Mönchengladbach - Gladbacher Stotter-Start: Eberl sieht „Gefährliche Entwicklung”

Gladbacher Stotter-Start: Eberl sieht „Gefährliche Entwicklung”

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:
gladbach hsv
Hamburgs Artjoms Rudnevs (links) überspringt Mönchengladbachs Tony Jantschke und köpft an Mönchengladbachs Torwart Marc-Andre ter Stegen vorbei ins Tor zur 2:1-Führung. Erst in allerletzter Sekunde schaffte Dominguez den 2:2-Ausgleich für die Borussia gegen den HSV. Foto: dpa

Mönchengladbach. Der Zauber ist verflogen, die Leichtigkeit dahin. Nach der besten Saison seit vielen Jahren hat Borussia Mönchengladbach in der Fußball-Bundesliga mit überhöhten Erwartungen und verunsicherten Spielern zu kämpfen.

„Das ist eine gefährliche Entwicklung, die in den letzten Tagen zu sehen war. Wir müssen alle zwei, drei Schritte zurück, um dann wieder die Basis zu finden”, befand Manager Max Eberl nach dem äußerst glücklichen und erst in der Nachspielzeit gesicherten 2:2 (1:2) gegen den Hamburger SV. Damit blieben die Gladbacher auch im fünften Pflichtspiel in Serie sieglos. Neuzugang Alvaro Dominguez rettete das Remis in der Nachspielzeit.

Eberl befürchtet, dass sich die Mannschaft zu sehr von äußeren Dingen beeinflussen lässt und darunter leidet, dass keiner den Ball haben und bloß keine Fehler machen will. „Wir müssen uns alles neu erarbeiten. Aber das ist kein Alibi”, meinte der Sportdirektor. Im neu zusammengestellten Team fehlt die Feinabstimmung, die Neueinkäufe präsentieren sich nicht in Bestform. „Die Fehler, die wir gemacht haben, waren unglaublich”, sagte Trainer Lucien Favre, der wegen der hohen Belastung zudem ständig seine Startformation verändert. „Es läuft nicht so, wie wir uns das wünschen”, meinte Mittelfeldspieler Granit Xhaka.

Die Borussen leiden unter der fantastischen vergangenen Spielzeit. Diese Vergleiche kann Favre nicht mehr hören. „Reus, Reus, Reus - das ist vorbei. Ich will nicht mehr von der Vergangenheit reden”, sagte der Coach, der sich zur Zeit immerhin auf den Einsatzwillen und die Kampfbereitschaft seiner Elf verlassen kann. „Wir haben Leidenschaft gezeigt und sind dafür am Ende belohnt worden”, meinte Stürmer Mike Hanke, der neben Dominguez neu ins Team rückte.

Vor dem 2:2 hätten die Hamburger nach den Toren von Rafael van der Vaart (23.) und Artjoms Rudnevs (45.) allerdings alles klar machen können. Doch Rückkehrer van der Vaart schoss einen zweifelhaften Foulelfmeter an den Pfosten (54.). Martin Stranzl, der zuvor zum 1:1 traf (39.), wurde nach dem angeblichen Foul gegen Ivo Ilicevic auch noch vom Platz gestellt. „Für mich war es keine Rote Karte, weil ich ihn nicht berührt habe”, sagte der Österreicher, der am Donnerstag vom DFB für ein Spiel gesperrt wurde.

Vier Tage nach dem Sieg über Meister Borussia Dortmund waren die Hamburger mächtig verärgert über den vergebenen Sieg. „Das fühlt sich schlimmer an als eine Niederlage. Gladbach hatte keine Lösungen, aber wir haben gekontert wie eine Amateurmannschaft”, befand der ehemalige Borusse Marcell Jansen. „Wir haben auf der einen Seite ein gutes Spiel gemacht, aber auf der anderen Seite bin ich stinksauer, dass wir die Punkte hergegeben haben”, ärgerte sich HSV-Trainer Thorsten Fink.

Auch der für 13 Millionen Euro an die Elbe zurückgekehrte van der Vaart war total unglücklich. „Das mit dem Elfmeter tut mir leid. Aber wir sind alle Menschen, das kann passieren. Normalerweise gewinnt man so ein Spiel”, sagte der Niederländer, der immerhin einen sehenswerten Führungstreffer erzielt und damit nach 52 Monaten wieder für die Hamburger getroffen hatte. „So ein schönes Tor habe ich noch nicht so oft geschossen”, meinte van der Vaart.

Die Homepage wurde aktualisiert