitz hat den Mitgliedern die Entlastung vorgeschlagen, wertet das Ergebnis der Abstimmung als positiv und verkündet (voreilig), der Vorstand sei entlastet. Der Saal tobt, die Mitglieder fechten das Ergebnis lautstark an. Kurze Irritation auf der Bühne, dann die Entscheidung: Jetzt werden die Stimmen ausgezählt. Das wird eine ganze enge Angelegenheit für den Vorstand!

22.32 Uhr: Die Worte von Verwaltungsrat Schmitz lassen dann doch aufhorchen, es gibt einen kräftigen Seitenhieb in Richtung Management: "Die Leistungen und die Motivation dieser Mannschaft lassen deutlich zu wünschen übrig. Wenn ich in meinem Unternehmen solche Mitarbeiter hätte, hätte ich ein ernsthaftes Problem." Nur zur Info: Dr. Rolf Martin Schmitz ist RWE-Vorstand.

22.26 Uhr: Bericht des Verwaltungsrates. Es spricht: Herr Dr. Rolf Martin Schmitz. Das scheint die Menschen im Saal nicht sonderlich zu interessieren. Der eine oder andere geht mal vor die Türe. Dieser Bericht gehört nun mal zur Geschäftsordnung eines solchen Abends. Da müssen alle durch. Draußen vor der Türe legt sich ein Mitglied mit einem Ordner an. Der Ordner hat dem Mann befohlen, die Rolltreppe und nicht die normale Treppe zu benutzen. Warum der Ordner das getan hat, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht hat er ja seine Gründe dafür. Der Fan ist aber extrem aufgebracht: "Sind denn hier alle bekloppt?!"

22.16 Uhr: Ein Mitglied geht ans Mikro und erinnert daran, dass man im Anschluss an diese Aussprache die Chance habe, dem Vorstand das Vetrauen zu verweigern! Ist da jemand in Sorge, dass das alles hier am Ende irgendwie verwässert und ohne Konsequenzen bleibt?

22.12 Uhr: Jetzt wird es romantisch, nostalgisch. Ein Fan erinnert daran, dass es im Fußball mal eine Zeit gegeben habe, als die Spieler nach dem Spiel miteinander ausgingen, also echte Freunde waren. Ob es denn im aktuellen Kader solche Freundschaften gebe? Die Frage bleibt unbeantwortet. Man könnte an dieser Stelle die Spieler fragen, doch die sind dummerweise seit 21 Uhr nicht mehr da. Liegen jetzt längst im Bett. Wollen gegen Stuttgart ausgeschlafen sein. Man darf auf die Auswirkungen auf dem Platz gespannt sein.

22.05 Uhr: Dran bleiben, es lohnt sich. Gleich steht die Entlastung des Vorstands auf dem Programm. Noch ist die Kuh nicht vom Eis. Und Meier erntet gerade wieder ein gellendes Pfeifkonzert, weil er sich zu einem Satz hinreißen lässt, den die Menschen im Saal (also die da unten) nur schwer ertragen können. "Dann möchte ich Sie gerne mal belehren . . ." Weiter kommt Meier nicht. Seine Worte gehen unter. Hat der Manager noch nicht mitgekriegt, dass sich die Menschen hier nicht belehren lassen wollen?

21.59 Uhr: Mal was Grundsätzliches, zwischendurch, sehr subjektiv: Zwischen den Menschen auf dem Podium und jenen im Saal herrscht eine Kluft, die unüberwindbar scheint. Schon gar nicht an einem solchen Abend. Die da oben und die da unten reden aneinander vorbei. Es hat nicht den Anschein, als komme das, was die tief bewegten Menschen da unten, denen da oben mitteilen wollen, irgendwie an. Dazwischen liegen Welten! Und im Grunde muss man feststellen: Die da oben fühlen sich auch noch auf den Schlips getreten. Nach dem Motto: Was wollt ihr eigentlich? Macht ihr es doch besser! Das ist die Geschichte dieser Versammlung. Traurig. Irgendwie.

21.50 Uhr: War das ein Strahlen, das dem Einen oder anderen oben am Podium übers Gesicht huschte? Erleichterung? Ein Mitglied ist es nämlich (wohl ganz im Sinne der da oben) offensichtlich leid, er stellt den Antrag, nur noch zehn Wortmeldungen aus dem Saal zuzulassen, man drehe sich doch im Kreis. Versammlungsleiter Neukirch fackelt nicht lange, nutzt die Gunst der Minute und lässt abstimmen. Die Mehrheit will nicht mehr, Antrag stattgegeben. Noch zehn Wortmeldungen. Die haben es in sich, Beispiel gefällig? "Die Leute, die hier unten sitzen, sind intelligenter, als sie alle da oben glauben."

