Borussias Happyend tief im Westen

Von: Bernd Schneiders
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2. Relegationsspiel: VFL Bochum - Borussia Moenchengladbach 25.5.2011. Ausgleichstreffer zum 1:1 fur Gladbach durch Reus. Maltritz (BOC) kommt zu spaet.
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Bochum. „Schiffsverkehr” dröhnte es letzte Woche aus den Lautsprechern im Borussia-Park. Das neue Album des Bochum-Barden Herbert Grönemeyer sollte die Gäste aus dem Ruhrpott zur Halbzeit des Relegationhinspiels unterhalten. Sechs Tage später erlebten sie zu Hause ihren Schiffbruch - tief im Westen.

Borussia Mönchengladbach gelang im Rückspiel ein 1:1 und bleibt weiter erstklassig, da sie das Hinspiel mit 1:0 gewonnen hatten.

Zu den Schiffbrüchigen werden damit ab Sonntag auch wohl Stefan Effenberg & Co zählen. Denn mit dem Klassenerhalt wird die „Initiative Borusia” und ihr Frontmann „Effe” bei der Jahreshauptversammlung im Borussia-Park mit ihren Umsturzplänen wohl baden gehen.

Aufatmen bei den Borussen-Fans bei der Vermeldung der Mannschaftsaufstellung: Marco Reus, Gladbachs bester Torschütze (10 Treffer) war mit dabei. Doch statt Angriffswirbel stand erst einmal Abwehrarbeit an. Und wie im Hinspiel startete die Favre-Elf dabei recht unkonzentriert.

Damals hatte Anthar Yahia nach wenigen Minuten nach einem Eckball auf die Latte geköpft. Diesmal durfte sein Innenverteidiger-Kollege Marcel Maltritz ran. Doch auch sein Kopfball - ebenfalls nach einer Ecke - titschte erneut nur auf die Querstange (3.).

Bochum stand früh unter Adrenalin, Borussia versuchte mit Ball-Stafetten Baldrian ins hektische Spiel zu träufeln. Wohl auch um ihren Trainer zu beruhigen, der wütend aufsprang, als Dante einen seiner langen Schläge, eine Unart aus früheren Zeiten, aus der Abwehr heraus ins Aus schlug. Kurzpass ist Pflicht unter dem Schweizer Coach - mit wenigen Ausnahmen.

Gladbach kam besser ins Spiel, stand höher und lief den lauernden Ruhrpott-Kickern ins Messer: Ausgerechnet Routinier Martin Stranzl schaltete für die Bochumer mit einem Fehlpass auf Konter-Modus um. Der österreichische Verteidiger fehlte hinten, Harvard Nordtveit wollte aushelfen, doch eine Reingabe von Christoph Dabrowski durch die Beine von Dante beförderte der Norweger ins eigene Tor (24.). 1:0 für Bochum: ein Traum-Stand für die Hausherren, die nur ungern das Spiel selbst machen.

Auch die Mannen von Friedhelm Funkel waren natürlich über Reus Verletzung informiert. Besonders Matthias Ostrzolek erinnerte sich während des Spiels nur zu gut daran und versuchte noch etwas „nachzuarbeiten” - was Reus Schmerzen und dem Bochumer die Gelbe Karte einbrachte (31.).

Gladbachs Spiel in die Spitze war wie über weite Phasen im Hinspiel zu unpräzise, und so benötigten auch die Gäste einen Standard für die erste Torchance. Doch Idrissou wuchtete einen Eckball von Juan Arango mit dem Kopf nur gegen die Latte (41.).

Dann setzte Reus einen Akzent, leider einen falschen. Einen Fallrückzieher von Idrissou bugsierte er in Abseitsposition über die Linie - der Ball wäre wohl auch ohne sein illegales Zutun ins Tor gegangen (55.). Die Bochumer Fankurve machte sich weiter Sorgen um die Fußballkünste des schnellen Gladbachers. Einen Eckball konnte Reus erst ausführen, nachdem Stadionsprecher und Dabrowski die Werfer zur Räson gebracht hatten.

Die Sorgen der Ruhrklub-Anhänger wurden aber noch größer: Favre wechselte Igor de Camargo (für Idrissou) ein, den Schützen des goldenen Tors im Hinspiels (68.). Gladbach machte Druck, Stranzl scheierte nur knapp. Doch Reus stand der Sinn nach etwas Eigenem: Doppel-Pass mit de Camargo - 1:1, der große Schock für Bochum, denn jetzt mussten sie in den verbleibenden 18 Minten noch zwei Tore erzielen,um aufzusteigen.

Die verzweifelten Angriffe der Bochumer konnten Gladbach nicht mehr gefährden. Und so muss Herbert Grönemeyer für seinen Heimat-Klub wohl die nächste Trauer-Hymne komponieren.
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