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Favres einfache Defensiv-Taktik in Leverkusen

Von: Heribert Förster
Letzte Aktualisierung:
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Lieblingsgegner Leverkusen: Borussias Patrick Herrmann (helles Trikot) bei seinem Tor in der BayArena in der vergangenen Saison (rechts Miroslav Kadlec) – gegen Bayer trifft er fast immer. Foto: sport/Camera4

Mönchengladbach. Fußball kann ein ganz einfaches Spiel sein, abseits der „hängenden Spitzen“, der „schwimmenden Neuneinhalber“ oder der „rotierenden Neuner“. Und manchmal sind auch die simplen Fragen das beste Mittel, um einen Fußball-Lehrer aus der kontrollierten Defensive vor einem Spiel zu locken.

Also antwortete Lucien Favre auf die banale Frage, wie denn Leverkusen zu besiegen sei, mit ungewohnter Offenheit. Und legte mit Worten das taktische Konzept von Borussia Mönchengladbach auf den Tisch. „Wir müssen sehr gut verteidigen, mal hoch, mal tief, mal an der Mittellinie.“ Nicht genug der vielen Aufgaben: „Im richtigen Moment müssen wir mit Tempo spielen – oder mit Geduld“, und, keine Frage, „mal über Außen, mal durch das Zentrum.“

Also alles müssen die Mönchengladbacher beherrschen, um am Samstag ab 15.30 Uhr die Rolle bei Bayer Leverkusen zu spielen, die Sportdirektor Max Eberl skizziert. Er sieht die Borussia als „Herausforderer“ der Werkself, sieht das gegen Hannover so mutig, locker, schön und erfolgreich aufspielende Team nicht auf Augenhöhe mit dem Champions-League-Teilnehmer. Zu Recht, denn ein feines Spiel allein stellt nicht die Hierarchie in der Liga auf den Kopf. Und da ist Leverkusen seit Jahren die Nummer drei hinter den Bayern und Dortmund.

Aber gerade deshalb ist die Partie so interessant: Die hochgelobte Borussia muss bestätigen, dass nach dem mutigen Auftritt in München am ersten und dem furiosen gegen Hannover am zweiten Spieltag die Hoffnungen auf eine gute Saison berechtigt sind. Bayer, seit sieben Spielen in Folge saisonübergreifend ohne Punktverlust, hatte am letzten Samstag in Stuttgart einiges Glück, um mit einem „schmutzigen Sieg“ die Serie fortzuschreiben, ist nicht so dominant in die Saison gestartet wie es zwei Erfolge vermuten lassen.

Dennoch will Lucien Favre gar „nicht lange diskutieren, dass Bayer eine sehr gute Mannschaft ist, die nicht ohne Grund in der Champions League spielt“. Die variable Spielweise des Teams von Sami Hyypiä beeindruckt den Schweizer, „sie machen das sehr gut, können gut kontern, sind aber auch stark im Spielaufbau“.

Wie bislang auch die Borussia, die alle Mann an Bord hat – somit ist keine Änderung in der Aufstellung zu erwarten. Damit könnte auch Patrick Herrmann seinen „Leverkusen-Lauf“ fortsetzen, in den letzten fünf Spielen gegen die Werkself traf der Rechtsaußen fünfmal. Und seine Tore weisen eine gewisse Vielfalt auf: „Kopfball, Weitschuss – alles war dabei.“

Dass die Mönchengladbacher gegen Hannover speziell über die linke Seite mit den so spielfreudigen Juan Arango und Raffael auftrumpften und Herrmanns rechte Seite seltener ins Spiel einbezogen wurde, stört Favre nicht sonderlich. „Wir sind schon zufrieden, wenn eine Seite funktioniert.“ Ein scherzender Trainer ist ein untrügliches Zeichen, dass die Borussia auf einem guten Weg ist.

Und so schwer ist Lucien Favres Taktik ja eigentlich auch nicht umzusetzen: Mal hoch, mal tief, mal mittig, mal über Außen, mal durchs Zentrum, mal mit Geduld, mal mit Tempo...

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