Düsseldorf - Das vergessene Derby: Fortuna-Borussia im „halben Hexenkessel”

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Das vergessene Derby: Fortuna-Borussia im „halben Hexenkessel”

Von: Roland Leroi, dp
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Düsseldorf. Die Saison steckt noch in den Startlöchern, aber auf die rheinischen Rivalen Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach wartet in der Fußball-Bundesliga schon ein emotionaler Höhepunkt.

„Das ist ein ganz besonderes Spiel, auf das wir alle fokussiert sind”, sagte Fortuna-Angreifer Andrej Woronin voller Vorfreude auf das Match am Samstag (18.30 Uhr). Für Verdruss sorgt auf beiden Seiten einzig, dass wegen eines Urteils des DFB-Sportgerichts nur 30 000 Zuschauer in die Düsseldorfer Arena kommen dürfen. „Leider spielen wir nur in einem halben Hexenkessel”, meinte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl.

Es ist das erste Heimspiel der Fortuna nach dem Platzsturm im erfolgreichen Relegationsspiel gegen Hertha BSC am 15. Mai. Durch den anschließenden Verhandlungsmarathon, in dem beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) zunächst über die Wertung der Relegation und dann über die Bestrafung für die Düsseldorfer entschieden wurde, kam dem Club ein Stück der Aufstiegs-Euphorie abhanden. „Uns ist die Aufstiegsfeier genommen worden. Gut, dass wir trotzdem mit einem Sieg in Augsburg in die Saison gestartet sind und uns jetzt auf das Derby freuen können”, erklärte Peter Frymuth, Vorsitzender der Fortuna.

54 000 Plätze fasst das Stadion. Weil die Düsseldorfer Fans in der Vergangenheit aber mehrfach durch unsportliches Verhalten mit dem Einsatz von Pyrotechnik aufgefallen waren, wurde der Club mit Teilausschlüssen für das Publikum bestraft. Gegen Gladbach und auch für das folgende Heimspiel gegen Freiburg sind nur 25 000 Heim- und maximal 5000 Gästefans zugelassen. Durch die beiden „Teil-Geisterspiele” und die Geldstrafe von 150 000 Euro entsteht der Fortuna ein finanzieller Schaden von rund 1,2 Millionen Euro. Bei der Verteilung der 25 000 Heimtickets sorgten angesichts von 31 000 verkauften Dauerkarten zudem organisatorische Pannen für Ärger.

Rein sportlich ist das nahezu „vergessene Derby” für beide Teams ein Ausflug in die Vergangenheit. Vor allem in den 70er- und 80er-Jahren galten die Duelle als Klassiker. Die bislang letzte Auflage datiert allerdings vom 29. März 1997. Danach stieg die Fortuna bis in die Oberliga ab und musste sich auf Amateurebene sogar mehrfach von der Zweitvertretung der Borussia demütigen lassen.

Jetzt haben sich die Düsseldorfer unter anderem mit ihrem Auftakterfolg in Augsburg (2:0) furios zurückgemeldet und treffen auf eine Mönchengladbacher Mannschaft, die ihren 2:1-Sieg gegen Hoffenheim bestätigen will. „Die Bundesliga ist unser Kerngeschäft, darauf müssen wir uns konzentrieren”, sagte Eberl nach der verpassten Qualifikation für die Champions League gegen Kiew am Mittwoch.

„Es ist wichtig, jetzt nachzulegen. Mit einem gelungenen Start sammeln wir Schwung für die nächsten Spiele”, meinte Gladbachs Verteidiger Tony Jantschke. Zusätzliche Brisanz erhält die Partie durch einige alte Bekannte. Neben Fortuna-Trainer Norbert Meier, Manager Wolf Werner und Stürmer Woronin stehen im Fortuna-Kader in Tobias Levels, Nando Rafael und Johannes van den Bergh drei weitere frühere Gladbacher, die bei der Borussia einst aussortiert wurden.
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