Belek - Faryd Mondragón, die Leitfigur der Kölner Welt-Auswahl

Faryd Mondragón, die Leitfigur der Kölner Welt-Auswahl

Von: Kerstin Thesing
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37 Jahre alt und konsequent: Faryd Mondragón würde sich mit ein der Rolle des Ersatztorhüters nicht anffreunden können. Foto: Eduard Bopp

Belek. Faryd Mondragón ist seit 17 Jahren Fußball-Profi. Natürlich sind ihm die Spekulationen um die Verpflichtung eines neuen Torwart für den 1. FC Köln nicht entgangen. Die Nr. 1 des Bundesligisten verfolgt die Diskussion interessiert, schließlich verlängert sich Mondragóns Vertrag automatisch bis 2010, wenn er in der Rückrunde noch acht Spiele bestreitet.

„Ich gehe davon aus, dass er bei uns bleibt”, sagt Manager Michael Meier. Eine Stammplatzgarantie ist damit jedoch nicht verbunden. „Ich habe zu Trainer Daum und Manager Meier gesagt, dass es mir nichts ausmacht, wenn im Sommer ein neuer Torwart kommt, wenn dieser wiederum nichts dagegen hat, die Nr. 2 zu sein”, stellte Mondragón im Trainingslager in Belek fest.

„In dem Moment, in dem ich merke, dass ich nicht mehr Stammtorhüter bin, muss ich eine Entscheidung treffen.” Und die dürfte „Karriereende” lauten. Mondragón würde gerne noch ein Jahr dranhängen. „Ich fühle mich wohl. Es macht mir jeden Morgen Spaß aufzustehen, zu trainieren und zu spielen.” Auch über Weihnachten hat er fleißig gearbeitet, um sein Gewicht zu halten.

Mondragón betonte auch am Dienstag wieder, dass er seine Karriere in Köln beenden werde. Mit seiner Leistung in der Hinrunde ist die Leitfigur der aktuellen FC-Weltauswahl zufrieden. Der Routinier weiß, dass er sich einige Patzer geleistet hat, „aber niemand kann ständig auf seinem Top-Niveau spielen, nicht einmal Ronaldinho oder Cristiano Ronaldo.”

Christoph Daum muss jedoch perspektivisch denken: „Am liebsten hätte ich in der kommenden Spielzeit einen Mondragón in Bestform. Ich verstehe auch, dass jeder Spieler die Nr. 1 sein will, aber wir müssen davon ausgehen, dass wir für Qualität in der Breite sorgen müssen.” Die derzeitige Nr. 2, Thomas Kessler, sei ein hochtalentierter Torhüter.

„In einigen Spielen hat er schon gezeigt, wozu er in der Lage ist, aber man weiß nie, wie ein Profi im Ernstfall reagiert”, so Daum. Die Nr. 3, Miro Varvodic, findet Daum „hochinteressant”. Auf den von Hajduk Split ausgeliehenen 19-jährigen Kroaten hat der FC eine Kaufoption. „Wir wissen noch nicht, ob wir die ziehen”, sagt Manager Meier.

Zuletzt hatte es Verhandlungen mit dem 20-jährigen Ralf Fährmann gegeben. Der Schalker entschied sich aber für Eintracht Frankfurt. Gerüchte, wonach sich die Kölner anschließend um den Bielefelder Dennis Eilhoff bemüht hätten, dementierte Meier. Der Manager weiß genau um die Bedeutung Mondragóns. Wie Daum schätzt er den 37-Jährigen als Führungspersönlichkeit. „Er ist für den Zusammenhalt der Mannschaft und für die charakterliche Stärke wichtig”, sagt der Trainer.

Was Mondragón macht, falls die Zeichen doch auf Trennung stehen sollten, weiß er noch nicht genau. „Es gibt drei sehr schwierige Jobs im Fußball: Den Schiedsrichter, den Trainer und den Torwart. Einen habe ich schon gemacht. Ob ich jetzt den Mut habe, auch noch Trainer zu werden, das weiß ich nicht.”
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