Gladbach unaufhaltsam: „Beste Mannschaft der Liga”

Von: Morten Ritter, dpa
Letzte Aktualisierung:

Köln. Der Borussen-Express rollt unaufhaltsam durch die Fußball-Bundesliga und begeistert sogar die Gegner. „Wir haben gegen die zur Zeit beste Mannschaft in der Liga verloren”, sagte Kölns Trainer Stale Solbakken nach der ernüchternden 0:3 (0:2)-Pleite im rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach.

Der Fast-Absteiger des Vorjahres setzte auch im 79. Aufeinandertreffen mit dem Erzrivalen seine beeindruckende Erfolgsserie fort und feierte den vierten Sieg in Serie.

„Das war eine ausgezeichnete Leistung, derzeit sind wir in einer Situation, in der uns fast alles gelingt”, befand Marco Reus. Für ihn endete die Partie jedoch schmerzhaft. Der Nationalspieler brach sich im Spiel den kleinen Zeh am linken Fuß und weiß noch nicht, ob er den Gladbachern im Top-Spiel gegen Meister Borussia Dortmund am kommenden Samstag zur Verfügung steht.

Mit 29 Punkten hat sich die Elf vom Niederrhein in der Spitzengruppe festgesetzt und ist in dieser Verfassung ein ernsthafter Kandidat für einen internationalen Startplatz. „Darüber zu sprechen, ist unseriös. Wir wissen, wo wir herkommen und müssen am Boden bleiben”, sagte Trainer Lucien Favre, der in seinem 30. Pflichtspiel mit Borussia den 18. Sieg bejubeln konnte. Abwehrchef Dante kann den Höhenflug mit dem Team, das mit einem Bein schon in der 2. Liga stand, kaum fassen. „Ich glaube, auch die Leute wissen nicht, was im Moment mit uns passiert”, sagte der Brasilianer.

Matchwinner und Mann des Abends war diesmal nicht Torjäger Reus, sondern „Spielmacher” Mike Hanke. Mit seinen beiden Toren (20./47.) ebnete er den Weg zum vierten Auswärtssieg und beendete nach 1037 torlosen Minuten seine Flaute. „Diese Minuten waren mir völlig egal”, sagte Hanke. „Ich habe auch in den letzten Spielen den Erfolg der Mannschaft genossen, da ist es völlig egal, wer die Tore macht.”

Zumindest war sein erster Treffer der Türöffner für die Gäste, die im 40. Derby in Köln den 22. Sieg einfuhren. Nach dem frühen Führungstreffer und dem verwandelten Freistoß von Juan Arango zehn Minuten später zum 2:0 war die Luft raus aus dem sonst so emotionsgeladenen Aufeinandertreffen der beiden Ex-Meister. Die Kölner fanden überhaupt keine Mittel mehr gegen die sattelfeste Gladbacher Deckung. „Derzeit ist es für den Gegner schwierig, gegen uns noch einmal zurückzukommen”, meinte Reus.

Auch Favre, der Meister des Understatement, meinte immerhin, dass sein Team in einer blendenden Verfassung sei. „Wir spielen gut, auch offensiv. Die Mannschaft ist eine Einheit, da ist es schwer, gegen uns eine Lücke zu finden”, sagte der Schweizer.

Ganz andere Sorgen hat derzeit Kölns Trainer Solbakken. Durch den Spielausfall gegen Mainz ist seine Mannschaft in einer dreiwöchigen Wettkampfpause aus dem Rhythmus gekommen und musste auch diesmal wieder den Ausfall von insgesamt sieben Spielern verkraften. „Wir haben nach dem 0:1 das Selbstvertrauen verloren, danach war es ganz schwer für uns”, befand der FC-Coach. Torhüter Michael Rensing konnte die Enttäuschung der Fans gut verstehen. „Man kann schlechte Tage haben, und man kann auch verlieren, aber die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war nicht gut.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert