Aachen - Gelbsperre demnächst auch in Amateurligen

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Gelbsperre demnächst auch in Amateurligen

Von: Bernd Schneiders
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Gehört bei den Amateuren eine harte Gangart dazu? Foto: sport/Lorenz

Aachen. Man muss nicht gerade von Holzhacker-Ligen sprechen. Doch anders als im Bereich der Landesverbände Westfalen und Niederrhein darf am Mittelrhein noch mindestens eine Saison rustikal zu Werke gegangen werden. Nach der fünften Gelben Karte gibt es nicht wie ab der Regionalliga aufwärts und ab der Spielzeit 2014/2015 bei den beiden benachbarten Amateur-Verbänden ein Spiel Sperre: Man darf gleich im nächsten Spiel die Sammelaktion fortführen.

Der Fußballausschuss des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbands (WFLV) hat sich zwar eindeutig für die Umsetzung der Sperr-Klausel ausgesprochen und wird dies formell im Präsidium auch im Mai beschließen. Der Fußballverband Mittelrhein (FVM) aber sieht sich noch nicht in der Lage, an dieser Fairplay-Aktion teilzunehmen.

„Es macht ja keinen Sinn, das im Kreis Köln einzuführen und in Aachen oder Düren noch nicht“, erklärt FVM-Spielausschussvorsitzender Rolf Tiel diesen Bremsvorgang. „Dazu muss der elektronische Spielbericht flächendeckend eingeführt sein.“ Das ist er eben noch nicht. Euskirchen, Düren und Teile von Aachen sind anders als Köln und Sieg noch nicht so weit. „Wir müssen nachziehen“, sagt Thiel und schätzt, dass die Einführung der Gelbsperre beim FVM frühestens in der Saison 2016/2017 erfolgt. Dazu müsse auch ein Präsidiumsbeschluss vorliegen, der erst nach der technischen Aufrüstung fallen werde.

Trainerstimmen

Wilfried Hannes (Borussia Freialdenhoven/Mittelrheinliga):

Schwachsinn! Da kann man sich nur an den Kopf packen. Kein Spieler wird sich nach der vierten Gelben Karte zurücknehmen. Anstatt solche Dinge von oben zu übernehmen, sollten sie sich besser um die wirklichen Probleme bei den Amateur-Klubs kümmern. Dass etwa immer mehr Vereine aufgeben müssen. Aber das packen sie nicht an.

Josef Spilles (TuS Langerwehe/Kreisliga A, Düren):

Ich halte nicht viel davon. Dahinter mag der erzieherische Gedanke stecken. Aber dafür sind doch eigentlich wir Trainer da. Zudem glaube ich, dass man solche Dinge nicht auf Kreisliga-Niveau übertragen kann. Oben sind die Fußballer besser ausgebildet, aber die Schiedsrichter auch. In den Kreisligen aber . . .

Wolfgang Zimmer (bis Montag Trainer des A-Ligisten TuS Mützenich):

Das ist Blödsinn, das macht wenig Sinn. Der Aufwand ist viel zu groß. Wenn sie wirklich an Fairplay interessiert sind, könnte man doch die Fairplay-Tabelle mehr berücksichtigen. Da etwa steht der TuS ganz oben, und wenn er dann als fünfter Absteiger nicht in die B-Liga müsste – das wäre ein sinnvoller Beitrag.

Jörg Beyel (SV Brachelen/Bezirksliga):

Völlig überflüssig! Die Sperre nach Gelb-Roter Karte ist auf dieser Ebene schon zuviel. Die Spieler machen das doch in erster Linie aus Spaß. Und dann sollen sie wegen eines Handspiels oder was auch immer aussetzen? So schnell, wie bei uns Karten gezückt werden? Das wäre absolut übertrieben. Wir haben nur einen kleinen Kader, und dadurch bekämen wir noch mehr Probleme.

Mirko Braun (Hertha Walheim/Landesliga):

Da halte ich gar nichts von. Ich mag kleine Kader und will nicht jede Woche umdisponieren, weil Spieler gesperrt sind. Sollen wir etwa zwei zusätzliche verpflichten? Wer soll das zahlen? Immer wieder Veränderungen. Das ist Fußball! Wollen die Golf daraus machen? Das können sich doch nur irgendwelche Sesselpupser ausgedacht haben.

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