Filip Daems: „Jetzt müssen wir 17 Spiele Gas geben”

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Mönchengladbachs Filip Daems lobt das hohe Niveau der vier Neuzugänge.

Mönchengladbach. Kapitän vor der Saison: Oliver Neuville: Meist Kapitän während der Saison: Patrick Paauwe. Doch dem niederländischen Ex-Nationalspieler droht wie dem deutschen Ex-Nationalspieler der Verlust eines Platzes in der ersten Elf. Deshalb wird der aktuelle belgische Nationalspieler Filip Daems, 30, nicht nur in Stuttgart die Borussia aufs Feld führen, die Mannschaft hat ihn zu ihrem neuen „Boss” gewählt.

Seine Oberschenkelverletzung ist ausgeheilt, „die ist kein Problem mehr”.

Genug andere Probleme hat die Borussia. Über die, das Ziel Klassenerhalt und die Neuzugänge sprach Heribert Förster mit Borussias bestem Spieler der Hinrunde.

Was gibt Ihnen Hoffnung, dass der Klassenerhalt keine Utopie ist?


Daems: Wir glauben voll an uns und haben genug Qualität in unserer Mannschaft.

Qualität war in der Hinrunde nicht immer sichtbar.

Daems: Ja, wir haben aber vier neue Spieler bekommen, und bis auf Dante, der noch nicht richtig trainieren konnte, haben alle richtig gute Eindrücke hinterlassen. Das sind Verstärkungen, die nur positiv sind für uns. Und auch in der Vorrunde hatten wir in fast jedem Spiel genug Chancen, um auch mal das Spiel zu gewinnen. Die andere Seite: Wenn du 35 Gegentore bekommst, ist das einfach zu viel.

Die vier Neuzugänge Bailly, Dante, Stalteri und Galasek sollen gerade im defensiven Bereich für Stabilität sorgen. Ist die Borussia schon stabil geworden?

Daems: Ich denke schon, aber es ist ja nicht nur die Abwehr verantwortlich für die Gegentore. Insgesamt haben wir das als Mannschaft gegen den Ball nicht gut gemacht Aber die Jungs, die jetzt dazu gekommen sind, das sind Verstärkungen, die haben alle viel Erfahrung auf hohem Niveau.

Trainer Hans Meyer sprach immer von der fehlenden Balance innerhalb der Mannschaft. Haben sie die Balance gefunden?

Daems: Das muss sich zeigen. Sie wissen doch auch, wie das ist: Wenn man Erfolg hat, dann ist die Mischung gut, wenn du dann zweimal verlierst, ist sie wieder schlecht.

Sie waren in der Hinrunde die einzige Konstante in Borussias Abwehr, der einzige, der immer gespielt hat. Wie hinderlich ist das, wenn eine Abwehrreihe nicht eingespielt ist?

Daems: Natürlich ist es wichtig, dass eine Abwehr mal eine längere Zeit zusammen spielt. Aber der Trainer musste auch wegen Verletzungen immer wieder umstellen. Ich weiß nicht mal, ob wir zwei Spiele hintereinander mal mit der gleichen Abwehr gespielt haben. (Anm. Am 9. und 10. Spieltag gegen Karlsruhe und in Wolfsburg)

Und jetzt ist die Abwehr wegen Dantes Verletzung auch noch nicht eingespielt...

Daems: Das darf kein Problem sein, und Dante ist so ein guter Spieler, dass wird auch kein Problem sein, wenn er zurückkommt.

Kommt er schon in Stuttgart zurück?

Daems: Nein. Er hat zweieinhalb Wochen nicht mit der Mannschaft trainiert, das wäre noch eine Woche zu früh.

Das heißt, Sie rücken wieder in die Innenverteidigung?

Daems: Es sieht so aus, als würde ich mehr links spielen. Aber man weiß ja nie, ob der Trainer noch was ändert. Ich gehe davon aus, dass ich auf der linken Seite spiele.

Ist das auch Ihre bevorzugte Position?

Daems: Ich hab´ mich in den letzten anderthalb Jahren auch in der Innenverteidigung sehr wohl gefühlt, ich fühle mich auf beiden Positionen gut. Und wenn man auf verschiedenen Positionen spielen kann, kann das nur positiv sein.

Sie sind jetzt vier Jahre bei der Borussia, im Winter 2005 sind neben Ihnen sechs weitere Spieler gekommen, und die Borussia stand damals als 15. im Abstiegskampf. Ist die Situation vergleichbar?.

Daems: Ja, vielleicht, aber wir waren nicht ganz Letzter als ich gekommen bin... Ich denke, in diesem Jahr wird der Abstiegskampf bis zum Ende dauern. Wir haben das Glück, dass noch vier andere Mannschaften nicht so weit von uns entfernt sind. Es wird Spannung sein bis zum letzten Spiel.

Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Spiel in Dortmund, an das 1:1?

Daems: Puh, ja, so ungefähr erinnere ich mich noch.

Ich helfe Ihnen: Die Aufstellung lautete: Keller - Fukal, Pletsch, Moore, Daems - Kluge, Thijs, Böhme - Neuville, Sonck, Sverkos. Von „damals” sind nur noch Oliver Neuville und Sie im Verein. Glauben Sie, dass Sie bis zu Ihrem Vertragsende 2011 noch einmal so etwas wie Konstanz erleben?

Daems: Ja, natürlich. Letztes Jahr haben wir eine Supersaison gehabt eigentlich...

...in der Zweiten Liga....

Daems: Ja, okay, dieses Jahr ist natürlich schwierig. Aber wir wollen alle, dass wir in diesem Jahr drinbleiben und dann in den nächsten Jahren mal ein „stabiler Verein” in der Bundesliga werden und auch mal eine ruhige Saison spielen können. Aber das ist alles Zukunftsmusik, jetzt müssen wir erst einmal 17 Spiele Gas geben.

Schöne Momente bei einem Auswärtsspiel sind für Borussen - zumindest in der Erstklassigkeit - eher selten. Immerhin einen Feiertag gab es in der Hinrunde, als in Bielefeld mit 2:0 gewonnen wurde. Die Fahrt ins Westfälische wurde per Bahn in Angriff genommen - genau wie schon am Donnerstag die Reise ins Schwabenland.

Die organisatorische Voraussetzung wäre geschaffen, jetzt muss „nur” noch die Mannschaft mitspielen. In der wird Marko Marin zunächst wohl fehlen: Auf links dürfte der defensivstärkere Johannes van den Bergh agieren, hinter den Spitzen Alexander Baumjohann. Fraglich ist der Einsatz von Michael Bradley (Magen-Darm-Probleme).

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