Mönchengladbach - Folgt auf „Tief Petra” das „Hoch Michael”?

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Folgt auf „Tief Petra” das „Hoch Michael”?

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:
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Eine Option für Borussias Viererkette: der Ex-Münsteraner Jens Foto: imago/Kraft

Mönchengladbach. „Die Schneewalze kommt”, sagt Borussia Mönchengladbachs Trainer. Und spricht nicht über das Hoch Michael, sondern das Tief Petra, das für Donnerstag angekündigt ist.

Fast möchte man eine „tiefe” Sehnsucht in den humorvoll gemeinten Worten von Michael Frontzeck mitschwingen hören. Riesige Schneemassen, die alles zudecken, all das fußballerische Elend, das sich in den letzten Monaten in seiner Mannschaft gezeigt hat. Alles unter einer weißen Riesen-Decke verschwinden lassen, möglichst auch noch die Anfahrtswege zum rasenheizungbewehrten Borussia-Park unpassierbar machen: Nüchtern betrachtet, die einzig mögliche Chance, den letzten Spieltag der Hinrunde unbeschadet zu überstehen.

Doch statt Winterchaos sehen viele die Apokalyptischen Reiter Richtung Mönchengladbach galoppieren in Gestalt des HSV. Vor dem Schnee legt sich bereits Endzeitstimmung über das so sehr auf Harmonie ausgerichtete Fußballländle am Niederrhein. Seit Wochen wird der Begriff „Endspiel” strapaziert, jetzt endlich könnte er sich den Namen verdienen. Gleich als doppeltes Endspiel, und genau darin liegt die Brisanz. Zu lange schon hechelt die Mannschaft einem „Endspiel” für ihre Misere hinterher.

Und ausgerechnet jetzt, dem letzten Liga-Spiel 2010, ist die personelle Situation, die bisher als alleinige Erklärung der Punkte-Armut bei gleichzeitigem Gegentore-Reichtum herhalten musste, so schreckenserregend wie nie zuvor: Von der ehemaligen Viererkette ist nur noch Filip Daems übriggeblieben. Zwar und immerhin Kapitän, aber in Sachen Nervenstärke und Fehlerfreiheit alles andere als ein Vorbild und somit eher Teil des Abwehrproblems als das letzte stabiles Kettenglied.

Sebastian Schachten, Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Jens Wissing, Marcel Meeuwis, Roman Neustädter bilden den Reste-Pool, aus dem Michael Frontzeck schöpfen kann. Nicht unbedingt eine Kette, die ihm seine Zukunft im Stamm-Verein sichern helfen kann. Wenn man dieses Spiel gegen den HSV als Testspiel für Frontzecks Verbleib apostrophiert, dürfte diese potenzielle Fehler-Kette eher zum Strick werden. Nicht unerwartet gibt sich der Borussen-Trainer dennoch kämpferisch. „Wir werden in der Rückrunde mit den Rückkehrern und einigen wenigen Verstärkungen noch genug Punkte für den Klassenerhalt holen”, versichert Frontzeck tapfer. Und auch Sportdirektor Max Eberl betont zum xten Mal den festen Willen, am einmal eingeschlagenen Weg und auch an Frontzeck festhalten zu wollen. Auch nach einer erneuten Niederlage.

Die Erfahrung lehrt, dass diese höchst wahrscheinlich ist. Zuversicht saugen lässt sich auch nicht aus der Tatsache, dass sich derzeit der HSV ebenfalls in einer Krise befindet. Das war bei Stuttgart, Mainz und Frankfurt auch nicht anders. Borussia gab den perfekten Aufbau-Gegner. Und sei es nur für einen Spieltag wie beim VfB...
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