„Ebbe” vor dem dritten Mal

Von: Klaus Schmidt
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Und wieder mal „geknipst”: Pauli-Torjäger Marius Ebbers. Foto: imago/HochZwei

Hamburg. Hektoliterweise Astra ist noch nicht geordert. „Ich bin ohnehin kein Bier-Trinker”, sagt Marius Ebbers, 32, ansonsten eher der flexible Typ bei der Auswahl kühler Flüssigkeiten. In der Theorie könnte selbst Saisonsieg Nummer 20 immer noch nicht reichen, um den 1. FC Kaiserslautern zu begleiten.

Doch es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn der letzte verbliebene Rivale im Kampf um den direkten Aufstieg in die Bundesliga auf den letzten Metern drei Punkte und 14 Tore Rückstand wettmachen sollte.

„Wir wollen in Fürth gewinnen und alles klar machen”, sagt Ebbers, Torjäger des FC St. Pauli. Auch wenn der FC Augsburg am Sonntag, am vorletzten Spieltag, zeitgleich gegen 1860 München siegen sollte, „wären wir so gut wie durch”. Feierlichkeiten sind nicht geplant; „wenn hier was passiert, dann spontan”.

Rund 8000 Fans begleiten die Paulianer nach Franken, am Hamburger Spielbudenplatz gibt es „Public Hearing”, eine Live-Übertragung per Radio. Die Kicker vom Kiez stehen im 100. Jahr seit Klub-Gründung vor dem fünften Aufstieg in die Eliteklasse. Und für Ebbers wiederholt sich Fußballer-Geschichte: Mit dem 1. FC Köln wurde er erstklassig, vor vier Jahren schoss der Stürmer in einer spektakulären Rückrunde Alemannia Aachen nach oben, nun ist er Top-Scorer am Millerntor.

Parallelen zu Aachen

„Ich fühle mich hier wohl, es macht Spaß”, da ließe sich auch leichter treffen, 18 Mal bislang. Parallelen zu seiner Aachener Zeit gebe es natürlich, „im Aufstiegsjahr war es ähnlich. Wir hatten eine richtig gute Truppe beisammen. Aber bei St. Pauli ist der Zusammenhalt noch stärker ausgeprägt.”

Als die Saison startete, „wäre es doch ein bisschen optimistisch gewesen, an den Aufstieg zu denken. Aber im Laufe des Jahres haben wir schon gemerkt, dass es klappen könnte.” Beim fulminanten 5:0 am 2. Spieltag entweihten Ebbers & Co. den neuen Tivoli gleich bei seiner Premiere; in der Folge zementierte die Mannschaft von Trainer Holger Stanislawski ihr Prädikat „torhungrigstes Team der Liga”. Neben der Treffsicherheit von Ebbers leistete die Mittelfeld-Arbeit von Matthias Lehmann entscheidende Beiträge zum Aufschwung. „Wir wussten, dass Matze uns weiterbringen kann”, sagt Ebbers über den Glücksgriff und lobt zwei weitere Kollegen aus der Hamburger Alemannia-Filiale: „Auch Florian Bruns und Ralph Gunesch haben eine richtig gute Saison gespielt.”

Keine falsche Bescheidenheit: „Wir stehen zu Recht da oben, weil wir eine gute Mannschaft sind.” Noch ein Jahr läuft der Vertrag von „Ebbe”, gültig für 1. und 2. Liga. Der Aufstieg ist jedoch schon beschlossene Sache: „Auf die Relegation”, sagt Klubchef Corny Littmann, „habe ich keinen Bock.”
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