Ein Sonntagsschuss bringt Borussia völlig aus der Spur

Von: Tobias Schächter
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Zuschauer beim Sonntagsschuss: Christian Tifferts Blick folgt seinem Ball, den auch Christofer Heimeroth nicht aufhalten kann. Foto: imago/Frey

Kaiserslautern. Thorben Marx ist der erfahrenste Profi von Borussia Mönchengladbach. Der 29-Jährige war sich nach dem 0:3 beim 1. FC Kaiserslautern dann auch ganz schnell sicher, dass nun „unruhige Zeiten” auf die Mannschaft und Trainer Michael Frontzeck zukommen.

Nur drei Tage nach dem Pokalerfolg gegen Bayer Leverkusen verloren die Gladbacher glatt und verdient beim Aufsteiger aus der Pfalz.

„Am Ende steht wieder eine 0:3-Packung. Aber das ist uninteressant heute, wichtig ist vor allem, dass wir keine Punkte geholt haben”, haderte Marx, der keinen Blick auf die Tabelle werfen musste, um festzustellen: „Keine Frage, wir stecken mitten im Abstiegskampf. Wir müssen da zusammen rauskommen. Das muss jeder kapieren.”

Für Borussia Mönchengladbach bedeutete die bittere Niederlage den Absturz auf den letzten Tabellenplatz. Acht Spiele ist die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck nun schon ohne Sieg und hat erst sechs Punkte geholt. „Die Situation ist nicht angenehm, ohne Wenn und Aber”, sagte Frontzeck, dem der Gladbacher Sportdirektor Max Eberl aber trotz der erneuten Pleite Rückendeckung gab: „Es gibt keine Trainerdiskussion, wir stehen das zusammen durch”, sagte Eberl.

Drei Gegentore im Schnitt

Besonders „ärgerlich” für den Trainer war, dass seine Mannschaft es sich nach dem 0:1 „versaut” hatte, im Spiel zu bleiben. Die ohnehin aggressiveren und druckvolleren Lauterer wurden nach Tifferts „Sonntagsschuss” (Frontzeck) in der 71. Minute zu weiteren Toren eingeladen. Adam Nemec (83.) und FCK-Torjäger Srdjan Lakic (90.) stellten den am Ende auch in der Höhe verdienten Sieg für die Pfälzer sicher.

Die Borussia hat nun mit 30 Gegentoren in zehn Spielen im Schnitt jedes Spiel drei Gegentore bekommen. Vielleicht wäre das Spiel für die Gladbacher anders verlaufen, hätte „Mo” Idrissou in der 50. Minute die große Chance zur Führung genutzt. Aber der Kameruner brachte es fertig, den Ball aus fünf Metern unbedrängt am leeren Tor vorbeizurumpeln. „Klar, das ist ärgerlich, aber da stand es trotzdem noch immer 0:0”, haderte Trainer Frontzeck nicht nur mit Idrissou.

In der letzten Saison schafften die Gladbacher nach sechs sieglosen Spielen noch die Wende zum Besseren, nun steht der „ganze Verein vor einer Bewährungsprobe”, sagt Frontzeck. Entscheidend für die Krise sei die angespannte Personalsituation: „Bei uns fehlt die gesamte Innenverteidigung und mit Arango und Matmour wichtige Spieler im Mittelfeld, Thorben Marx war lange verletzt, da hätten auch andere Vereine Probleme”, sagt Frontzeck, der seit dem 1:4 gegen Werder Bremen Torwart Logan Bailly eine Pause gönnt.

Vertreter Christofer Hei- meroth, vergangenen Mittwoch im Pokal noch Held im Elfmeterschießen, konnte Samstag nichts gegen die verdiente Niederlage machen. Der FCK schaffte es besser als die Gladbacher, den Pokalerfolg in positive Energie für die Liga umzuwandeln. In der Pfalz steigt die Hoffnung wieder im Abstiegskampf. Für Gladbach sind die Aussichten trübe.

„Wir müssen aufpassen, dass der Abstand zum Mittelfeld nicht zu groß wird bis zur Winterpause. Man hat ja in der letzten Saison bei Hertha gesehen, dass es schwierig ist, große Abstände nach der Winterpause aufzuholen”, warnte Thorben Marx. Am nächsten Wochenende kommt der wieder siegende FC Bayern München zum nächsten Ligaspiel nach Mönchengladbach...
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