Mönchengladbach - Eberls schwieriges Feintuning

Eberls schwieriges Feintuning

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:

Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach ist eine Kehrtwende gelungen. Nicht, dass der ehemalige Dauer-gegen-den-Abstieg-Kämpfer vor dem Duell mit dem SC Freiburg aller Abwärts-Sorgen ledig ist.

Der Klub vom Niederrhein aber hat sich ein Polster angefressen: 12 Punkte vor dem Relegationsplatz. Für diese - im Vergleich zur jüngsten Geschichte - Fress-Orgie ist auch eine neue Qualität verantwortlich. Das goldene Händchen beim Transfer wird beinah zur Dauereinrichtung.

Es fing zur Zeit von Hans Meyer und seinen klasse-erhaltenden Wintereinkäufen an, aber auch ohne den Trainer-Methusalem schafften Sportdirektor Max Eberl und sein Scouting-Team die goldene Serie (Bobadilla, Arango, Reus, Meeuwis). Die Fortsetzung aber wird schwierig(er).

Max Eberl will „Träumereien” nicht teilen. „Man muss der Realität ins Auge sehen: Wir können und wollen nicht zehn Millionen ausgeben.” Das mit dem Können könnte man diskutieren. Der Klub ist wirtschaftlich kerngesund. Und hat in der Vergangenheit schon öfter mal größere Investitionen gestemmt bekommen - mit unterschiedlicher sportlicher Amortisation.

Aber inzwischen herrscht ein anderes Wollen vor. Und da ist auch Präsident Rolf Königs inzwischen überzeugt, dass weniger schon mal mehr sein kann. Schwieriger aber wird das nun anstehende Feintuning durch die geringe Anzahl der angedachten Zugänge.

Die Gefahr bei etwa nur zwei Neulingen danebenzugreifen ist wesentlich höher als bei einer Handvoll. Ein Flop oder nur ein Spätzünder - schon ist die halbe Saat zerstört.

„Wir wollen gezielt vorgehen”, lautet die wenig überraschende Ankündigung von Eberl. Im Sturm, in dem durch Moses Lamidi (SC Paderborn?) und Oliver Neuville (Karriereende?) zwei Stellen frei werden, muss ebenso nachgebessert werden wie in der (Innen-)Verteidigung.

Trotz aller Kreativität und Spürnasen-Qualität erhöht aber nach wie vor die Transfersumme die Wahrscheinlichkeit, sich verbessern. Speziell bei einem torgefährlichen Angreifer. Denn nur darum kann es gehen bei einer intakten und gefestigten Mannschaft: Beide Transfers müssen Borussia einen Schritt nach vorn bringen.

Nicht zwangsläufig in der Tabelle, aber in der sportlichen Substanz; ohne dabei in der Transfersumme oder beim Gehalt einen Ausreißer nach oben zu riskieren. Nach wie vor lebt die Gladbacher Mannschaft von der Geschlossenheit, initiiert, entwickelt und propagiert speziell auch von Trainer Michael Frontzeck.

„Wir müssen darauf achten, wer passt zu uns”, sagt Max Eberl. Sicherlich keine Novakovics oder Idrissous. Der Freiburger Stürmer teilte seinen Kollegen jüngst mit: „Ich habe eh keine Lust mehr mit euch Absteigern zu spielen. Ich spiele nächstes Jahr Champions League.”

Womit feststeht: Es wird nicht in Mönchengladbach sein. Nicht nur nicht, weil Borussia nicht unter die ersten drei kommt.

Voraussichtliche Aufstellung: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Bradley, Meeuwis - Reus, Arango - Bobadilla, Colautti
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