Mönchengladbach - Die Einzelkritik: Borussias Beste der Hinrunde

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Die Einzelkritik: Borussias Beste der Hinrunde

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Kein Strafraum-Hocker: Abwehrchef Dante ist nicht nur der ruhende Pol in der Abwehr, sondern setzt auch in der Offensive Akzente. Foto: imago/Uwe Kraft

Mönchengladbach. 22 Spieler hat Borussia Mönchengladbach in der Hinrunde der Fußball-Bundesliga eingesetzt, doch das ist kein Zeichen für eine riesige Fluktuation, für eine endlose Suche nach einer Stammformation.

Denn die hat Trainer Michael Frontzeck längst gefunden, und die Zahl der absolvierten Spiele der „ersten Elf” wirft keine Fragen mehr auf: Die Borussia ist auf einem guten Weg, die lange gesuchte Konstanz zu finden. Die Elf des Vertrauens: Bailly (12 Einsätze) - Levels (17), Brouwers (17), Dante (15), Jaurés (15) - Marx (17), Bradley (13) - Reus (16), Arango (17) - Matmour (16), Friend (13).

Unsere Sportredakteure Bernd Schneiders und Heribert Förster bewerten Borussias Stammelf und diejenigen Spieler, die mehr als neun Einsätze in den 17 Hinrundenspielen hatten.

= Ganz stark

Dante: Ein, besser der Garant für Borussias sehr ordentlich gespielte Hinrunde. Der Brasilianer ist ein Abwehrchef der Extraklasse mit einem sensationellen Zweikampfverhalten. Ganz wichtig: Den Leichtsinn hat er verbannt. Das Problem: Spielt der 26-Jährige weiter so gut, wird ihn die Borussia nur schwer halten können.

Marco Reus: Ein vorzüglicher Bundesliga-Einstand des 20-Jährigen, der von der grauen Zweitliga-Maus RW Ahlen kam und bereits die Liga aufmischt. Schnell, torgefährlich, fleißig bis zur letzten Minute - auch in der Defensive. Das Problem: Der Wirbel, der auch nach eher „normalen” Leistungen um ihn gemacht wird.

= Prima Auftritte

Michael Bradley: Der US-Boy lebt Fußball, kam nach anfänglichen Schwierigkeiten (kaum Ruhepausen wg. Länderspielen) immer besser in Schwung. Der auch erst 22-Jährige ist Zerstörer und Antreiber im defensiven Mittelfeld.

Roel Brouwers: An der Seite von Dante ein Klasse-Innenverteidiger, dazu bereits fünffacher Torschütze. Der Niederländer steht (fast) immer richtig, die gezeigte Stabilität war nicht so zu erwarten. Stark!

Rob Friend: Wie wertvoll er ist, weiß man meist erst, wenn er fehlt. Der Kanadier ist längst mehr als ein Prellbock, mehr als nur eine Anspielstation für hoch geschlagene Bälle. Borussias Aufschwung zum Ende der Hinrunde ist eng mit seiner Rückkehr nach langer Verletzungspause zu begründen.

Tobias Levels: Man könnte einfach nur schreiben: Anerkennung für eine unerwartet starke Hinrunde mit meist bedachten Handlungen in der Defensivarbeit. Durch Filip Daems Verletzung zum Kapitän aufgestiegen, ist der 23-Jährige ein Muster an Willensstärke. Ob morgens um vier oder nachts um elf, Levels würde immer alles geben. Auch wenn manche Flanke missglückt: Das Borussia-Eigengewächs hat schon vier Treffer vorbereitet. Deshalb: Respekt.

Karim Matmour: Man darf Stürmer nicht nur an Toren messen: Der Algerier leistet enorm viel, reißt und stopft Löcher, malocht und spielt.

Thorben Marx: Hätte auch nur mit drei Sternen versehen werden können, doch soll man ihn für seine Unauffälligkeit bestrafen? Der Neuzugang aus Bielefeld ist ein prima Partner von Bradley und wesentlicher Baustein der neu gewonnenen Kompaktheit. Unübersehbar aber seine Schwächen auf dem Weg nach vorne.

= Noch ausbaufähig

Juan Arango: Hätte auch mit vier Sternen versehen werden können, doch bei dem Venezolaner wechseln (noch) zu häufig Licht und Schatten. Defensiv mal völlig von der Rolle (Frankfurt), dann sehr aggressiv und aktiv (Schalke). Er macht in der Offensive oft den Unterschied aus, seine Pässe sind nicht selten wunderbar genau und wunderbar getimet. Aber zwei Tore sind zu wenig, der 29-Jährige hat noch Steigerungspotenzial.

Logan Bailly: Ein guter Torwart, der aber bei seinen Einsätzen nicht die Sicherheit und Souveränität der Rückrunde der Saison 2008/09 ausstrahlte. Starken Paraden folgten Unsicherheiten.

Jean-Sebastiàn Jaurès: Der Franzose entwickelte sich zu einem zuverlässigen Ersatz für den dauerverletzten Daems. Sein Passspiel war schon immer gut, und seitdem er seinen Körper mehr einsetzt, ist er auch präsenter auf dem Platz. In den letzten Partien aber wieder etwas schwächer.

Marcel Meeuwis (10 Einsätze): Den Neuzugang hatte man in der ersten Elf erwartet, doch der Niederländer kommt zur Zeit an Bradley oder Marx (noch) nicht vorbei. Aber es ist für Trainer Michael Frontzeck beruhigend zu wissen, einen solchen Strategen jederzeit einwechseln zu können.

= Kann mehr

Raul Bobadilla (14): Dem mit vielen Vorschusslorbeeren von den Grasshopper Zürich gekommenen Argentinier gelang in der Hinrunde nicht sehr viel, doch immer wieder deutete er sein großes Potenzial an. Geduld ist gefragt mit dem erst 22-Jährigen.

Roberto Colautti (10): Stammspieler zu Saisonbeginn, musste der Stürmer nach Friends Genesung wieder mit der Jokerrolle Vorlieb nehmen. Der Israeli hat den Durchbruch immer noch nicht geschafft.

= Das war nichts

Oliver Neuville (10): Neunmal wurde der Routinier eingewechselt, spielte im Schnitt 20 Minuten und entzieht sich deshalb trotz der zehn Einsätze einer Bewertung.

Das trifft auch auf Filip Daems (1), Christofer Heimeroth (5), Tony Jantschke (2), Thomas Kleine (6), Moses Lamidi (2), Roman Neustädter (2) und Paul Stalteri (3) zu.
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