21.43 Uhr: Die Mitglieder wollen sich nicht "abspeisen lassen". Hartnäckig werden immer wieder folgende Themen angesprochen: Wo ist das Konzept? Was passiert mit Trainer Schäfer? Wie lange darf Manager Meier noch weitermachen? Weil diese Fragen nicht immer klar als Fragen formuliert, sondern in Statements gekleidet werden, ziehen sich die Verantwortlichen oft genug ausweihend aus der Affäre, in dem sie darauf verweisen, dass man nur auf Fragen antworten können. Das ist nicht unbedingt fair.

21.38 Uhr: Meier nimmt Stellung zu den Problemfällen Mondragon und Chihi. Der Manager scheint weit davon entfernt, sich selbst als Problemfall anzusehen. Weitere Wortmeldungen aus dem Saal, ein kleiner Junge, sehr mutig: "Ich bin Fan, weil es mein Vater ist. Ich muss mir aber immer nur die alten Geschichten von den großen Erfolgen anhören. Das bin ich leid. Ich will auch mal einen Pokal."

21.29 Uhr: Zwischenfazit: Michael Meier darf reden, sich erklären. Immerhin. Niemand hat ihn bislang von der Bühne geholt. Die Gesichter der 18 oben auf dem Podium haben ich kaum aufgehellt. Das hier kann noch dauern. Es gibt erheblichen Redebedarf. Nur leider nichts zu trinken. Also unten im Saal. Oben auf dem Podium schon. Aber das hatten wir ja schon. Geschenkt.

21.22 Uhr: Jetzt wird es hart. Ein Mitglied empfiehlt dem Vorstand, man möge doch dem Chef-Scout Stephan Engels mal einen Einbürgerungsantrag ausfüllen lassen . . . Jetzt kontert Geschäftsführer Horstmann: "Das ist unter der Gürtellinie, dazu muss man nichts mehr sagen." Einer im Saal erhebt sich wut entbrannt und brüllt Horstmann an: "Sie sind ein arrogantes A . . ." Das Niveau sinkt von Minute zu Minute. Ein Blick in den Saal: Es stehen noch Dutzende an den Mikrofonen. Ob man sie noch zu Wort kommen lassen wird?

21.16 Uhr: Also doch noch, der am meisten kritisierte Protagonist an diesem Abend, Michael Meier, ergreift das Wort. Er räumt Fehler ein, gibt sich selbstkritisch. Doch auch sehr dünnhäutig. Meier ist vorbereitet, rechnet vor, wie viele Spieler in den vergangenen Jahren beispielsweise Borussia Mönchengladbach verpfichtet habe. Der Verweis auf den Liga-Konkurrenten kommt beim FC-Volk alles andere als gut an. Pfiffe. Er wolle nur Fragen beantworten, sagt Meier. Darauf brüllt einer aus dem Saal: "Na gut, wann gehste endlich?"

21.11 Uhr: Jetzt meldet sich endlich auch mal eine Frau zu Wort . . . und lobt den Verein und die Verantwortlichen über alle Maßen. Sie ist tätig in der Nachwuchsarbeit beim 1. FC Köln. Die Begeisterung im Saal über ihre Aussagen tendiert gen unterirdisch.
Pfiffe, vereinzelter Beifall. "Du bist doch eine von denen da oben", ruft einer. Ob jetzt noch eine Frau den Mut hat, den Weg ans Mikro zu finden. Man kann es sich kaum vorstellen.

21.05 Uhr: Bemerkenswert: Versammlungsleiter Neukirch unterbricht die Aussprache, weil Präsidium und Vorstand dem Trainer vesprochen hätten, die Mannschaft gegen 21 Uhr aus dem Saal zu entlassen, da sie sich gewissenhaft auf das Spiel in Stuttgart vorbereiten müsse. Spieler und Trainerstab erheben sich, Neukirch bittet um Applaus ("als Motivation für das Stuttgart-Spiel") und verabschiedet die Mannschaft. Der Beifall im Saal fällt verhalten aus - glückliche Spieler sehen anders aus. Das erinnert mehr an begossene Pudel. Poldi bildet das Schlusslicht. Jedoch: durchaus erhobenen Hauptes. Man kann nur hoffen, dass die Jungs jetzt auch direkt ins Bett gehen.

