Köln - Frank Schaefer redet die Angst weg

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Frank Schaefer redet die Angst weg

Von: Günter Kirschbaum
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Es war ein denkwürdiges Spiel
Es war ein denkwürdiges Spiel, das diese Feier auslöste: Am 5. Februar 2011 gewann Köln nach 0:2-Pausenrückstand noch 3:2 gegen die Bayern. Eine Wiederholung wäre auch ganz im Sinne des damaligen und heutigen Trainers Frank Schaefer (mitten in der Jubeltraube). Foto: imago/Sven Simon

Köln. Frank Schaefer bemüht sich nach Kräften, die Angst vor dem direkten Abstieg wegzureden. Der Trainer des 1. FC Köln beschwört vor dem Treffen zum Saisonfinale mit dem FC Bayern den Teamgeist.

„Entscheidend ist, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht”, sagt der 48-Jährige. „Wenn das der Fall ist, dann bin ich überzeugt, dass wir eine reelle Chance haben, aus einem Spiel drei Spiele zu machen.”

Doch wie soll das einer Mannschaft gelingen, die seit Wochen ab der 70. Minute konditionell regelmäßig abbaut? Ausgerechnet gegen den Münchener Champions-League-Finalisten? Schaefers Antwort darauf ist ausweichend. „Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten”, sagt der Coach, ohne ins Detail zu gehen. Dass er innerhalb von vier Wochen nicht alle Versäumnisse seines Vorgängers Stale Solbakken aufarbeiten kann, liegt auf der Hand. Also setzte Schaefer den Hebel an anderer Stelle an. Er reduzierte die Trainingsbelastungen des Kaders. „Kurz und sehr konzentriert” ließ er zwischen den Spielen arbeiten. Und auch am Freitag stand nur ein sehr kurzes Abschlusstraining auf dem Programm.

„RheinEnergie-Feeling”

„Wir brauchen alle Körner für das Spiel”, sagt Schaefer, der fest davon ausgeht, dass Lukas Podolski auflaufen kann. Die Chancen für einen Einsatz von Christian Clemens beziffert der Trainer auf 50:50. „Wer aufläuft, werden wir erst am Samstag entscheiden.” Die Bayern haben bereits angekündigt, in Bestbesetzung anzutreten. Das dürfte den Optimismus rund um den 1. FC Köln kaum steigern. „Am Samstag zwischen 15.30 Uhr und 17.20 Uhr muss im Stadion schon etwas Besonderes passieren, wenn wir es schaffen wollen”, glaubt Schaefer. „Von der Mannschaft muss die Ausstrahlung, der Mut und die Geschlossenheit ausgehen und die Fans mitreißen. Dann entsteht dieses RheinEnergie-Feeling, dann kann hier etwas passieren.”

Wie an jenem 5. Februar 2011, als der FC nach einem 0:2-Rückstand zur Pause die Bayern noch 3:2 schlug. „Ich glaube es wäre falsch, ständig in der Vergangenheit zu kramen. Es sollte aber jedem bewusst sein, dass es möglich ist, zurückzukommen. Auch wenn man am Boden liegt”, betont Schaefer.

Ob der Trainer zulassen wird, dass die Zwischenergebnisse aus den anderen Stadien auf der Videowand eingeblendet werden, ist noch offen. Der 48-Jährige will sich heute von seinem „Bauchgefühl” lenken lassen. Dass die gesamten Nebengeräusche rund um dieses Spiel spurlos an den Spielern vorübergehen, daran glaubt Schaefer ohnehin nicht. „Weder die Kölner noch die Berliner Mannschaft kann diese Dinge ausblenden.”

Über das Szenario, das ein fünfter Abstieg schaffen würde, redet man am Rhein noch nicht. Doch die Angst davor ist beim FC spürbar. Auch weil die Zweifel an einem Sieg gegen die Bayern groß sind, wenn man nicht gerade Frank Schaefer heißt. Denn der erwartet „ein Spiel mit Pokalcharakter und gutem Ausgang”.

Voraussichtliche Aufstellung: Rensing - Brecko, McKenna, Geromel, Eichner - Lanig, Riether - Peszko, Jajalo, Clemens (Buchtmann) - Podolski

Blumen für Podolski und ein Film, der Emotionen hervorrufen soll

Vor dem Spiel gibt es Blumen für Lukas Podolski. Denn es könnte das letzte Spiel des Nationalstürmers für den 1. FC Köln sein, bevor er zum FC Arsenal London auf die Insel wechselt.

Während Stadionsprecher Michael Trippel den Strauß überreicht und „Poldis” 87 Einsätze und 53 Scorerpunkte in den letzten drei Spielzeiten für den FC würdigt, soll ein kurzer Film über die Videowand flimmern, der die schönsten Momente der Karriere der FC-Ikone zeigt. Man will Emotionen wecken.

Welche Spieler den Klub neben Podolski verlassen, ist noch offen. Fest steht dagegen, dass fast eine komplette Mannschaft zurückkehrt. Torhüter Thomas Kessler (Eintracht Frankfurt), Reinhold Yabo (Alemannia Aachen), Bienvenue Basala-Mazana (SV Ried), Adam Matuschyk (Fortuna Düsseldorf), Christopher Schorch (Energie Cottbus), Taner Yalcin (Büyüksehir Belediyespor), Konstantinos Giannoulis (Atromitos Athen), Alexandru Ionita (Rapid Bukarest), Stephan Salger (VfL Osnabrück) und José Vunguidica (Preußen Münster) haben ab dem 1. Juli wieder gültige Verträge beim 1. FC Köln. Doch eine sportliche Perspektive haben die meisten nicht.

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