Daum: „Habe mich absolut korrekt verhalten”

Von: dpa
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Christoph Daum hat den 1. FC Köln vorzeitig in Richtung Türkei verlassen. Foto: ddp

Düsseldorf. Fußballlehrer Christoph Daum setzt sich gut eine Woche nach seinem plötzlichen Rückzug als Trainer des Bundesligisten 1. FC Köln gegen den Vorwurf des Vertragsbruchs zur Wehr.

„Ich ­- und das betone ich hier in aller Deutlichkeit ­- habe mich absolut korrekt verhalten. Ich habe meinen Vertrag nicht gebrochen, sondern eine Klausel in Anspruch genommen, die nun mal existiert hat”, sagte der 55-Jährige in einem Interview mit „Welt online”.

Er könne sich „erhobenen Hauptes” auf seine neuen Aufgaben konzentrieren. Daum, der erneut nichts zu seinem künftigen Arbeitgeber sagte, wird mit dem 17-maligen türkischen Meister Fenerbahce Istanbul in Verbindung gebracht. Dort soll er angeblich 3,5 Millionen Euro je Saison erhalten.

„Ich habe ein bestelltes Feld hinterlassen. Das war im Sommer 2008 noch nicht der Fall, als es schon einmal für mich die Möglichkeit gab, den Verein zu verlassen. Doch jetzt war der Punkt da, wo ich gemerkt habe, dass ich dem FC unter den gegebenen Voraussetzungen nicht mehr helfen kann. Wenn andere das als unmoralisches Verhalten bezeichnen, sollen sie das gern tun”, erläuterte Daum.

Dass er den 1. FC Köln im November 2006 in der 2. Liga übernommen habe, sei für ihn „das größte Risiko” seines Lebens gewesen. Daum habe seinerzeit Vereinen abgesagt, die in der Champions League gespielt hätten. Er habe jetzt andere Ambitionen, nur sei in Köln „kurzfristig nicht mehr drin”. Nun sei der Punkt da gewesen, „wo ich mich fragen musste, ob mir die Wertschätzung lieber ist als die Chance, noch einmal groß anzugreifen”.

Er sei beim 1. FC Köln, mit dem er 2008 wieder in die Bundesliga aufgestiegen war, „jeden Tag mit Herzblut” dabei gewesen. Daum: „Doch jetzt gibt es eine neue Herausforderung.”

Daum mahnte an, dass „jetzt nicht eine bestimmte Berufsgruppe an den Pranger” gestellt werde. Damit versuchte der 55-Jährige eine Replik auf Äußerungen von Matthias Sammer, dem Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Sammer hatte in der vergangenen Woche moniert, dass die Kündigungen Daums oder von Martin Jol beim Hamburger SV „verheerende Folgen” für die Vorbildwirkung haben könnten. Für Spieler und Berater sei künftig „Tür und Tor geöffnet, sich nicht mehr moralisch an Vereinbarungen zu halten”, hatte der Europameister von 1996 erklärt.

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