20.59 Uhr: Neuester Wortbeitrag aus dem Tollhaus 1. FC Köln: "Ich hatte bislang immer gedacht, ich sei Mitglied in einem Karnevalsverein. Das stimmt nur bedingt. Denn ich bin gleichzeitig auch Mitglied in einem Witz-Verein."

20.56 Uhr: Nun steht ein Mann (was sonst?!) am Mikro, der aus dem badischem stammt. Er sei kein KSC-, Stuttgart- oder Hoffenheim-Fan. Nein, er sei seit 1964 stolzer Fan des 1. FC Köln! Und das solle auch so bleiben. Nur mache er sich ernsthaft Sorgen, große Sorgen: "Wenn Herr Meier hier weiter schalten und walten darf wie er will, dann geht das nicht gut." Und dann könne er sich demnächst die 700 Kilometer hin und zurück zu FC-Heimspielen schenken.

20.51 Uhr: Jetzt kocht die Kölner Fan-Seele, Ruhe im Saal sieht anders aus. Ein Mann tritt ans Mikro und schimpft: "Ich kann nur sagen, wenn ich auf ihrem Stuhl säße, Herr Overath, dann wäre ich schon längst abgetreten, weil Sie die Ziele, die Sie sich selbst gesteckt haben, nicht erreicht haben. Danke!" Offizielle Zuschauerzahl an diesem Abend: 3119!

20.43 Uhr: Versammlungsleiter Neukirch pocht darauf, dass die Menschen im Saal doch bitte Fragen stellen und keine Statements abgeben sollten. Die Fans kümmert das wenig, sie lassen sich nichts vorschreiben, was sie hier sagen wollen. Weitere Beispiele: "Der Meier muss weg, dann geht es wieder aufwärts. Das sieht man doch in Dortmund. Seit der Meier da weg ist, sind die wieder top." Und ein anderer Mann (übrigens sind kaum Frauen im Saal, anders als im Stadion!): "Der Meier kauft uns doch nur noch verletzte Typen."

20.43 Uhr: Einer der entscheidenden Momente des Abends: Ein Fan bittet Overath inständig, hier und heute Abend ein klares Bekenntnis zu Trainer Frank Schaefer abzugeben. Viel Beifall! Overath weicht der Frage aus, jetzt schwimmt er extrem. Der Trainer genieße das Vertrauen des Vorstandes. Auf die Forderung des Fans, notfalls mit Schaefer in die Zweite Liga zu gehen, geht Overath nicht ein. Die Mitglieder im Saal spüren, dass diese Worte alles andere als ein klares Bekenntnis sind.

20.39 Uhr: Ein Mann will eine Frage stellen, findet aber kein Gehör, weil das Mikro nicht funktioniert. Neukirch sehr nassforsch: "Sie müssen Sie Frage schon stellen, damit wir eine Antwort geben können."

20.37 Uhr: Jetzt ein junger Mann am Mikro: "Der FC dümpelt seit 20 Jahren vor sich hin. Das sind doch keine neuen Probleme." Tosender Beifall. Und danach ein älterer Herr: "Herr Overath, was hat Sie dazu bewogen, Herrn Meier einen Fünfjahresvertrag zu geben?" Overath: "Ich muss Sie korrigieren, er hat nur einen Vierjahresvertrag." Eine extrem unterkühlte Antwort,die eigentlich keine Antwort auf die Frage ist.

20.31 Uhr: "Das Kartenhaus 1. FC Köln wird zusammenbrechen, wenn der Verein in die zweite Liga gehen muss." Der erste Wortbeitrag aus dem Publikum ist brutal für Michael Meier, eine klare Ansage: Der Manager ist verantwortlich, nicht haltbar! Versammlungsleiter Neukirch funkt dazwischen, will dem Mann am Mikrofon das Wort abschneiden. Das gefällt den Fans im Saal ganz und gar nicht.

20.27 Uhr: Overath sagt: "Der 1. FC Köln liegt mir am Herzen. Ich habe diesen Weg gemeinsam mit Euch eingeschlagen und will ihn auch gemeinsam mit Euch zu Ende gehen." Er kämpfe, er könne den enttäuschten Fans nicht böse sein. Was die Mannschaft auf dem Platz und die Verantwortlichen auf dem Podium (hier zeigt Overath auf seine Mitstreiter) geboten hätten, sei schlecht gewesen. Dann kommt der Präsident schon zum Ende, das war wirklich sehr kurz: "Ich lasse diesen Club nicht im Stich." Beifall im Saal. Und viele rufen: "Meier raus, Meier raus." Overath nimmt Platz. Er scheint für den Moment erleichtert. Doch das könnte schnell vorbei sein, jetzt drürfen die Mitglieder im Saal an die Mikrofone treten.

