Mönchengladbach - Dominguez rettet der Borussia einen Punkt

Dominguez rettet der Borussia einen Punkt

Von: Bernd Schneiders
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Ein fliegendes Trikot im Borus
Ein fliegendes Trikot im Borussia-Park: Alvaro Dominguez nimmt die Gelbe Karte für dieses „Vergehen” nach seinem späten Ausgleichstreffer gerne in Kauf. Foto: ap

Mönchengladbach. Ist das noch normal, wie Sportdirektor Max Eberl meint? Mit einem Glückskopfball rettet Alvaro Dominguez in letzter Minute Borussia Mönchengladbach gegen den Hamburger SV noch ein 2:2. Keiner hatte mehr einen Pfifferling für die in Unterzahl spielende Favre-Elf gegeben.

Um auf seine vermeintlich stärkste Elf zu kommen, musste Lucien Favre etwas zurückrotieren: Alvaro Dominguez kehrte für Roel Brouwers auf die Innenverteidigungsposition zurück, Mike Hanke ersetzte Granit Xhaka in der Offensive, der Schweizer rückte dafür neben Harvard Nordtveit vor die Abwehr.

Personell war alles bereitet, um endlich an die oft attraktiven Vorstellungen der letzten Saison anzuknüpfen. Gladbach startete denn auch verheißungsvoll, wie schon öfter in dieser Spielzeit. Aber im Laufe der Minuten nahm die anfängliche Dominanz und das Hochstehen, das Favre von seiner Mannschaft verlangt, peu à peu wieder ab.

Zuvor aber schlug Luuk de Jong ein weiteres Pech-Kapitel auf: Der niederländische Torjäger verfehlte das Tor von René Adler aus 16 Metern nur um Millimeter (9.). Doch die Attitude einer Heimmannschaft war für Arango & Co. einmal mehr nur eine (frühe) Momentaufnahme.

Der HSV drängte die bereitwilligen Gastgeber wieder zurück in die Borussen-Hälfte. Damit war der Boden bereitet für eine Einzelleistung des Hamburger Neuzugangs. Rafael van der Vaart jagte einen Zauberschuss vom Strafraumeck aus zum 1:0 über Marc-André ter Stegen unhaltbar ins Netz (23.).

„Ich habe viele Dinge im Kopf”, hatte Gladbachs Trainer vor dem Spiel gesagt. Eine davon war eine Variante bei Eckbällen von rechts, die Nordtveit für Juan Arango treten durfte. Gleich der zweite Versuch fand den Schädel von Abwehrrecke Martin Stranzl, der den Ball zum 1:1 ins Netz wuchtete (39.).

Nicht unbedingt Ausdruck einer befriedigenden fußballerischen Leistung, und noch glücklicher dadurch, dass Schiedsrichter Deniz Aytekin zuvor ein überdeutliches Foul von de Jong an Heiko Westermann übersah, was zur Ecke statt zum Freistoß führte. Und auch Stranzl hatte sich aufgestützt. „Mein Tor hätte nicht gegeben werden dürfen”, sagte der Österreicher.

Zu Hamburgs erneuter Führung leistete Luuk de Jong die Vorarbeit. Er verlor am eigenen Strafraum den Ball, Milan Badelj nutzte den Patzer zur Flanke auf den Kopf von Artjoms Rudnevs - 1:2 (45.).

Wer eine in der Pause geläuterte Gladbacher Mannschaft erwartet hatte, wurde enttäuscht: Das Passspiel wurde immer schlechter, Tiki-Kaka statt Tiki-Taka, Luuk de Jong verlor nach seinem Schnitzer zum 2:1 für den HSV zunehmend an Selbstvertrauen.

Nachdem die Favre-Elf in der ersten Halbzeit „nur” zu tief gestanden hatte, bot sie nun den Hamburgern auch Lücken an wie am Sonntag Bayer Leverkusen. In diesem aufkommenden Wirrwarr gefielen sich Tony Jantschke und Stranzl in einem Jojo-Spiel am Sechszehner, Ilicevic war der Nutznießer und wurde von Stranzl in letzter Sekunde gebremst. Für den Österreicher eine saubere Grätsche, für Aytekin ein Foul und eine Rote Karte.

Den Platzverweis fand Stranzl wie sein Tor ungerechtfertigt. „Für mich war das keine Rote Karte, weil ich ihn nicht berührt habe”, versicherte Stranzl. Den Strafstoß aber jagte van der Vaart derzeit bundesliga-üblich an den Pfosten (55.).

Alles roch nach Niederlage, bis Dominguez einen Freistoß von Arango in der Nachspielzeit zum 2:2 einköpfte.
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