Mönchengladbach - Gladbach ärgert sich über Pleite gegen Bochum

Gladbach ärgert sich über Pleite gegen Bochum

Von: Christoph Pauli
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Mit Ball und Binde: Patrick Hermann (links) und Fabian Bäcker feiern ihren ersten Streich. Foto: imago/Team 2

Mönchengladbach. Ein paar Insidern kam die Szene bekannt vor. Flanke Patrick Hermann, Tor durch Fabian Bäcker. Der Spielzug wurde im letzten Jahr öfter in der A-Jugend von Borussia Mönchengladbach aufgeführt. Am Samstag bekam er dann ein großes Publikum zu sehen.

Der 18-Jährige bereitet einen Treffer seines 19-Jährigen vor. Im Borussia Park wurden zwei Fohlen bei ihrem ersten Einsatz gefeiert, als sie zum ersten Mal auf die Hauptwiese durften. „Wir wollen diesen Weg mit den jungen Spielern gehen”, freute sich Manager Max Eberl über seine eifrigen Internatsschüler.

Die gelungene Bundesliga-Premiere der beiden Männer war aber auch das einzig erfreuliche Ereignis an diesem bitterkalten Nachmittag. Traditionell verlor die Borussia auch in diesem Jahr ihr Heimspiel gegen den VfL Bochum, diesmal mit 1:2. Verpasst ist die schöne Gelegenheit, sich frühzeitig im sorglosen Bereich der Tabelle festzukrallen. „Das ist dennoch kein Beinbruch”, versicherte Coach Michael Frontzeck. Und Verteidiger Roel Brouwers plädierte sicherheitshalber dafür, nach „einem schlechten Spiel nicht gleich wieder in Panik zu verfallen”.

Eine trostlose Halbzeit lang spielten die personell gebeutelten Hausherren wie eine Mannschaft, die noch in Gefahr geraten könnte. Sie spielte quer und zurück, das in den letzten Wochen so prächtig erarbeitete Selbstvertrauen hatte sich verflüchtigt. Sie war ohne großen Elan unterwegs, weil sich die offensiven Kräfte Reus, Arango, Lamidi und Bobadilla nicht durchsetzten. Zudem sammelte der Argentinier wenig Sympathiepunkte, weil er ein paar (erfolglose) Zirkusnummern zuviel aufführte.

Der VfL Bochum hatte es nicht sonderlich schwer. Die Mannschaft der letzten Wochen lauerte, wartete ab, und stieß dann schnell zu. Als Marx und Brouwers gedanklich nicht schnell genug waren, vollendete Sestak den ersten Konter (12.). Und auch der zweite und damit vorletzte Torschuss war ein voller Erfolg. Brouwers verursachte einen Eckball, der in der Reihe der überflüssigen Eckbälle dauerhaft einen Top-Rang belegen wird. Die folgende Hereingabe vollendete Zlatko Dedic - umgebremst von Daems (36.)

„Die erste Halbzeit war richtig schlecht”, ärgerte sich Michael Frontzeck. Gegen stärkere Gegner hat seine Mannschaft schon ungleich stärker gespielt. Es ist der Trend der Liga, dass viele Teams auswärts besser unterwegs sind. VfL-Coach Heiko Herrlich bestaunte bereits seinen vierten Erfolg in der Fremde. Solche Teams sind nicht an einem freudvollen Wettkampf interessiert, sie ziehen sich weit zurück, verknappen den Raum und erkunden nur in seltenen Fällen die gegnerische Hälfte. „Spiele gegen Nürnberg und Freiburg werden in den nächsten Wochen ähnlich ablaufen”, prognostizierte Frontzeck, dem zu viele Stürmer abhanden gekommen sind.

Richtiges Temperament entwickelte seine Mannschaft erst in den letzten 20 Minuten, als die Youngster eingewechselt wurden.

Formal war Herrmann beim Treffer (80.) sogar der Kapitän, zumindest trug er die Binde in der Hand, die er vom ausgewechselten Filip Daems erhalten hatte. Bevor er sie dem neuen Adressaten Tobias Levels überstreifte, bereitete er noch flugs den Anschlusstreffer vor. „Jetzt habe ich einen ersten Eindruck von der Bundesliga erhalten. Das war nicht verkehrt”, berichtete der Vorbereiter. Sturmhoffnung Bäcker war ebenfalls nicht sonderlich euphorisch nach der geglückten Premiere: „Erstes Spiel, erstes Tor, aber auch erste Niederlage. Das fühlt sich dann wieder nicht so gut an.”

Dabei war selbst der Ausgleich an diesem Nachmittag noch möglich, die Bochumer mogelten sich mit einem guten Keeper Philipp Heerwagen über die Ziellinie.

„Wir wissen, dass die Rückrunde komplizierter als die Hinrunde wird”, hinterließ Eberl am Tatort.
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