20.18 Uhr: Prognose: Overath wird weitermachen, nicht zurücktreten. Er wird auch an Meier festhalten, es wird deutlich, dass die Verantwortlichen diese Krise zusammen bewältigen wollen. Das Echo im Saal ist zurückhltend. "Nichts als Phrasen", brüllt jemand. Es hat nicht den Anschein, als wollten sich die Anwesenden im Saal mit dem, was Overath auf der Bühne von sich gibt, zufrieden geben. Hier ist wirklich noch alles drin!

20.13 Uhr: Overath sagt: "Dieser Auftritt fällt mir nicht leicht, das können Sie mir glauben." Die Stimme des Präsidenten wirkt brüchig. Er räumt Fehler ein: "Es ist nicht alles richtig gemacht worden, auch von mir." Und: "Auch Michael Meier hat Fehler gemacht." Jeder, der arbeitet mache Fehler. "Wir sind schließlich alle nur Menschen." Meier habe auch viel im Verein bewegt. Darauf wieder reichlich Pfiffe. Overath: "Ohne Michael Meier hätten wir keinen Lukas Podolski." Zu den aufgebrachten Fans sagt er: "Schreien können Sie später." Wie man mit Meier menschlich umgehe, sei nicht richtig. Overath wirkt dünnhäutig, verweist auf die Sponsoren, die man habe gewinnen können. "Das können Sie ja mal versuchen."

20.12 Uhr: Nun Wolfgang Overath. Auf einer Seite der Halle viel Beifall, stehende Ovationen. Auf der anderen Seite: "Wolfgang raus Rufe." Die Meinungen scheinen weit auseinander zu gehen. Er kündigt eine "relativ kurze Rede an". Was heißt das?

20.08 Uhr: 83 Medienvertreter sind zur Versammlung erschienen, das erlebt selbst der 1. FC Köln nicht alle Tage.

20.04 Uhr: Neukirch drückt auf die Tube, man hat den Eindruck, dass er froh ist, wenn er den sportlichen Bericht der vergangenen Saison abgeschlossen hat. Immer wieder wird er von Gelächter unterbrochen. Der Mann hat es nicht leicht da oben. Die Stimmung ist angespannt. Hier scheint heute Abend alles möglich zu sein. Wolfgang Overath leidet. Man sieht es ihm an. Manager Meier wirkt äußerlich eher gelassen.

19.54 Uhr: Neukirch dankt den geschiedenen Trainern Soldo und Henke. Pfiffe, viele Pfiffe! Vize-Präsident Jürgen Glowacz schüttelt den Kopf, kann die lautstarke Kritik der FC-Mitglieder offensichtlich nicht nachvollziehen. Michael Meier sitzt reglos auf dem Podium, Wolfgang Overath rückt eher nervös auf seinem Stuhl hin und her. Gleich wird er ans Mikrofon treten. Neukirch sagt: "Wir haben das Ziel ausgegeben, in dieser Saison einen gesicherten Mittelfeldplatz zu erreichen." Der ganze Saal lacht. Jetzt kommt man sich vor wie bei der Karnevalsveranstaltung "Lachende Köln-Arena".

19.48 Uhr: Die Gesichter oben auf der Bühne sind wie versteinert. Friedrich Neukirch gibt einen Überblick über die sportliche Situation, erwähnt die schmerzliche Niederlage gegen den Erzrivalen Borussia Mönchengldbach. Gellende Pfiffe! Zwischenrufe: Vorstand raus. Jetzt fallen zum ersten Mal die Namen der neuen Trainer Frank Schaefer und Dirk Lottner, minutenlanger Beifall aus dem Saal, einige Mitglieder erheben sich. Neukirch: "Ich danke Ihnen, das tut gut." Und er sagt es so, als ob die Menschen im Saal gerade ihm Beifall gespendet hätten. Verkehrte Welt.

19.43 Uhr: Für eine Minute herrscht absolute Stille in der Halle, kein Mucks ist zu hören. Zeit für die Ehrung der verstorbenen Mitglieder des 1. FC Köln.

