Köln - Der FC macht Gladbach zum Spitzenreiter

Der FC macht Gladbach zum Spitzenreiter

Von: Roman Sobierajski
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Maßarbeit: Juan Arango zirkel
Maßarbeit: Juan Arango zirkelt einen Freistoß unhaltbar zum 2:0 für Mönchengladbach ins Kölner Netz. Foto: dapd

Köln. Wer herausfinden will, wann der 1. FC Köln seinen Fans zuletzt einen Heimsieg gegen den rheinischen Rivalen aus Mönchengladbach geschenkt hat, muss ganz tief in der Kiste mit den Erinnerungen kramen.

Björn Schlicke und Lukas Podolski erzielten die FC-Treffer, Oliver Neuville konnte zehn Minuten vor Schluss verkürzen, als Trainer standen Uwe Rapolder und Horst Köppel an diesem Septembertag 2005 an der Seitenlinie.

„Bei einem Derby am Freitag weiß man, dass das gesamte Wochenende gut oder schlecht wird”, hat nach den beiden heftigen Niederlagen in der vergangenen Saison (1:5 und 0:4) auch Kölns aktueller Trainer Stale Solbakken erkannt. Nur, ein neueres Kapitel kann auch der aktuelle Kader im 79. Aufeinandertreffen nicht schreiben: Die Mannschaft von Lucien Favre zeigte sich vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion als das abgezocktere, abgebrühtere und eingespieltere Team und kletterte nach dem 3:0-Sieg zumindest bis heute an die Tabellenspitze der Bundesliga.

Bereits nach 30 Minuten hatten Mike Hanke und Juan Arango für klare Verhältnisse gesorgt: Hanke fand nach einem Patzer in der völlig indisponiert stehenden Kölner Abwehrkette, in der Kapitän Pedro Geromel auch noch über den Ball säbelte, nicht nur das Zuspiel von Patrick Herrmann, sondern auch seine zuletzt vermissten Qualitäten als Torjäger wieder und ließ Kölns Keeper Michael Rensing mit seinem trockenen Schuss keine Abwehrmöglichkeit (20.).

Zehn Minuten später beendete Arango mit einem direkten Freistoß über die Kölner Mauer, der neben dem erneut chancenlosen Rensing einschlug, dann auch noch die Diskussion um die Gladbacher Schwäche bei Standardsituationen. Spätestens jetzt skandierten die mitgereisten Gladbacher Fans, die bis dato nur negativ durch Böller und Pyrotechnik aufgefallen waren, „Spitzenreiter, Spitzenreiter” durch das Kölner Stadion.

Der FC hatte gegen die noch nicht einmal sonderlich aktiv auftretenden Borussen, die es allerdings im ersten Durchgang auf als 71 Prozent Ballbesitz brachten, kein passendes Rezept: Gelang die Balleroberung, fand sich Lukas Podolski ein ums andere Mal im Abseits wieder. So blieben ein Schuss von Adam Matuschyk, den der aufmerksame Marc-André ter Stegen parierte (4.), ein Freistoß von Christian Clemens auf das Tornetz (27.) und ein Schuss von Podolski (27.) die einzigen Kölner Chancen im ersten Durchgang.

Und was immer Stale Solbakken seiner Mannschaft bei der Halbzeit-Ansprache mitgegeben hat, um dem Spiel noch eine andere Wendung zu geben - der Plan misslang gründlich: Nach nur zwei Minuten im zweiten Durchgang schaltete die Borussia bei einem Konter gegen die aufgerückten Kölner den Turbo ein, Arango schickte Havard Nordtveit, der für Herrmann auflegte.

Dessen Geschoss konnte Rensing zwar noch abklatschen, doch erneut Hanke hatte leichtes Spiel mit dem Abpraller zum 3:0. Spätestens jetzt begann das Team von Lucien Favre für die nur zu einem kleinen Teil begeisterte Galerie zu spielen. Solbakken brachte zwar noch Kevin Pezzoni und Odise Roshi für Matuschyk und Slawomir Peszko, um den „Plan B” Wirklichkeit werden zu lassen und mehr spielerische Qualität auf den Platz zu bringen - beeindruckt zeigten sich die Gäste von diesem Schachzug nicht.

Nur einer war wie immer nicht zufrieden: Gladbachs Trainer ärgerte sich, wie fahrlässig seine Mannschaft mit den sich noch bietenden Chancen umging, schnalzte dann allerdings auch mit der Zunge, als Marco Reus die komplette Kölner Abwehr ausspielte und nur an Rensing scheiterte (75.). Positive Erkenntnis aus Kölner Sicht? Ein Gegentor weniger als in der letzten Saison.
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