FC ohne Esprit und Einsatz in die nächste Runde

Von: Kerstin von Kalckreuth
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Emden. Es hätte alles so schön sein können. Die Ostfriesen hatten sich auf den Pokalhit Kickers Emden gegen den 1. FC Köln gefreut. Zwischen Fischstand, Bierbude und Eiswagen machte sich hinterm Deich schnell Schützenfest-Stimmung breit.

Stadionsprecher Gerd Krauledat verlas die heimische Startaufstellung auf Plattdeutsch. Dass er bei den Gästen mit der Aussprache ein paar Mal danebenlag, wetzte er durch das Abspielen kölschen Liedguts wieder aus.

Am Ende hatte der FC 3:0 (1:0) gewonnen, und trotzdem stapfte Manager Michael Meier mit versteinerter Miene davon, und Zvonimir Soldo wirkte nicht gerade euphorisch. „Wir haben unser Ziel, die zweite Runde, erreicht”, sagte der Trainer, „aber wir haben uns in der ersten Halbzeit schwer getan.” Ohne Esprit und Einsatz boten die Kölner eine Vorstellung, die ein genervter Zuschauer irgendwann lautstark als „langweilig” bezeichnete.

In der 37. Minute gelang Youssef Mohamad nach einem Freistoß Miso Breckos per Kopf das 1:0. Es wurde allerdings kaum besser. Erst als Manuel Menzel seinen Kölner Gegenüber Adil Chihi beherzt gegen die Werbebande geschubst und Gelb-Rot gesehen hatte, taten sich die Kölner etwas leichter. Wilfried Sanou (59.) und Lukas Podolski (88.) erhöhten auf 3:0.

Vor allem für den Nationalspieler hat in Emden eine neue Zeitrechnung begonnen. Erstmals war der Angreifer nicht mehr jedermanns Liebling. Zwar musste er auch an der Nordsee vor allem für die Unter-Zehnjährigen reihenweise Autogramme schreiben. Aber die sportlichen Kontrahenten gingen Poldi im Spiel hart bis unfair an, und auch das Publikum sparte nicht mit Kritik. Nach einem Frustfoul Podolskis (32.) musste sich der 24-Jährige Pfiffe gefallen lassen und nach dem Spiel gar vereinzelte Buh-Rufe. „Wir sind nicht der 1. FC Podolski”, nahm Trainer Soldo seinen uninspirierten Star in Schutz: „Die ganze Mannschaft muss besser nach vorne spielen.”

Folgen könnte haben, dass Kickers-Verteidiger Paolo Rizzo sich direkt nach der Niederlage zu der Aussage hinreißen ließ, Podolski sei „ein Arschloch auf dem Platz” gewesen. Der Letzte, der diesen Ausdruck in einem Interview gebraucht hatte, war Mario Gomez. Der DFB verurteilte den Nationalspieler damals zu 8000 Euro Strafe.

Zvonimir Soldo wird sich mit diesen Dingen kaum beschäftigen. Zwar macht sich der Trainer nach eigener Aussage vor dem Ligastart gegen Dortmund am Samstag noch keine Sorgen, er sagte aber auch: „Wir arbeiten Richtung zusätzlicher Verpflichtung fürs Mittelfeld.” Und das, obwohl Maniche in der 62. Minute seinen Einstand für den FC gab. Einen Einsatz des Portugiesen von Beginn an beim BVB schloss Soldo aus.
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