Favre sorgt wieder für eine schnelle Erdung

Von: Heribert Förster
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Vor gut drei Monaten gab es sc
Vor gut drei Monaten gab es schon ein Aufeinandertreffen: Borussias Martin Stranzl (hinten) und der damalige Hoffenheimer Vedad Ibisevic, der auch den 1:0-Siegtreffer Foto: imago/DeFodi

Mönchengladbach. Die Schar der Lobenden wird immer größer, die Begeisterung greift immer mehr um sich. Borussia Mönchengladbach sammelt Sympathiepunkte überall, auch an Orten, wo es kaum jemand erwartet. In Köln zum Beispiel: Dort ist der ehemalige FC-Profi Matthias Scherz seit dieser Woche Kolumnist beim „Kölner Stadt-Anzeiger”.

Und wie betitelte der einstige Liebling der FC-Fans seinen ersten „Seitenwechsel”? „Diese Borussia kann Meister werden.” Das kam gut an bei den FC-Fans, die der Borussia überwiegend in herzlicher Abneigung verbunden sind...

Die ganzen Hymnen nehmen sie in Mönchengladbach mit stoischer Ruhe hin, ausflippen kann man woanders. Dass der feine 3:1- Triumph über Bayern München vielleicht die Brust jedes einzelnen Spielers hat anschwellen lassen, weiß Lucien Favre genau einzuordnen. Des Trainers Beobachtung sorgt für schnelle Erdung.

Ein Sieg gegen die Bayern, das sei doch gar nichts Besonderes. Mainz zum Beispiel habe 3:2 gegen die Bayern gewonnen, „und München hat da mit Ribéry gespielt”. Und Mainz war auch noch „klar besser als wir gegen die Bayern”.

Eine lange Negativserie

Sie bleiben ihrer Philosophie treu, heben nicht ab, denken von Spiel zu Spiel und deshalb nur an den Auftritt beim VfB Stuttgart. Wer statistikgläubig ist, hakt die Partie am Sonntag (17.30 Uhr) im voraus ab.

Seit 1994 oder 13 Auswärtsspielen wartet die Borussia auf einen Sieg beim VfB, letztes Jahr gab es eine 0:7-Klatsche. Und dann haben die Stuttgarter auch noch Vedad Ibisevic verpflichtet. Jenen Stürmer, der für Hoffenheim der goldene Torschütze bei zwei 1:0- Siegen über die Borussia war und als Mönchengladbachs personifizierter Angstgegner gilt. „Aber Stuttgart hat ihn sicherlich nicht wegen uns geholt”, sagt Max Eberl, den die lange Erfolglosigkeit im Ländle und das 0:7 nicht unruhig werden lässt.

Die meisten Spieler seien vor 16 Monaten gar nicht dabei gewesen - allein Dante, Daems, Herrmann, Arango und Reus standen in der Startformation -, außerdem gehe man mit einer ganz anderen Psyche in die Partie. Vor dem 0:7 hatte es ein 0:4 gegen Frankfurt gegeben, jetzt das 3:1 gegen die Bayern.

Den 1:0-Sieg beim Rekordmeister zu Saisonbeginn hat Favre immer wieder als eminent wichtig für den folgenden Höhenflug angesehen, der Erfolg vor einer Woche war nicht minder wichtig. Schlagartig gehören die Schlagzeilen über einen Ausverkauf, den Niedergang, wahlweise das Ende der Borussia, der Vergangenheit an.

Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft, und deshalb wird einer der „Helden” aus dem Bayern-Spiel nur auf der Bank Platz finden - wenn überhaupt. Roel Brouwers hat zwar am Donnerstag wieder Lauftraining absolviert, doch ob der von einer Rückenprellung Geplagte heute mit in den Flieger Richtung Stuttgart steigt, ist ungewiss.

In die Mannschaft kehrt nach seiner Gelbsperre auf jeden Fall Dante zurück, der sich gemeinsam mit Martin Stranzl um das „Ungeheuer” namens Ibisevic kümmert. Mit dem Bosnier dürften die Stuttgarter im 4-2-3-1-System spielen, wie die Borussia (Hanke) mit einem „Neuneinhalber” (Cacau). Man muss übrigens nicht lange raten, um zu wissen, was Favre vom VfB hält. „Eine sehr, sehr gute Mannschaft.” Wie halt alle in der Liga...
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