Einwurf, Eckstoß/Abstoß: Mehr Verantwortung für die Spieler!

Von: fö
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In Flensburg läuft erfolgreich ein Projekt, bei dem Fußballer über Einwurf, Eckstoß/Abstoß entscheiden. Auch ein Konzept für unsere Region?

Aachen. Die Idee ist simpel – und vielleicht deshalb auch einfach gut. Im hohen Norden haben sie jedenfalls „richtig gute Erfahrungen“ gemacht, wie Tim Cassel, Abteilungsleiter beim Schleswig-Holsteinischen Fußballverband (SHFV) in Kiel, sagt.

Cassel ist Leiter eines Pilotprojekts, die simple Idee unter dem großen Motto „Schleswig-Holstein kickt fair“ lautet: In den Kreisklassen A bis C der Männer entscheiden die Spieler selbst über Einwurf, Eckstoß/Abstoß. Das Regelwerk bleibt unverändert, es wird lediglich das Fair-Play-Verhalten vorgeschaltet. Und die endgültige Entscheidung liegt immer beim Schiedsrichter.

Nicht mehr und nicht weniger haben die Norddeutschen im Kreisverband Schleswig-Flensburg im Spieljahr 2011/2012 eingeführt. In den drei Ligen waren und sind keine Schiedsrichter-Gespanne im Einsatz, so dass die SG Nordangeln gegen den TSV Nordmark Satrup II und der FC Tarp-Oeversee IV gegen den SV Janneby 90 ohne Männer mit Fahne kicken, eigenverantwortlich über Einwurf, Eckstoß/Abstoß entscheiden.

Angenehme Atmosphäre

Die Lage habe sich deutlich entspannt, die Atmosphäre sei angenehmer geworden, berichtet Cassel von Gesprächen mit den Schiedsrichtern, die nach anfänglichen Bedenken voll und ganz hinter der Idee stehen. Der Kreis Schleswig-Flensburg hat seine Aktion jüngst im Beirat des SHFV vorgestellt, die Reaktion dort erfreute Cassel: „Der Beirat legt nahe, dieses Projekt in allen SHFV-Kreisen umzusetzen.“ Auch der Deutsche Fußball-Bund hat sich interessiert gezeigt und finanziert beispielsweise einen Imagetrailer.

Ganz wichtig, so Cassel, sei es, das Thema behutsam Spielern und Schiedsrichtern näher zu bringen, man kann es nicht „aufpfropfen“. Stattdessen sagt Cassel: „Wir setzen auf Überzeugungsarbeit“, sein Motto: „Gutes setzt sich durch.“

Ob dieses Projekt auch in den Kreisen Aachen, Düren oder Heinsberg eine Chance hat? Bei unserer Diskussionsrunde zeigten sich Peter Oprei, Heiko Wolter und Benjamin Bläser angetan von der Idee, Spieler mehr in die Verantwortung zu nehmen. Speziell Heiko Wolter, der sagt: „Ich kann mir das für den Kreis Heinsberg gut vorstellen.“ Allein Tim Hausen war nicht sonderlich begeistert: „Man sollte mal eine Saison Fußball spielen, ohne grundlegende Änderungen vorzunehmen.“

Schreiben Sie uns!

Wir sind gespannt auf Ihre Meinung zu diesem Thema. Egal, ob Sie Spieler, Schiedsrichter oder Zuschauer sind: Was halten Sie von der Idee, dass Spieler bei Partien ohne Schiedsrichter-Assistenten in den unteren Ligen entscheiden, ob es Einwurf, Eckstoß oder Abstoß gibt? Stimmen Sie mit ab, oder schreiben Sie uns (h.foerster@zeitungsverlag-aachen.de).

Beim grenzüberschreitenden Eurode-Cup am 25. Mai in Kerkrade wird das Motto Einwurf, Eckstoß/Abstoß bei den A-, B-, C- und D-Junioren erstmals getestet. Der niederländische Fußballverband (KNVB) zeigt großes Interesse an dieser Aktion und schickt extra fünf junge Schiedsrichter für diesen Test zum Eurode-Cup.

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