Mönchengladbach - Doppel-Aufgabe für Michael Frontzeck

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Doppel-Aufgabe für Michael Frontzeck

Von: Bernd Schneiders
Letzte Aktualisierung:

Mönchengladbach. Eine Lustpartie wird es sicherlich nicht: Borussia Mönchengladbach am Samstag auf St. Pauli. Und fast scheint es nach dem letzten Wochenende so, als versuche der Tabellenletzte das Kunststück zu vollbringen, als erster Bundesligist ohne einen Heimsieg die Klasse zu erhalten.

Dazu müsste auswärts nur noch gewonnen werden. Am 34. Spieltag stünden dann 37 Zähler auf der Habenseite. Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde sicher, Klassenerhalt so gut wie. Ein schöner Traum...

Aber abgesehen von den nur 16 Punkten im Gepäck fährt die Elf vom Niederrhein noch mit einer anderen Belastung gen Hamburg: Die jüngste Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart ist ein mentaler Ballast, den man womöglich gar nicht mehr abschütteln kann. Es gibt sie, diese Spiele, von denen man in der Rückschau sagt: Das war´s! Knackpunktspiele. Eine Halbzeit am ersten Heim-Dreier geschnuppert zu haben, um dann so jämmerlich zu scheitern, zieht runter - auch wenn man bereits am Tabellenende rangiert. Gefragt ist in solchen Momenten der Trainer als Psychologe. Das weiß auch Michael Frontzeck. Womöglich auch deshalb sagt er: „Am Millerntor herrscht eine kampfbetonte Stimmung, in der man sehr gerne Fußball spielt.”

Fakt bleibt, dass seine Mannschaft kaum in der Lage ist, eine konzentrierte Leistung über 90 Minuten zu bringen. Und damit ist der Borussen-Trainer nicht nur als Psychologe, sondern auch als originärer Fußball-Trainer gefragt. Abseits der Verletzten-Probleme zeigte seine Mannschaft bereits im Saisonauftakt-Spiel gegen Nürnberg große Probleme. Diese abzustellen, ist bis einschließlich 21. Spieltag noch nicht gelungen. Es ist ein Abwehrproblem. Tragisch und fast aberwitzig, bei einer Spielauffassung, die in der Ausführung eher eine defensive ist. Abzulesen am Samstag gegen den VfB: Wenn man sich nach der Pause und bei einer 2:0-Führung hinten rein stellt, muss man das wenigstens können...

Die Zeit, bzw. die Spieltage, an denen man mit „reaktionärem” Spiel das Ziel Klassenerhalt noch schaffen konnte, ist abgelaufen. Aktivität ist gefragt, was nicht Harakiri-Fußball heißen muss. Die personell besser besetzten Stuttgarter wären in Halbzeit 2 mit aktiver, aggressiver Arbeit gegen den Ball leicht von ihrem Sturmlauf abzubringen gewesen. Dem sich zu frei entfalten könnenden Tamas Hajnal wäre schnell die Lust aufs Wirbeln vergangen, wenn ihm ein dafür abgestellter Gladbacher schmerzhaft auf die Zehen getreten wäre. Eigentlich das Simpelste für eine Mannschaft und einen Trainer: dem Gegner das Fußballspielen zu verleiden. Der 1. FC Nürnberg etwa kann das - Mönchengladbach nicht.

Eine Doppel-Aufgabe also für Frontzeck: innerhalb einer Woche die Spieler aufrichten und die taktischen Defizite ausmerzen, die schon seit sechs Monaten drücken. Eine Niederlage auf St. Pauli - und selbst Michael Frontzeck müsste verstehen, dass die Borussen-Verantwortlichen ihrem Klub gegenüber verpflichtet sind, noch einen vielleicht zu späten, aber letztmöglichen Impuls zu setzen: einen neuen Trainer.

Voraussichtliche Aufstellung: Heimeroth - Levels, Stranzl, Nordtveit, Daems - Neustädter, Fink - Matmour, Idrissou - Hanke, de Camargo
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