Kaiserslautern - Gladbach stürmt weiter vorne mit - aber ohne Herrmann

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Gladbach stürmt weiter vorne mit - aber ohne Herrmann

Von: Ulrike John, dpa
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Patrick Herrmann
Gladbachs Patrick Herrmann wird verletzt vom Platz getragen. Foto: dpa

Kaiserslautern. Zaubern, zaudern, zittern: Borussia Mönchengladbach musste beim 2:1 (2:0)-Sieg in Kaiserslautern alles geben, bleibt aber als Tabellenzweiter an Borussia Dortmund dran und hat sich vor den FC Bayern München geschoben.

„Letztes Jahr hätten wir noch das 2:2 bekommen, wir haben sehr viel dazugelernt”, meinte Nationalspieler Marco Reus nach dem ersten Sieg auf dem Betzenberg seit über 16 Jahren.

Bitter für die Himmelsstürmer von Lucien Favre: Im Titelkampf der Fußball-Bundesliga müssen sie mehrere Wochen auf Toptalent Patrick Herrmann verzichten. Und mit Dante droht nach Reus (Borussia Dortmund) und Roman Neustädter (Schalke 04) der nächste Abgang eines Hochkaräters.

Der brasilianische Abwehrchef wechselt nach Angaben der Zeitung „tz” im Sommer nach München. Der 28-Jährige habe in seinem bis 2014 laufenden Vertrag eine Ausstiegsklausel und könnte für eine festgeschriebene Ablösesumme von 4,6 Millionen Euro gehen.

„Ich bleibe hier mit meinen Kollegen sehr konzentriert und was ich im Sommer mache, interessiert mich jetzt nicht”, erklärte Dante. Favre macht sich über diese Personalie „keine Gedanken. Es wird viel geschrieben, es kommen Gerüchte von überall”. Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger sprach von „reinen Spekulationen”.

Fakt ist, dass die Borussia länger auf Herrmann verzichten muss. Der U 21-Nationalspieler wurde in der 38. Minute mit einem Schlüsselbeinbruch vom Platz getragen. „Er hat sich leider schlimm verletzt, das ist sehr schade für ihn, weil er eine gute Saison spielt”, sagte Favre. Er hoffe, dass Herrmann in sechs Wochen zurückkehre. Der Mittelfeldspieler hatte in der 9. Minute das 1:0 erzielt. Vor 45 661 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion zeigten die Gäste auch beim 2:0 wunderschönen Konterfußball: Juan Arango (14.) schlenzte den Ball ins Netz und der Borussia-Coach freute sich über zwei „Supertore”.

Mit einem Sonntagsschuss brachte Leon Jessen (63.) die bis dato grottenschlechten Lauterer zurück ins Spiel, nachdem die Gladbacher den Vorsprung etwas lässig verwalteten. „Die kämpfen gegen den Abstieg, wir wissen, wie das ist”, erklärte Igor de Camargo später. „Heute haben wir sehr intelligent gespielt.”

Die Lauterer beackerten mit viel Leidenschaft den tiefen Boden, stecken aber nach einer erfolglosen Schlussoffensive weiter auf dem Relegationsplatz fest. „Es ist eine Schande, das ist kein Bundesliga-Niveau”, sagte Favre über die Platzverhältnisse. Auch Reus klagte: „Es war total schwer auf dem Rasen, dagegen ist unserer Weltklasse.”

Einen Schönheitspreis wollen und werden die Lauterer ohnehin nicht mehr gewinnen. Seit zwölf Spielen warten sie nun auf einen Sieg, nach 22 Saisonspielen stehen nur 16 Treffer zu Buche. Trainer Marco Kurz versprach den Mitkonkurrenten im Tabellenkeller jedoch einen gnadenlosen Kampf. „Wir haben einen Wahnsinnsglauben, einen wahnsinnslangen Atem und eine dicke Haut”, sagte er und prophezeite: „Wir werden uns die Siege knüppelhart erarbeiten.”

Nächsten Samstag gehts zum Derby nach Mainz, „das Spiel steht unter einem noch größeren Stern”. Der 42-Jährige muss weiter keine Trainerdiskussion befürchten und es gibt keine Unruhe im Club: Das könnte sich am Ende für die „Roten Teufel” auszahlen.
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