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Die Gladbacher Flinte fliegt schon durch die Luft

Von: Heribert Förster
Letzte Aktualisierung:
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Es wird eng im Abstiegskampf: Hier scheitert Torschütze Karim Matmour am Bielefelder Keeper Dennis Eilhoff. Foto: imago/Team 2

Mönchengladbach. Marko Marins beste Szene: Er schlägt keinen Haken, geht direkt auf die Gegner zu, und sein Abschluss ist endlich mal nicht so butterweich wie bei zahllosen Flanken, Freistößen und Eckbällen zuvor. „Das ist auf jeden Fall zu wenig. Gegen Bielefeld musst du drei Punkte holen. Jede Woche wird es schwieriger, und wir gewinnen nicht mehr.”

Zumindest verbal traf Mönchengladbachs Nationalspieler ins Schwarze und gab treffend die Stimmung im Borussia-Park wieder. „Scheiße, nur noch fünf Spiele.”

Der Freund des Fußballs sagt indes: „Schön, nur noch fünf Spiele, denn an einem wunderschönen Frühlingstag gab es wenig bis nichts Erquickendes zu bestaunen. Eines einte alle Borussen: die Niedergeschlagenheit. Trainer Hans Meyer kleidete sie nach dem enttäuschenden Spiel gegen Arminia Bielefeld in Worte: „Das 1:1 ist für uns eine Niederlage, der Michael hat gewonnen.”

Der Michael heißt mit Nachnamen Frontzeck und war heilfroh, dass er nicht die die fünfte Niederlage in Serie kommentieren musste. Die Ausgangslage war folglich kompliziert, sein Team habe aber gut gestanden, wenig zugelassen. Danke, das warÔs, der erste Saisonsieg, der nur mit einem Punkt belohnt wurde. Auch dank Borussias Mithilfe, denn nach Karim Matmours von Alexander Baumjohann fein herausgespieltem 1:0 nach zwölf Minuten „haben wir nicht weiter Fußball gespielt”.

Das Urteil fällte Patrick Paauwe, der in der Startelf neben Tomas Galasek das Spiel ordnen sollte. Für den niederländischen Routinier musste Mittelstürmer Roberto Colautti auf die Bank, Matmour rückte in die Spitze.

Die Taktik schien verheißungsvoll, doch Michael Bradley, der mehr in die Spitze rücken sollte, ließ sich zu weit zurückfallen.

„Nur noch lange Bälle” sah auch Marin nach vorne fliegen, vornehmlich geschlagen von Dante. Der Brasilianer ist zwar zweikampfstark, aber (noch) nicht der ideale Mann für die Spieleröffnung.

„Das ist nicht mein Spiel oder das von Roberto”, haderte auch Matmour mit den „Endlos-Bällen”, zumal mit Andre Mijatovic ein ausgewiesener Kopfball-Experte in Bielefelds Innenverteidigung steht.

Der Anfang vom Ende

Und als dann auch noch Paauwe unfreiwillig Robert Tesche den Ball in den Lauf spitzelte, war´s mit Borussias dezenter Herrlichkeit vorbei. Der Ausgleich (32.) war der Anfang vom Ende. Vom Ende nicht nur in diesem Spiel? Momentan muss diese Frage klar mit Ja beantwortet werden, denn die Erfahrung im Abstiegskampf, wie sie Bielefeld oder auch Cottbus hat, fehlt den Borussen. Dazu murrten die ersten Haupttribünen-„Fans” schon nach zehn Minuten, was im Paket einem ohnehin verunsichertem Team nicht zu Stabilität verhalf.

Hans Meyer, der mit der Einwechslung von Moses Lamidi für Paauwe (53.) nicht gerade einen Glücksgriff tat, wirkt nicht gerade zuversichtlich. „Vielleicht gelingt uns bei unserem schwerem Restprogramm ja mal eine Überraschung wie zuletzt Karlsruhe, Bochum, Cottbus oder auch Bielefeld in Bremen.”

Etwa in München am Samstag? Dann auf jeden Fall ohne den zukünftigen Bayern-Spieler Alexander Baumjohann, der sich in der Nachspielzeit für eine Schwalbe im Bielefelder Strafraum die fünfte Gelbe Karte abholte. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Was bleibt, ist Meyers finale Durchhalteparole: „Wir werfen erst die Flinte ins Korn, wenn rein rechnerisch nichts mehr möglich ist.” Das hört sich nicht wirklich gut an...
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