19.41 Uhr: Jetzt will Friedrich Neukirch allen FC-Geburtstagskindern am heutigen Tag mit einem Ständchen gratulieren und beginnt zu singen. Happy Birthday to . . . weiter kommt er nicht. Gellende Pfiffe. Hier will niemand singen. Die jüngsten FC-Mitglieder werden von Neukirch zu einem Besuch im Phantasialand eingeladen. Einer aus dem Saal ruft: Ins Phantasialand gehört der ganze Verein hin!

19.33 Uhr: Neukirch ruft die Mitglieder zur Ordnung auf, spricht die Bitte aus, diese Versammlung halbwegs ordnungsgemäß über die Bühne zu bringen. Gerade hat er die Mannschaft begrüßt. Beifall, aber auch Pfiffe. Nun werden die Mitglieder geehrt . . . Oben auf der Bühne nippen die ersten Hauptdarsteller an ihren Kölsch-Gläsern. Unten im Saal bleiben die Kehlen trocken. So ist das bei einer Jahreshauptversammlung. Beifall brandet auf: Jupp Röhrig, selbst FC-Spieler, ist seit 60 Jahren Mitglied. Der Mann hat viel mitgemacht . . .

19.30 Uhr: Die Veranstaltung hat begonnen. Die FC-Hymne ist erklungen, doch jetzt geht die Post ab!!! Versammlungsleiter Neukirch kommt kaum zu Wort. Meier-Raus-Rufe ertönen im Saal, die Stimmung ist extrem gereizt. Permanente Zwischenrufe: "Wir sind Kölner und ihr nicht."

19.19 Uhr: Gerade sickert die Info durch, dass die Mannschaft 20 Minuten am Seiteneingang zur Halle im Bus gesessen hat. Ob sich die Jungs nicht rausgetraut haben? Die Stimmung ist durchaus gereizt. Gerade erscheint der Präsident Wolfgang Overath. Auch er wählt den Gang vorbei an den Mitgliedern. Eine erste Kontaktaufnahme, die für den Präsidenten glimpflich abläuft - keine Pfiffe. Alle stellen sich jetzt die Frage: Wo bleibt Manager Michael Meier?

19.10 Uhr: Soeben ist die komplette Mannschaft in den Saal gekommen, durch den Mittelgang vorbei an den Mitgliedern. Vereinzelte Pfiffe. Buuuh-Rufe gibt es für Torwart Mondragon. Insgesamt ein durchaus unterkühlter Empfang. Die Spieler tragen ihren dunklen Ausgehanzug. Auch Poldi ist dabei.

19.08 Uhr: Der Saal erstrahlt in hellem Licht, neben der Bühne riesige Videoleinwände, auf denen Spielszenen der laufenden Saison zu sehen sind, man mag gar nicht hinschauen . . . Ebenfalls hell angestrahlt die Namensschilder der Hauptprotagonisten, eine illustre Schar: Ford-Chef Bernhard Mattes (Verwaltungsrat), Verleger Konstantin Neven DuMont (ebenfalls Verwaltungsrat), Präsident Wolfgang Overath, Manager Michael Meier und viele mehr. Wie ist wohl ihre aktuelle Gefühlslage hinter der Bühne?

18.54 Uhr: Gerade die offizielle Bestätigung: Die Versammlung beginnt 15 Minuten später. Die FC-Mitglieder reagieren auf die Ansage sehr gelassen. Kein Problem,sie haben viel Zeit mitgebracht . . .

18.39 Uhr: Herzlich willkommen aus der Staatenhalle im Messezentrum Köln-Deutz zur Jahreshauptversammlung des 1. FC Köln. In wenigen Minuten starten wir unsere Live-Berichterstattung. Soviel sei schon mal verraten: Der Beginn der Veranstaltung dürfte sich verzögern - draußen vor den Eingangstoren warten noch Hunderte FC-Mitglieder auf den Einlass. Der FC lockt die Massen . . . Und Präsident Wolfgang Overath wurde auch schon gesichtet . . .

17.11., 12 Uhr: Der 1. FC Köln im November 2010 versinkt im Chaos! Wie werden die Mitglieder heute Abend reagieren? Werden Sie den Aufstand gegen den Präsidenten proben? Overath selbst hat im Vorfeld angedeutet, dass er seine Zukunft beim 1. FC Köln davon abhängig machen wird, wie ihm die Mitglieder heute begegnen. Genug Zündstoff für eine spannende Jahreshauptversammlung.
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