„Es gibt keine Trophäe zu Beginn der Saison - nur am Ende”

Von: Bernd Schneiders
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Frankfurt. Für Uwe Leifeld war schnell klar: „Arango ist der Beste.” Da hatte der Venezolaner im Volksbank Stadion des FSV Frankfurt noch gar nicht zur Führung für Borussia Mönchengladbach getroffen. Was der Spion des VfL Bochum - Gladbachs Gastgeber im ersten Liga-Spiel - beim 2:1-Sieg erspäht hatte, hatten auch die Borussen-Fans früh entdeckt.

„Das ist ein gutes Gefühl. Ich bin dankbar für diese Hilfe”, revanchierte sich der Ex-Mallorciner artig für die stimmgewaltige Zuneigung. Mit einer abgefälschten Bogenlampe traf Arango zum 1:0 (28.), das 2:0 bereitete der Mittelfeldspieler mit einem klugen Pass auf Roberto Colautti vor (59.). „Er tut uns gut”, sagte Michael Frontzeck lakonisch.

Das ist seine Art. Ihm geht es mehr ums große Ganze, und deshalb wollte er eigentlich nicht einzelne Spieler herausheben. Aber für den Mann, der sich gerne hinter die Miene eines Buster Keaton zurückzieht, war dieser Samstag ein kleiner Festtag. Denn die Pflichtspiel-Premiere war eine kleine Wundertüte. Frontzeck ist kein Jammerlappen, aber nach dem mit Torjäger Raul Bobadilla eine halbe Mannschaft fehlte, hatte sich der Ex-Profi Sorgen gemacht. Auch wenn er Optimismus verströmt hatte: „Ich sage nicht immer die Wahrheit.”

Colautti schöpft Potenzial aus

Die Vorbereitung ist ein Puzzle, sowieso, und mit einem halben Dutzend Ausfällen erst recht. Dass dann die fehlenden Stücke dennoch gut ersetzt und sich zu einem ansehnlichen Bild zusammensetzen, zeugt von einer guten Vor-Arbeit. Bestes Beispiel Colautti. Der Stürmer mit beschränkten Fähigkeiten schöpfte seine Möglichkeiten beinah optimal aus. Der Israeli war beweglich, kombinierte gut, demonstrierte sein gutes Kopfball-Timing und ergänzte sich gut mit Oliver Neuville. Ein Tor erzielt, einen Strafstoß herausgeholt, mit dem Michael Bradley an Torhüter Patric Klandt scheiterte (9.) - als Teil einer Doppelspitze macht Colautti Sinn.

Disziplin, eine gute Struktur, Teamgeist - das sind die Zutaten, die eine höhere Halbwertzeit versprechen als eine explosive Leistung, die nicht auf Strecke (etwa 34 Ligaspiele) reproduzierbar ist. Ein Konzentrationsfehler vor dem 1:2 durch Junior Ross (72.), obwohl nach Rot für Dajan Simac (48.) in Überzahl, und die Zögerlichkeit dabei, den dritten Treffer zu erzwingen, waren die einzigen Kritikpünktchen. Ein mutmachender Auftakt, Michael Bradley spürt sogar eine aufregende Saison. Und da sich der 21-Jährige mitteilenswerte Gedanken macht über seinen Beruf, hier sein finaler Hinweis: „Es gibt keine Trophäe zu Beginn der Saison - nur am Ende!” Den entscheidenden Pokal muss sich Gladbach selbst basteln: für den Klassenerhalt.

Borussia: Heimeroth - Levels, Brouwers, Dante, Jaurés - Bradley, Marx - Matmour (71. Reus), Arango - Colautti, Neuville (80. Lamidi)
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